Isarkaufhaus Wolfratshausen
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Hinter dem ehemaligen Isarkaufhaus, das derzeit bekanntlich eine Baustelle ist, könnte ein Parkhaus für 150 bis 200 Autos entstehen, findet Helmut Forster.

Wolfratshauser Liste schlägt neuen Standort vor

Parkhaus hinter dem Ex-Isarkaufhaus?

Viele Standorte für ein Parkhaus haben sich zerschlagen. Jetzt bringt Ex-Bürgermeister Helmut Forster einen neuen Standort ins Spiel: Hinter dem ehemaligen Isarkaufhaus.

  • Die Suche nach Parkplätzen gestaltet sich in Wolfratshausen bekanntlich schwierig.
  • Aus vielen Ideen für Parkhäuser ist nichts geworden.
  • Jetzt nennt die Wolfratshauser Liste einen möglichen neuen Standort.

Wolfratshausen – Der Stadt geht es bei ihren Planungen wie manchem Autofahrer in der Innenstadt: Auf der Suche nach Parkplätzen drehen die Stadträte gerade eine Schleife. Die Gründe: Gegen das geplante Parkhaus am Paradiesweg hat ein Anwohner eine Klage eingereicht. Die Investoren-Pläne, am Hatzplatz ein mehrstöckiges Parkhaus zu bauen, haben sich komplett zerschlagen. Und die Stadtratsfraktionen vertreten äußerst unterschiedliche Positionen. Eine Gruppierung bringt nun eine neue Idee ins Spiel.

Die Grünen bezweifeln die Notwendigkeit neuer Parkplätze

Ob das Parkhaus am Paradiesweg wie geplant errichtet werden und Platz für 150 Autos bieten kann, steht wegen der Klage in den Sternen. „Sollte es aber gebaut werden, haben wir ausreichende Parkmöglichkeiten in der Nähe der Altstadt“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Peter Lobenstein. Der Kopf der sechsköpfigen Fraktion hat während seiner Fahrten durch die Stadt beobachtet, „dass in den allermeisten Fällen einige Parkplätze frei sind“. Höchstens bei großen Veranstaltungen oder Märkten stoße die Infrastruktur an ihre Grenzen. Für den Hatzplatz hat die Grünen-Fraktion andere Pläne als ein „Blechlager“ zu errichten – so nannte Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth die Pläne. „Im Zuge der Westuferumgestaltung möchten wir den Fokus auch auf den Hatzplatz richten“, sagt Lobenstein „und den Platz hübsch gestalten“.

Die SPD will das große Ganze betrachten

SPD-Sprecher Fritz Meixner legt sich im Gespräch mit unserer Zeitung ebenfalls nicht fest, ob und wie viele neue Stellflächen auf diesem Areal errichtet werden sollen. „Wir werden definitiv Planungen zum Hatzplatz anstellen – unabhängig von der Parkplatzsituation.“ Das sei parteiübergreifender Konsens. Mit dem geplanten Parkhaus am Paradiesweg, zusätzlichen Stellflächen, die im Zuge des Bauprojekts am ehemaligen Isar-Kaufhaus entstehen und der Überlegung, eine Tiefgarage an der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg zu errichten, „tut sich bereits etwas“. Meixner möchte die Thematik „in der Gesamtheit betrachten“, statt Stückwerk an einzelnen Flächen zu betreiben.

Die Bürgervereinigung pocht auf neue Stellplätze

Als notwendig betrachtet Bürgervereinigungs-Sprecher Josef Praller die Schaffung von zusätzlichen Stellplätzen. „Das ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen.“ Die „große Lösung“, die seiner Gruppierung am Hatzplatz vorschwebte, habe sich zwar für den Moment in Luft aufgelöst, das ändere aber nichts an der Notwendigkeit: „Der Ist-Zustand reicht nicht. Wir müssen uns daran machen, eine tragfähige Lösung zu finden, mit der wir mehr Flächen schaffen.“ Den Hatzplatz sieht er weiterhin als ideale Immobilie dafür: „Dort ist seit Jahren vorgesehen, weitere Stellplätze zu errichten, und man ist quasi direkt in der Marktstraße.“ Wie groß der Neubau ausfallen könne, „das ist Verhandlungssache“. Für Praller steht jedoch fest, „dass wir an dieser Stelle relativ bald Pläne umsetzen könnten, die wir an anderen Plätzen erst aufstellen müssten“.

Ex-Bürgermeister Helmut Forster

Ein Ortswechsel schwebt Helmut Forster vor. Der Chef der Wolfratshauser Liste bringt ein neues Areal ins Gespräch: Hinter dem Neubau am Untermarkt 7-11, dem ehemaligen Isar-Kaufhaus, „könnte ich mir ein Parkhaus mit Platz für 150 bis 200 Autos gut vorstellen“. Die Vorteile liegen für Forster auf der Hand: „Die Fläche wäre direkt an der Marktstraße, wo die Leute zum Einkaufen hin wollen.“ 60 Prozent der Geschäftsumsätze seien abhängig vom Autoverkehr – „eine zentrale Stelle wäre also ideal“. Diese Überlegung müsse man natürlich mit dem Investor des Grundstücks im Herzen der Altstadt absprechen, „aber wenn man das in die Tat umsetzen möchte, gäbe es verschiedene Möglichkeiten einer Kooperation“. Für Forster steht fest, dass sich in der Parkplatzfrage etwas tun muss: „Wir brauchen eher mehr als weniger Parkplätze – und trotzdem werden immer wieder Stellplätze vernichtet.“ Er spielt damit unter anderem auf die Sauerlacher Straße an. Im Zuge der Anlage eines Radschutzstreifens wurden einige Parkplätze von der Kommune gesperrt.

CSU-Fraktionschef Peter Plößl möchte sich noch nicht in die Karten schauen lassen. „Wir werden das Thema in der Fraktion besprechen“, sagt er. Derzeit gelte es zunächst, den Ausgang des Verfahrens am Paradiesweg abzuwarten. „Wir werden diskutieren, was wir darüber hinaus machen können und müssen.“ dst

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