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Tag des Denkmals: Jedes Jahr rührte Kreisheimatpflegerin Maria Mannes für die Besichtigungstour durch den Landkreis die Werbetrommel. Das Foto entstand heuer in der Happschen Apotheke in Wolfratshausen.

Zum 1. Oktober hat sie das Amt niedergelegt

Maria Mannes hört als Kreisheimatpflegerin auf

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Nach 15 Jahren im Amt hat Maria Mannes jetzt als Kreisheimatpflegerin aufgehört. Wie kaum eine andere hat sie das Wissen um die Denkmäler im Landkreis gefördert.

Waldram – „Irgendwann ist es auch gut“, sagt Maria Mannes (77). Irgendwann: Das sind im Fall der Waldramerin 40 Jahre, in denen sie sich für den Erhalt von Denkmälern im Landkreis stark gemacht hat, erst 25 Jahre im Landratsamt, dann weitere 15 Jahre als Kreisheimatpflegerin. Dass man heute so vieles über die Denkmäler zwischen der Jachenau und Icking weiß und der Denkmalschutz hohes Ansehen genießt: Daran hat sie großen Anteil. Jetzt hat sie ihr Amt endgültig niedergelegt.

Maria Mannes, lange Jahre Kreisheimatpflegerin. 

Die Anfänge waren bescheiden. Geboren in Hüfingen bei Donaueschingen, kam Maria Mannes im Juli 1956 nach Waldram – als eine der ersten, die sich hier zusammen mit vielen Heimatvertriebenen nach der Auflösung des Lagers Föhrenwald ansiedelten. Ihre Ausbildung erhielt sie im alten Wolfratshauser Landratsamt an der Sauerlacher Straße. Nach zehn Jahren Pause, die sie für ihre drei Kinder einlegte, kehrte die Verwaltungswirtin 1979 zu ihrem alten Arbeitgeber zurück.

Allerdings hatte, bedingt durch die Gebietsreform, die Behörde ihren Sitz mittlerweile in Bad Tölz. Dort vertraute man ihr neben Dingen wie dem Wasserrecht und der öffentlichen Sicherheit den Denkmalschutz an. „Das Gesetz war erst 1973 erlassen worden, das steckte alles noch in den Kinderschuhen“, erzählt Maria Mannes. Von ihrem Vorgänger übernahm sie drei Leitzordner. Jetzt ist es ein ganzer Schrank voll. „Das aufzubauen, hat mir schon Spaß gemacht“, sagt sie.

Im Laufe der Jahre wurde der Denkmalschutz landauf, landab immer wichtiger. Das belegt auch das über 500 Seiten umfassende, vom Landesamt für Denkmalpflege herausgegebene Buch „Denkmäler in Bayern, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen“, das Anfang der 1990er Jahre in zwei Auflagen erschien. Maßgebliche Mitarbeiterin: Maria Mannes. Dort werden die 1634 Gebäude aufgelistet, die zwischen Isar und Loisach die Kriterien eines Denkmals erfüllen. Mannes vermutet, dass es inzwischen weniger geworden sind, wegen diverser Eingriffe, die Eigentümer an Denkmälern vornehmen. Eine dritte Auflage kann und wird es leider nicht geben. Der Verlag hat die Unterlagen eingestampft.

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Besonders gern erinnert sich Maria Mannes an zwei Sommer, in denen es einmal pro Woche mit Kollegen auf die Alm ging. Bis dahin stand keine einzige der über 100 Almen im Landkreis auf der Denkmalschutzliste, danach waren es über 50. „Das hat Spaß gemacht“, sagt sie. Besonders liebt sie die Staffelalm unterhalb des Rabenkopfs, wo der berühmte Expressionist Franz Marc Kunstwerke hinterlassen hat.

Es gibt aber auch Sorgenkinder, die ihr jahre-, wenn nicht jahrzehntelang Kummer gemacht haben. Dazu zählte vor allem die Villa Max am Ostufer des Starnberger Sees, die die Besitzerin bekanntlich verfallen lässt. „Das war für uns der größte anzunehmende Unfall“, sagt Mannes. Als „Drama“ empfindet sie auch, dass der Abriss der Alpenstraße 14 in Wolfratshausen nicht verhindert werden kann. „Der Eigentümer hat offenbar einen geschickten Anwalt“, sagt sie. Untätig wird die 77-Jährige aber künftig nicht bleiben. Sie wird ihre Kraft dem Erinnerungsort Badehaus zur Verfügung stellen. Kürzlich ist sie in den erweiterten Vorstand gewählt worden. „Da gibt es genug zu tun.“

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Wer Maria Mannes nachfolgt, ist im Moment noch unklar. Der Landrat wird, wie üblich, in nächster Zeit einen geeigneten Nachfolger benennen, über den dann der Kreistag entscheidet. Ein Wort mitzureden haben darüber hinaus die Bezirksheimatpflege, die Regierung von Oberbayern, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege sowie der Bayerische Landesverein für Heimatpflege. Einen nahtlosen Übergang wird es zwar nicht geben. Doch mit Martin Englert gibt es ja noch einen zweiten Kreisheimatpfleger.

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