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Saubere und fließende Übergänge zwischen den Gangarten: In der Aachener Soers reitet Manuela Monn auf Grizoom zum deutschen Meistertitel in der Western-Disziplin Ranch Riding. 

Pferdesport

Nervenstarke Reiterin aus Wolfratshausen in der Show-Arena

Die Wolfratshauserin Manuela Monn wird in Aachen Deutsche Meisterin in der Western-Disziplin Ranch-Riding. 

Wolfratshausen – Manche Menschen schmücken ihr Wohnzimmer mit Fotos und Gemälden. Die Zimmerwände von Manuela Monn erzählen auf andere Weise eine beeindruckende Erfolgsgeschichte: Sie sind mit Turnierschleifen in allen Farben bedeckt. Seit einigen Jahren tritt die Western-Reiterin in Shows auf, vor zwei Jahren wagte sie sich zum ersten Mal auf ein internationales Turnier. Nun hat die 29-Jährige ihren bisher größten Erfolg errungen. Mit ihrem Pferd Grizoom ist sie in Aachen Internationale Deutsche Meisterin geworden.

Zeit auf dem Pferderücken verbringt die Wolfratshauserin seit ihrem achten Lebensjahr. „Ich habe mit der klassischen Reitweise begonnen und bin in Dressur und Springen einige Turniere gegangen“, erzählt sie. Das englische Reiten habe ihr aber schon bald keine Freude mehr bereitet. „Die Leute waren ziemlich unentspannt.“ Mehr oder weniger zufällig gelangte sie zum Western-Reiten, den Wechsel hat sie nicht bereut. „Ich habe nun mehr Möglichkeiten, mehr Abwechslung“, sagt sie. Als Monns Karriere Fahrt aufnahm und sie auch auf Turnieren jenseits der deutschen Grenzen startete, machte die ehemalige Zahnarzthelferin ihr Hobby zum Beruf. Seitdem ist sie professionelle Turnierreiterin und Trainerin für Tier und Mensch.

Um in Aachen ins Finale ihrer Disziplin „Ranch Riding“ zu kommen, mussten Monn und ihr fünfjähriger Quarter-Horse-Hengst in den Vorrunden vier Richter für sich gewinnen. Am dritten Tag qualifizierte sich das eingespielte Duo fürs Finale. „Insgesamt war ich anderthalb Wochen in Aachen. „In dieser Zeit bin ich auch andere Prüfungen geritten“, erklärt die Reiterin.

Beim Ranch Riding wird das Augenmerk auf Bewegungen, Haltung und Brauchbarkeit eines Arbeitspferdes gelegt, heißt es auf der Website der Deutschen Quarter Horse Association (DQHA). Darüber hinaus bewerten die Richter die Reaktionsschnelligkeit des Pferdes sowie saubere und fließende Übergänge zwischen den Gangarten. Ross und Reiter müssen „Patterns“, also Bahnfiguren, vorstellen, die ihnen vom Veranstalter vorgegeben werden. „Die Aufgaben für dieses Turnier habe ich fünf Tage vorher erhalten“, sagt Monn.

Den Wettkämpfen, in denen das Duo wenige Minuten lang Höchstleistung erbringen, gehen unzählige Trainingsstunden voraus. Mit Grizoom, den die Wolfratshauserin seit Dezember letzten Jahres besitzt, trainiert sie fünf Mal pro Woche. Minimum. Da sie ihren Sport zum Beruf gemacht hat, ist sie oft den ganzen Tag im Stall. Um im Turniersport erfolgreich zu sein, müssen Ross und Reiter gewisse Qualitäten mitbringen. „Beide müssen nervenstark sein und großem Druck standhalten können“, führt die Deutsche Meisterin aus. Auch zahle es sich aus, flexibel zu sein und neue Umstände schnell zu akzeptieren. “Ich investiere viel Zeit, Geld und Nerven“, sagt die Wolfratshauserin und lacht.

Denn während hinter manchen Turnierreitern große Helferteams stehen, ist Monn meistens allein unterwegs. Die Fahrt mit Pferdeanhänger, die Organisation und Versorgung des Pferdes vor Ort, all das stemmt Monn alleine. Zumindest fast: „Meine Trainerin, die gleichzeitig Vorbesitzerin meines Pferdes ist, stand mir in Aachen zur Seite.“ Daheim ist Monn „ihren Leuten im Hintergrund“ besonders dankbar. Dazu zählen Hufschmied, Tierarzt und Physiotherapeut. Sie machen die Teilnahme an Wettkämpfen erst möglich.

Die große Show-Arena durfte sie beim Abreiten, also Aufwärmen, kennenlernen. „Das war auch gut für Grizoom, der all den Trubel super gemeistert hat“, so Monn. Den entscheidenden Ritt aufs Siegertreppchen absolvierte das Paar spätabends bei Flutlicht. „Das war wunderschön“, erinnert sich die 29-Jährige. Mit ihrem Sieg und dem Meistertitel „International DQHA Champion“ hat Monn überhaupt nicht gerechnet. „Ich hatte mir keine Chancen ausgemalt, immerhin standen große Trainernamen auf der Starterliste.“ Dieser Erfolg ermuntert die Western-Reiterin, größere Herausforderungen anzupacken: In der nächsten Saison möchte sie in zusätzlichen Disziplinen und – als Krönung – bei der Europameisterschaft starten.

Leonora Mitreuter

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