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Eng geht es am Untermarkt zu - bisweilen auch für die Fußgänger.

Engstelle am Untermarkt

Nach dem Sturz eines Rentners: Straßenbauamt wird aktiv

Die schmalen Gehsteige in der historischen Markstraße sind ein ständiger Gefahrenherd. Nach dem Sturz eines Rentners, der mit seinem Rollator auf die B11 rutschte, kommt Bewegung in die Sache.

VON DOMINIK STALLEIN

Wolfratshausen – Hans-Joachim Kunstmann wohnt am Birnmühlplatz. Immer wieder beobachtet der Wolfratshauser lebensgefährliche Szenen am Untermarkt. Gerade auf dem Teilstück zwischen Bahnhofstraße und Birnmühlplatz ist der Gehweg auf beiden Seiten streckenweise sehr schmal. Erst am Dienstag verunglückte dort ein älterer Herr. „Weil der Bürgersteig so schmal ist, ist ein Rad seines Rollators heruntergerutscht“, berichtet Kunstmann. Der Senior stürzte und schlug mit dem Kopf auf dem Bordstein auf. Er fiel auf die Bundesstraße, wo er mit einer stark blutenden Wunde liegen blieb. „Zum Glück hat ein Autofahrer ihn gesehen und angehalten“, sagt Kunstmann. Wäre in diesem Moment aus der anderen Richtung ein Auto gekommen, hätte der Fahrer „keine Chance“ gehabt, dem Rentner auszuweichen.

Gefahrenstelle am Untermarkt: Hans-Joachim Kunstmann zeigt die Stelle, an der am Dienstag ein Rentner auf die B11 gestürzt ist. 

Gefahrenstelle am Untermarkt: Hans-Joachim Kunstmann zeigt die Stelle, an der am Dienstag ein Rentner auf die B11 gestürzt ist.

Es war nicht die erste brenzlige Situation an dieser Stelle. „Uns ist schon der Twin-Kinderwagen auf die Straße gestürzt, weil man damit auf dem Gehsteig keinen Platz hat“, erinnert sich Kunstmann. Im Bürgerbeteiligungsprozess zur Aufwertung der Altstadt hat er das Problem angesprochen. „Das wollte von den Moderatoren niemand so wirklich hören“, war sein Eindruck. „Ich musste sogar darauf drängen, dass das Thema überhaupt in der Ideensammlung notiert wird.“ Unbekannt ist das Problem den Behörden jedoch nicht. „Wir wissen, dass der Fußgängerweg an dieser Stelle sehr eng ist“, sagt Martin Herda vom Staatlichen Bauamt in Weilheim, das für die Bundesstraße zuständig ist. Unfälle mit Personen, die wegen des schmalen Gehwegs auf die Straße ausweichen mussten, sind ihm nicht bekannt. Dennoch möchte die Behörde Abhilfe schaffen. „Wir haben diese Stelle auf unserer Agenda.“ Bei der nächsten Verkehrsschau – die laut Herda in wenigen Wochen stattfinden soll – möchte man sich die Situation vor Ort anschauen.

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Leicht zu lösen wird das Problem nicht sein, weil die Verkehrsfläche insgesamt sehr klein ist. Eine zweispurige Bundesstraße benötigt eine Mindestbreite von 5,50 Metern, damit sich zwei Lkw begegnen können. Gehwege müssen 2,50 Meter breit sein, wenn sie neu angelegt werden. Es müssten also mindestens 10,50 Meter von Hauswand zu Hauswand zur Verfügung stehen, was hier nicht der Fall ist. Die Engstelle sei aus der Historie heraus entstanden, erklärt Herda. Eine Lösung könnte sein, die Fahrbahn dort nur einseitig zu öffnen – und so mehr Platz für den Gehweg zu schaffen. Konkret ist dieser Plan aber nicht. „Das muss mit den Verkehrsbehörden abgestimmt werden.“ Es sei fraglich, ob eine solche Einbahnregelung „auf einer Bundesstraße überhaupt denkbar ist“.

Anwohner Kunstmann ist schon mal zufrieden, dass man die Stelle zumindest in Augenschein nehmen möchte. Er hofft, dass eine Lösung gefunden werden kann. „Sonst muss man Angst haben, dass früher oder später etwas passiert“.

dst

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