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Mauerbau an der Schießstättstraße: Die mutmaßlichen Lärmschutzmaßnahmen kommen nicht bei jedem Stadtrat gut an. 

Frageviertelstunde im Stadtrat

„Mauerbau“ an der Schießsstättstraße

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Den Stein ins Rollen brachte eine Bürgerin: Sie stört der „Mauerbau“ in der Flößerstadt, insbesondere an der Schießstättstraße. Stadträtin Renate Tilke (CSU) spricht die Wolfratshauserin aus der Seele.

Wolfratshausen– Für ihre Kritik am „Mauerbau in Wolfratshausen“ nutzte die Bürgerin dieFrageviertelstunde vor Beginn der Stadtratssitzung am Dienstagabend. „Das stört mich auch“, pflichtete ihr Bürgermeister Klaus Heilinglechner bei. Er gab allerdings zu bedenken: Die bayerische Bauordnung erlaubt Mauern bis zwei Meter Höhe genehmigungsfrei – und aus Gründen des Lärmschutzes könne er die Abschottung „nachvollziehen“.

Allerdings sei ein Mauerbau manchmal auch „Ausdruck von Egoismus“, so der Rathauschef. Denn der Mauerbauer genieße Lärmschutz – dessen Nachbar bekomme durch die zurückgeworfenen Schallwellen zusätzlich etwas auf die Ohren.

Renate Tilke (CSU) will Mauern einreißen: „Ich kenne viele Beispiele, die nichts mit Lärmschutz zu tun haben, sondern nur gebaut worden sind, weil’s gerade modern ist.“ Und: Wer mit offenen Augen durch die Flößerstadt spaziere, dem würden auch Wälle ins Auge fallen, „die 2,60 Meter hoch sind“, sagte Tilke. Kompakte Steinwände würden den „Durchschlupf“ von Igeln und Kröten verhindern, kein Vogel könne in einem solchen Konstrukt Unterschlupf finden, brach die CSU-Rätin eine Lanze für die Kleintierwelt.

Die Schönheit einer Mauer „liegt im Auge des Betrachters“, stellte Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) fest. Sie ziehe die Gesundheit eines Menschen jederzeit dem Wohlergehen eines Stacheltiers vor. Für Krischke sind die Mauern rechts und links der Schießstättstraße „ein Warnsignal“ für alle Kommunalpolitiker. Die Anwohner würden offenbar nicht mehr darauf vertrauen, dass ihnen in puncto Verkehrs- und Lärmbelastung geholfen wird. Bürgermeister Heilinglechner wies in diesem Zusammenhang auf den Lärmaktionsplan hin, den die Kommune im Februar dieses Jahres auf den Weg gebracht hat (wir berichteten). Ein zentraler Punkt des Vorstoßes der Stadt ist die Anordnung von Tempo 30 auf der Schießstättstraße, über die Tag für Tag rund 23.000 Fahrzeuge rollen. Noch sträuben sich sowohl die Regierung von Oberbayern als auch das Landratsamt in Bad Tölz gegen den diesbezüglichen (einstimmigen) Beschluss des Stadtrates. „Eine gerichtliche Auseinandersetzung kann nicht ausgeschlossen werden“, kündigte Heilinglechner vor einigen Monaten an.

Tilke plädierte dafür, dass die Stadt die vor Jahren außer Kraft gesetzte Einfriedungssatzung wieder einführt, um den Mauerbauern in den Arm fallen zu können. Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard war skeptisch: „Der bayerische Baugesetzgeber hat eine andere Intention.“ Leonhard unterstrich, dass in zwei Metern Höhe Schluss sein müsse. Rage die Mauer darüber hinaus, „kann man das bei den Baukontrolleuren im Landratsamt melden“.

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