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Die rund 350 000 Inhaber von MVV-Jahresabos erhalten in diesen Tagen die neue Chipkarte.

Öffentlicher Personennahverkehr

MVV-Tarifreform: Das ändert sich im Landkreis

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Die MVV-Tarifreform tritt am 15. Dezember in Kraft. Sie bringt vor allem Vorteile für Vielfahrer.

Bad Tölz-Wolfrathausen – Lange wurde davon geredet, jetzt tritt sie in Kraft: die große MVV-Tarifreform. Zum 15. Dezember wird vieles anders im öffentlichen Nahverkehr. Auch für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit seinen zwei S-Bahn-Haltestellen (Icking und Wolfratshausen), 13 MVV-Regionalbuslinien (plus Verstärkerlinien) sowie 227 Haltestellen ergeben sich Änderungen. Der MVV-Bereich endet in Tölz – zumindest im Moment. Die Ausdehnung auf den gesamten Landkreis ist geplant.

Norbert SpechtBereichsleiter Marketing beim MVV

„Das große Ziel war, den Nahverkehr einfacher und günstiger zu machen“, erklärte Norbert Specht, Bereichsleiter Marketing und Tarif beim MVV, bei einer Presserunde vor wenigen Tagen für die Außenredaktionen des Münchner Merkur. Dafür war es auch höchste Zeit. Das alte System mit 16 Ringen und diversen Zonen war dem Laien kaum mehr zu vermitteln. Jetzt gibt es nur noch die M-Zone sowie sechs Zonen um München herum. „Das Ganze ist jetzt deutlich aufgeräumter“, so Specht. Icking als nördlichste Gemeinde des Landkreises liegt in der Zone M2, Bad Tölz als südlichste Gemeinde in der Zone M5. Einen Sonderfall stellt Wolfratshausen mit seiner S-Bahn-Endstation dar. Sie liegt genau auf der Grenze zwischen Zone 3 und 4, dem sogenannten Überlappungsbereich. Das heißt: Die Loisachstadt kann von beiden angrenzenden Zonen ohne Zusatzkosten angefahren werden.

Auch das Vorhaben, die Preise günstiger zu gestalten, ist offenbar geglückt – dank eines Millionenzuschusses von Land, Landeshauptstadt und Landkreisen. „Insgesamt sind wir um sieben Prozent billiger geworden, bei einigen Zeitkarten sogar bis über 30 Prozent“, so Specht. Allerdings nicht für alle. Verlierer der Reform sind die, die nur hin und wieder fahren wollen. Die Einzelfahrkarte kostet ab 15. Dezember 3,30 statt 2,90 Euro. „Wir wollen schließlich, dass mehr Leute unser Angebot nutzen, dass sie sich an uns binden“, so Specht. Das macht sich schon bei der Streifenkarte bemerkbar, die viele Bürger für Busfahrten im Landkreis nutzen. Der Preis bleibt unverändert bei 14 Euro, was gegenüber der – verteuerten – Einzelfahrkarte einen Rabatt von 15 statt bisher vier Prozent bedeutet. Die alten Streifenkarten behalten bis Ende März ihre Gültigkeit.

In den Gemeinden außerhalb Münchens – also auch im Nordlandkreis – gilt jede Busfahrt innerhalb einer Gemeinde als Kurzstrecke – also ein Streifen. Apropos Streifenkarte: Eine große Neuerung bedeutet die „Streifenkarte U 21“ für junge Leute zwischen 15 und 20 Jahren. Der Preis: 7,70 Euro, also fast die Hälfte der normalen Streifenkarte. Einziger Haken: Bei ihr gibt es keine Kurzstrecke.

Neu ist auch die Isarcard 65. Anders als bei der IsarCard 60 gibt es keine Sperrzeiten mehr (Montag bis Freitag von 6 bis 9 Uhr), und sie gilt jetzt ab dem 65. Lebensjahr. Wer bereits eine IsarCard 60 im Abo besitzt, kann diese weiternutzen, die Sperrzeit bleibt aber bestehen. Für die Zeit des Übergangs gibt es ein paar Regeln. So können Streifenkarten sowie Einzelfahrkarten Kurzstrecke und Kind bis 31. März 2020 ohne Einschränkung genutzt werden. Nicht mehr gültig sind Einzelfahrkarten und Tagestickets. Der vollständige Restbetrag wird bis zum 31. März 2020 ohne Bearbeitungsgebühr erstattet, danach werden zwei Euro fällig. Und: „Wir haben die Kontrolleure angewiesen, am Anfang kulant zu sein“, so Specht.

Ob das 365-Euro-Ticket, von dem derzeit so viel die Rede ist, kommt oder nicht, entscheidet laut Specht die Gesellschafterversammlung am 6. Dezember. Der MVV würde dafür rund 30 Millionen Euro zusätzlich benötigen. Ob sich die Politik zu dieser Investition entschließen kann, ist offen.

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Die wichtigsten Infos für den Landkreis hat der MVV in einem Flyer zusammengefasst (Auflage: knapp 14 000). 4000 liegen in den Regionalbussen aus, weitere 10 000 wird das Landratsamt demnächst verteilen. „Wo und wie, entscheiden wir in den nächsten Tagen“, so Landratsamtssprecherin Marlis Peischer. Viele gehen auf jeden Fall in die Gemeinden.

Tarife berechnen

Unter www.mvv-muenchen.de/tarifreform können Fahrgäste den Tarifcheck nutzen. Dort wird nicht nur berechnet, wie teuer ab 15. Dezember eine Fahrt ist, sondern auch, ob sie billiger oder teurer geworden ist.

vu

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