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Prominenter Besuch: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (re.) dan kte am Samstagvormittag in Wolfratshausen Einsatzkräften der Weidacher Feuerwehr, der Bergwacht, der Straßenmeisterei und der Polizei für ihren unermüdlichen Kampf gegen die Schneemassen. 

Besuch in Bad Tölz und in Wolfratshausen

Ministerpräsident Söder dankt allen Einsatzkräften

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Der ranghöchste Bayer, Ministerspräsident Markus Söder, hat am Wochenende den Landkreis besucht und allen Helfern seinen Respekt ausgedrückt. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Einen medienwirksamen Besuch stattete Markus Söder am Samstagvormittag nach einer Pressekonferenz im Tölzer Landratsamt wegen des Katastrophenfalls im Landkreis der Straßenmeisterei in Wolfratshausen ab. Dort standen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weidach, der Bergwacht, des Bundeswehr-Zugs aus Mittenwald und der alpinen Einsatzgruppe der Polizei auf dem Dach des Betriebsgebäudes und schaufelten fleißig den Schnee hinunter. Das gemeinsame Räumen auf Kommando sollte dem Landesvater die gute Verzahnung sämtlicher Rettungsorganisationen symbolisch vor Augen führen. Außer Söder applaudierten den mit Gurten und Seilen gesicherten Männern in luftiger Höhe Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart, die Regierungspräsidentin von Oberbayern, Maria Els, sowie Landrat Josef Niedermaier und Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Im warmen Aufenthaltsraum wurden anschließend Hände geschüttelt und Dankesworte gesprochen. Ministerpräsident Söder lobte die Frauen und Männer, die seit Tagen im Dauereinsatz sind, für ihr Engagement. Der Freistaat habe 500 Polizisten zusätzlich zu den 5000 Helfern nach Südbayern geschickt. „Ich bin beeindruckt von der guten Zusammenarbeit Haupt- und Ehrenamtlicher“, stellte Söder fest.

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Polizeihauptkommissar Franz Schöttl, Leiter der Geretsrieder Dienststelle, erklärte, der hohe Besuch bedeute für ihn eine Wertschätzung der Arbeit vor Ort. Es sei bis dato alles reibungslos gelaufen. Seit der Katastrophenfall am späten Donnerstagabend ausgerufen worden sei, würden Organisation und Koordination der Einsatzkräfte noch besser funktionieren. Schöttl: „Wir sind hier im Landkreis in der Lage, so eine schwierige Situation zu bewältigen.“

Die Wolfratshauser Straßenmeisterei, die vom Staatlichen Bauamt in Weilheim unterhalten wird, war auch deshalb für den Termin ausgewählt worden, weil am Freitag wie berichtet der Fahrer eines Schneepflugs nahe Lenggries mit seinem Fahrzeug in die Isar abgerutscht war. Der 48-jährige Vater von zwei Kindern verstarb am Freitagnachmittag in einer Klinik in Innsbruck. „Er hat früher hier in Wolfratshausen gearbeitet. Ich kannte ihn“, sagte ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei am Samstag, der anonym bleiben möchte, am Rande der Veranstaltung. Der Job draußen auf den Straßen sei anspruchsvoll, im Winter wie im Sommer. „Ich bin jeden Tag froh, wenn ich gesund zurückkehre.“

In Geretsried warteten derweil am Samstagvormittag Bürgermeister Michael Müller, der Pressereferent der Kommune, Thomas Loibl, sowie ein Dutzend Einsatzkräfte vergeblich auf den Besuch des Ministerpräsidenten. Ursprünglich sollten Söder und Gefolge nämlich von Bad Tölz aus nach Geretsried fahren, wo das Dach der Isardamm-Grundschule freigeräumt wurde.

In der Kreisstadt standen Ministerpräsident, Verkehrsminister und Regierungspräsidentin sowie Landrat Josef Niedermaier und Kreisbrandrat Alfred Schmeide den zahlreichen Medienvertretern am Samstagmorgen Rede und Antwort. „Die Lage ist ernst, aber es gibt keinen Anlass zur Panik“, sagte Söder. Er sicherte weitere Hilfe zu, sollte diese vonnöten sein: „Dies ist eine gesamtbayerische Herausforderung. Ganz Bayern steht hier in der Solidarität.“

Landrat Niedermaier erklärte auf Nachfrage noch einmal, warum er sich dazu entschlossen habe, Donnerstagnacht den Katastrophenfall auszurufen. „Es ist eher ein verfahrenstechnisches Thema.“ Hunderte Menschen seien im Landkreis im Einsatz. „Das muss koordiniert werden.“ Im K-Fall gebe es zudem die Möglichkeit, überregional Hilfskräfte anzufordern und die Chance, dass die Kosten nicht an den Gemeinden oder dem Kreis hängen bleiben, „sondern die große Solidargemeinschaft die Kosten trägt“. Für den Landrat ist es nach dem Feuer am Falkenberg 2011 und dem Brand am Graseck/Jochberg 2017 der dritte Katastrophenfall in seiner elfjährigen Amtszeit. Durch das Ausrufen des K-Falls und dem schnellen Einsatz so vieler Kräfte „wird viel Schlimmeres häufig verhindert“, sagte Söder. Tanja Lühr/Veronika Ahn-Tauchnitz

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