Merkurdrome, Wolfratshauser Gewerbegebiet
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Mit Abstand und im Freien dürfen im Merkurdrome im Gewerbegebiet Künstler auftreten. Die Kommune unterstützt eine zweite Konzertreihe nun mit 4000 Euro.

Stadtrat bewilligt Zuschuss

4000 Euro für Stefan Eckardts „Merkurdrome“

Der Wolfratshauser Stadtrat unterstützt die Konzertreihe „Merkurdrome“ mit 4000 Euro. Das ist weniger als erhofft. Vorausgegangen war eine öffentliche Auseinandersetzung.

Wolfratshausen – Als ein Zeichen des guten Willens möchte Bürgermeister Klaus Heilinglechner die Unterstützung für die Initiative „Künstler back on stage“ im Merkurdrome verstanden wissen. Der ausschweifenden Diskussion im Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales war ein öffentliches Scharmützel vorausgegangen, das einigen Räten merklich sauer aufgestoßen war.

Merkurdrome-Betreiber Stefan Eckardt hatte den Kulturausschuss um zwei Finanzspritzen gebeten: einen in Höhe von 4000 Euro für eine Konzertreihe, die im Juli stattgefunden hatte. Eine zweite in Höhe von 8000 Euro für eine geplante Konzertreihe im Oktober. Für den Ausschuss stand fest: Die erste Runde wird nicht unterstützt. „Anträge auf Zuschüsse müssen sich auf die Zukunft, nicht auf die Vergangenheit beziehen“, begründete Dr. Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) diesen Schritt.

Gremium verärgert über die öffentliche Kritik

Auch im Hinblick auf die anstehende Veranstaltung bestand Klärungsbedarf. „Wirtschaftsförderung durch die Kommune ist nicht zulässig“, erklärte Kämmerer Peter Schöfmann. Der MerkurDrome ist kein gemeinnütziger Verein. „Mit der Initiative sollen aber Künstler unterstützt werden, die von der Corona-Pandemie gebeutelt sind“, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Das sei „ein sozialer Aspekt“, aber keine notariell verbriefte Gemeinnützigkeit. Wegen der besonderen Situation durch die Corona-Pandemie entschied sich der Ausschuss für eine Förderung des Projekts im Oktober. Kulturreferent Alfred Fraas erklärte, dass seine Fraktion sich „eigentlich nicht mehr öffentlich“ zu der Thematik äußern wollte – und nach der Vorbesprechung klar gegen eine Förderung gewesen sei. Nach der Diskussion im Ausschuss sei er aber bereit, „etwas dazuzugeben“. Statt der gewünschten 8000 werden 4000 Euro an die nicht gewinnorientierte Initiative „Künstler back on stage“ fließen, entschied der Ausschuss einstimmig.

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Ein Teil des Gremiums hielt mit seiner Verärgerung über die öffentliche Kritik von Eckardt nicht hinterm Berg. „Die Corona-Pandemie und die Initiative sind das eine“, meinte Rathauschef Heilinglechner. „Das Vorgehen ist das andere.“ Es dürfe nicht so laufen, dass derjenige, „der laut poltert und massiv auftritt“, auch etwas kriegt. Eckardt sprach, nachdem seine erste Bitte um Unterstützung und Werbung vom Kulturamt abgelehnt worden war, von einer „Ohrfeige“, das böse Wort „Stillstandshausen“ machte die Runde. „Das ist eine Form, die so nicht geht und nicht fair ist gegenüber der Stadt und anderen, die Kulturangebote schaffen“, betonte Heilinglechner.

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SPD/FDP-Fraktionssprecher Fritz Meixner gab ihm Recht: „Wenn wir uns schon entscheiden, etwas zu fördern, dann erwarte ich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die fängt damit an, wie man sich mit der Stadt abstimmt und einen Zuschussantrag aufsetzt.“ Dominik Stallein

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