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Feierliche Eröffnung des neuen Busübergangs in Waldram: Das weiße Band an den Kanalbrücken-Pollern trennten (v. li.) die Stadträte Helmuth Holzheu, Peter Ley, Manfred Menke, Alfred Fraas, Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller, Dr. Hans Schmidt, die Bauamtsmitarbeiter Wolfgang Mucha und Andreas Seibt sowie Renate Tilke. 

Nervenkitzel auf Jungfernfahrt

Wolfratshausen: Neue Stadtbuslinie eröffnet

Wolfratshausen – Seit Montag gilt die neue Linienführung des Stadtbusses. Vorher testeten die Projektbeteiligten die Rundkurse. Der Münchner Verkehrsverbund (MVV) spricht von einem „Quantensprung“.

400 000 Euro kosteten die Baumaßnahmen unterm Strich, die für die neue Linienführung des Stadtbusses notwendig waren. Besonders die Ausrüstung der Brücke über den Loisach-Isarkanal kostete viel Geld: rund 260 000 Euro.

Da der Bus die Ortsteile Farchet und Waldram direkt verbindet, muss die Brücke, die für den Verkehr gesperrt bleibt, für das Angebot geöffnet werden. Damit kein Autofahrer das Bauwerk als Abkürzung benutzen kann, wurden auf beiden Zufahrten Poller installiert. Wenn sich der Bus nähert, betätigt der Fahrer ein Funksignal – die Absperrungen verschwinden im Boden. So die Theorie. „Wir haben gerade erfahren, dass die Funksteuerung der Poller nicht funktioniert“, kündigte Bauamtsmitarbeiter Wolfgang Mucha kurz vor dem Start der prominent besetzten Testfahrt am Sonntag an. Und das, obwohl die Absperrung bislang funktioniert hatte. „Wir haben das gefühlt 50 Mal getestet“, sagte Mucha. An der kalten Witterung dürfte das Problem nicht gelegen haben. Denn: „Die Absperrung ist beheizt“, erklärte Mucha. Voll besetzt fuhr der mit Girlanden und Plakaten geschmückte Bus trotzdem gegen 14 Uhr am Marienplatz ab.

Erster Halt: Der neue Durchstich an der Badstraße. Die vier Arbeitskreis-Mitglieder Alfred Fraas (CSU), Peter Ley (Bürgervereinigung), Manfred Menke (SPD) und Dr. Hans Schmidt (Grüne) erklärten unterwegs Details zur neuen Linienführung. Menke und Schmidt erinnerten daran, dass sich das Straßenbauamt ursprünglich gegen den Stich ausgesprochen hatte. Der Bus muss an dieser Stelle wenden – die Behörde hatte daher auf einen Kreisverkehr bestanden. „Wir konnten sie aber mit vernünftigen Argumenten überzeugen“, erklärte Menke. Nun fährt der Bus auf die Badstraße ein und gelangt durch den Stich zurück auf die Äußere Beuerberger Straße. Der kleine Weg ist nur für den Bus zugelassen. Auch hier soll ein Poller hingebaut werden. Bis dahin weist nur ein Verkehrszeichen darauf hin, dass die Ausfahrt nicht für den Pkw-Verkehr gedacht ist.

Weiter ging es über die Haltestelle an der Zugspitzstraße. „Diese Haltestelle haben wir geschaffen, damit die Wolfratshauser mit dem Stadtbus bequem zum Einkaufen fahren können“, erklärten die Initiatoren. Von dort ging es weiter über die B 11 nach Waldram. Einen Abstecher machte der Bus an der Grund- und Mittelschule. „Es wäre wünschenswert, dass nun weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen“, sagte Menke. Um den Kindern und Jugendlichen das Angebot zu zeigen, plant Schmidt Testfahrten mit einigen Schulklassen.

Der Bus steuerte danach auf die Brücke zu. Bei den Fahrgästen stieg die Anspannung. Dann folgte die Entwarnung: Der Busfahrer drückte den Knopf – und die Poller senkten sich. Die Passagiere applaudierten. Allerdings war der Bus nicht schnell genug. Die Poller auf der anderen Brückenseite hoben sich wieder, bevor der Bus sie überqueren konnte. Die Zeitschaltung war noch zu knapp eingestellt. Bauamtsmitarbeiter Andreas Seibt musste mit einem Spezialschlüssel helfen.

„Wir alle wünschen uns, dass das neue Angebot gut angenommen wird“, sagte Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD). Wenn viele Wolfratshauser in den Stadtbus einsteigen, würde sich die Verkehrssituation entspannen. Außerdem könne die Stadt so aktiv am Klimaschutz mitwirken.

„Je mehr Menschen mitfahren, umso weniger CO2 wird im Straßenverkehr verbraucht“, erläuterte Hans Schmidt. Dafür habe die Arbeitsgruppe auch an den Taktzeiten des Angebotes gearbeitet. Zwischen 6 und 9 Uhr, sowie von 16 bis 19 Uhr fährt der Bus im 20-Minuten-Takt. Dazwischen und bis 21 Uhr gilt ein 40-Minuten-Takt.

Von Dominik Stallein

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