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Bald ist Schluss: Das Ende für die „meinWOR“-App zeichnet sich ab.

Entwicklerfirma City Points zieht sich aus dem Projekt zurück

Die „meinWOR“-App ist ein Auslaufmodell

Die Geschäftsleute versprachen sich von ihr eine Menge als Marketingplattform. Nun läuft die Wolfratshausen-App aus. Die Stadt bemüht sich um Ersatz. 

Wolfratshausen – Die Euphorie war riesig, als die „meinWOR“-App für die Wolfratshauser Geschäftswelt an den Start ging. 56 Unternehmer beteiligten sich im Oktober vergangenen Jahres an der Marketingplattform, mit der große Hoffnungen verbunden waren. Nun steht fest: Das Angebot läuft nach etwas mehr als einem Jahr sang- und klanglos aus, die Entwicklerfirma City Points zieht sich aus dem Projekt zurück. Stadtmanager und Werbekreis-Chef betonen jedoch, dass es bald eine neue Wolfratshauser App geben soll.

Die Grundidee der App ist schnell erklärt: Mit möglichst wenigen Klicks sollten sich Nutzer einen Überblick über den Wolfratshauser Einzelhandel und die Gastronomie verschaffen können, besondere Angebote finden und – so zumindest die Hoffnung der Ladenbesitzer – danach die beteiligten Geschäfte besuchen.

„Eine solche digitale Vermarktungsmöglichkeit, die alle lokalen Angebote bündelt, ist ein riesiger Mehrwert für die Kunden und die Unternehmer“, betont Stadtmanager Dr. Stefan Werner im Gespräch mit unserer Zeitung. Gerade während der Corona-Krise hätten viele Unternehmer vor Augen geführt bekommen, welchen Stellenwert digitale Vermarktungskanäle einnehmen können: „Ich vermute, dass die Mehrzahl der Händler das immer noch als wichtig ansieht – oder sogar für wichtiger hält als vor der Krise.“

Auch Hans-Joachim Kunstmann, Vorsitzender des Werbekreises, sieht eine große Chance in digitalen Marketing-Modellen. „Ich hätte sehr gerne weiterhin eine solche App, weil sie es den Unternehmen erleichtern kann, Kunden anzusprechen und für die Nutzer eine effektive Informationsplattform sein kann.“ Dass die Kommune ab 30. November auf die Entwicklerfirma aus Pfaffenhofen verzichten muss, heißt laut Kunstmann nicht automatisch, dass die App eingestampft wird. Ganz im Gegenteil: „Wir arbeiten gemeinsam mit der Stadt an einer Lösung für die Zukunft.“

Wie Werner betont, werde derzeit „der Markt sondiert“ um einen Partner zu finden, der eine neue App mit modifiziertem Konzept entwickeln soll. Ins neue Konzept sollen die Erfahrungen einfließen, die die Kommune mit City Points gemacht hat. „Die App müsste vielfältiger sein als bisher“, meint der Stadtmanager. Kunstmann ist der Ansicht, dass die Präsentation der Unternehmen auf der Plattform „eine offenere Struktur“ aufweisen und mehr „Andock-Möglichkeiten“ bieten müsse – zum Beispiel Links auf die Internetseiten oder die Social-Media-Profile der Geschäfte.

„Wir haben im Kreis der Händler und Dienstleister einige Verbesserungswünsche formuliert“, berichtet Kunstmann, ohne ins Detail zu gehen. „Leider wurden diese vom bisherigen Partner nicht berücksichtigt.“ Die Firma City Points äußert sich auf Nachfrage unserer Zeitung weder zu den bisherigen Erfahrungen mit der „meinWOR“-App, noch zu den Gründen für das Ausscheiden aus dem Projekt. Auch Stadtmanager Werner hüllt sich darüber in Schweigen. „Während des Lockdowns wurde uns mitgeteilt, dass City Points das Angebot auslaufen lassen wird. Die Firma hat uns aber zugesichert, den Dienst bis zum 30. November fortzuführen.“ Das ist alles, was er zum Ende der Partnerschaft sagen möchte.

Die Kommune möchte zeitnah einen neuen Partner gewinnen, „mit einer langfristigen Betreiberstruktur“, wie Werner anfügt. Er geht davon aus, dass sich erneut ein Großteil der Wolfratshauser Geschäftsleute an dem Nachfolgemodell beteiligt: „Wir wollen die App so breit wie möglich aufstellen.“ Werner hält das „für alternativlos, wenn wir den Einkaufsstandort für die Zukunft aufstellen wollen“.

dst

Lesen Sie auch: Wolfratshausen digital neu entdecken: Die meinWOR.app bietet alle interaktiven Möglichkeiten

Wolfratshausen-App geht an den Start

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