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Die Hände zum Himmel: Mehrere hundert Faschingsfreunde feierten am Sonntag auf dem Marienplatz in der Wolfratshauser Altstadt.

Wolfratshausen narrisch

Sogar die Banane tanzt ausgelassen mit

Wolfratshausen - „Wolfratshausen narrisch“ hieß es am Sonntag zum zweiten Mal in der Altstadt. Die Mischung aus Auftritten und fetziger Musik zum Tanzen kommt offenbar gut an.

Vor 30 Jahren sollte Peter Steinberger unter Bürgermeister Erich Brockard die Faschingsgesellschaft „Narreninsel“ wiederbeleben. Das gelang dem städtischen Marktmeister ausgezeichnet. Inzwischen ist der einstige Faschingsmuffel Präsident des Landesverbands Oberbayern im Bund Deutscher Karneval und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Fasching wieder in die Loisachstadt zu bringen. Mit der zweiten Auflage von „Wolfratshausen narrisch“ ist er diesem Ziel am Sonntag ein Stück näher gekommen. Mehrere hundert Besucher tummelten sich im Lauf des Nachmittags in der Altstadt. Auf der Bühne am Marienplatz heizte „Bayern-Hans“ Hans Ketelhut mit beliebten Schlagern und frechen Sprüchen die Stimmung an. „Die Hände zum Himmel“, animierte er das Publikum. Superwoman, Scheich, Kapitän, Mietzekatze und ein als Banane verkleideter junger Mann folgten der Aufforderung nur zu gerne und tanzten ausgelassen zu dem gleichnamigen Hit. Manche Besucher waren nur mit einem Blumenhut oder einer pinken Perücke als Maskerade gekommen. Spaß hatten sie alle. „Super, dass sich mal was rührt in der Stadt“, sagten Jutta und Peter Heppner aus Wolfratshausen. Die beiden waren früher selbst 15 Jahre lang bei der Narhalla Hohenschäftlarn aktiv und genossen es jetzt, den Auftritten der verschiedenen Gilden zuzuschauen. Allen voran die Münchner Narhalla mit dem Prinzenpaar Andrea II. und Christian II. Unter dem Motto „Zirkus, Zirkus“ legten sie und ihre Garde eine tolle Show mit Clowns, Akrobaten und Löwen hin. Es folgten der Kirchheimer Narrenrat und als krönender Abschluss kurz vor Einbruch der Dunkelheit die Wolfratshauser Narreninsel. Die Urzeln der Siebenbürger Sachsen aus Geretsried trieben mit ihren Peitschen, Rasseln und Kuhglocken den Winter, der ja eigentlich keiner war, aus. „Vielleicht sollten wir ihn lieber anlocken“, meinte Zunftmeister Horst Wagner. Maria und Felix Wagner schwangen Hula-Hoop-Reifen, auf deren Innenseiten sie gefüllte Weingläser balancierten. Bürgermeister Klaus Heilinglechner im Seppl-Gewand ließ sich von zwei jungen Damen des Elferrats der Münchner Narhalla auf die Bühne geleiten, um dort vor Prinzessin Andrea niederzuknien und einen Faschingsorden entgegenzunehmen. Anschließend gab’s ein Küsschen links und ein Küsschen rechts von der blonden Schönheit. „Darauf hat er sich schon die ganze Zeit g’freut“, feixte Ketelhut. Besucher Stefan Pszolla nannte die Mischung aus Auftritten und der Gelegenheit, ratschen und tanzen zu können, gelungen. „Früher war die ganze Marktstraße beim Faschingstreiben voller Narren“, erinnert sich der Wolfratshauser. Vielleicht entwickle sich die Veranstaltung unter der Federführung von Peter Steinberger ja wieder zu einem Magneten für die Narren aus nah und fern.

tal

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