Vertreter der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen stehen vor der Loisachhalle
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„Wir sind sehr zufrieden“: Die DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen um ihren Vorsitzenden Robert Klingel (6. v. li.) hatte sich in den vergangenen Monaten für den Bau eines Lehrschwimmbads an der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg stark gemacht. Der Stadtrat entschied am Mittwochabend in der Loisachhalle einstimmig: Das neue, fast vier Millionen Euro teure Bad wird gebaut.

DLRG-Chef Klingel: „Sehr zufrieden“

Würfel in Wolfratshausen gefallen: Wasserretter haben Grund zur Freude

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Der Stadtrat hat am Mittwoch einen Beschluss gefasst, der Wasserretter positiv stimmt. Der Vorsitzende der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen ist „sehr zufrieden“.

  • Rolle rückwärts: Die Fraas-Schule ist vom Tisch
  • Baukosten für Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg bei 43 Millionen Euro
  • Geplant ist auch die Errichtung eines Lehrschwimmbads

Wolfratshausen – „Jetzt kann’s weitergehen“, stellte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) fest: Der Stadtrat hat den im November gefassten Beschluss, das Schulbau-Konzept von Kulturreferent Alfred Fraas (CSU) hinsichtlich dessen Machbarkeit prüfen zu lassen, in seiner Sitzung am Mittwochabend in der Loisachhalle mit 24:0 Stimmen aufgehoben. Diese Entscheidung hatte der Rathauschef gegenüber unserer Zeitung bereits vor der Sitzung angedeutet (wir berichteten). Der Prüfauftrag, der Anfang Februar an das Büro Seitz und Müller Projektmanagement in Planegg gegangen war, wird zurückgezogen. Fraas selbst sagte in der Sitzung nichts zu dem Thema.

Den Antrag, das von Fraas im Alleingang erarbeitete Konzept für die Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg von Experten unter die Lupe nehmen zu lassen, hatten im November die CSU und die Fraktion der Wolfratshauser Liste gestellt. Er war mit 13:12 Stimmen befürwortet worden. CSU-Fraktionschef Peter Plößl erklärte am Mittwoch die Rolle rückwärts: „Bis die Ergebnisse aus der vertiefenden Überprüfung des alternativen Konzepts belastbaren Charakter annehmen können, ist ein Zeitfenster von zwei Jahren realistisch.“ Aufgrund der rasant steigenden Schülerzahlen sei deutlich geworden, „dass wir viel schneller Räumlichkeiten benötigen“.

Die Fraas-Schule ist vom Tisch

Diese Erkenntnis ist aber nicht neu. Rathauschef Heilinglechner sowie der Schulreferent des Stadtrats, Fritz Meixner (SPD), und Rektor Frank Schwesig hatten schon im vergangenen Jahr immer wieder auf die akute Raumnot hingewiesen. Plößl zog das Fazit: „In Anbetracht der Dringlichkeit der notwendigen Schulerweiterung und um dieses Projekt zügig und zeitnah realisieren zu können“, stelle er den Antrag, auf die Prüfung des Vorschlags seines Parteifreunds Fraas zu verzichten. Ohne weitere Diskussion hoben alle Stadträte ihre Hand – die Fraas-Schule ist vom Tisch.

Somit geht das Mammutprojekt unter Federführung des Münchner Architekturbüros „karlundp“ weiter. Mit einer überarbeiteten Vorentwurfsplanung rechnet Thomas Wenig, Architekt im Rathaus-Referat Bauen & Liegenschaften, in etwa drei Wochen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten haben die Stadträte am Mittwoch um rund 16 Millionen auf etwa 43,4 Millionen Euro (Kostenschätzung) gedrückt. Verzichtet wird bei der Sanierung beziehungsweise Erweiterung zum Beispiel auf eine Hausmeisterwohnung sowie eine Tiefgarage. Letztere hätte knapp 2,8 Millionen Euro gekostet. Da die ursprünglich beschlossene, zeitfressende Prüfung des Fraas-Entwurfs verworfen worden ist, kann auf Interimslösungen, das heißt, Unterrichtscontainer, verzichtet werden. Die wären laut „karlundp“ mit gut 5,6 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Abgespeckt wird darüber hinaus an der Eingangshalle und der Aula sowie an diversen „Qualitäten“. Das mindert die Baukosten in Summe um weitere rund drei Millionen Euro.

Lehrschwimmbad soll für vier Millionen Euro errichtet werden

Fest hält man laut einstimmigem Beschluss an der Errichtung eines fast vier Millionen Euro teuren Lehrschwimmbads. „Sehr zufrieden“ mit dieser Entscheidung zeigte sich nach der Sitzung Robert Klingel, Vorsitzender der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen. Zahlreiche Wasserretter hatten sich in Einsatzkleidung vor der Loisachhalle versammelt, um ein Zeichen für den Bau eines Bads zu setzen. Wie berichtet hatte die DLRG ein Bündnis mit dem Elternbeirat der Grund- und Mittelschule, der Volkshochschule und der Reha-Sport-Gemeinschaft Wolfratshausen geschmiedet und mit Nachdruck auf die Notwendigkeit eines Lehrschwimmbads hingewiesen. Denn: „Die Kapazität des neuen interkommunalen Hallenbads in Geretsried wird bei Weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken“, so Klingel. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte der DLRG-Chef aber betont, dass es das neue Bad nicht zum Nulltarif geben werde: „Ein angemessener und fairer Beitrag für die Nutzung des Lehrschwimmbeckens ist unumgänglich. Das war bisher im Ascholdinger Bad so – und wird auch in Zukunft so sein.“

Noch nicht in Stein gemeißelt ist die Entscheidung des Rats, dass die bestehende Aula nicht abgerissen, sondern lediglich saniert wird. Die Sanierung ist zwar gut 2,8 Millionen Euro günstiger als ein Neubau, hätte aber Nachteile. Ein Beispiel: Die Schülerzahl steigt, die existierende Aula ist zu klein. Rudi Seibt (Grüne) rang Rathauschef Heilinglechner deswegen die Zusage ab, dass das Thema Aula noch einmal auf die Tagesordnung kommt. Da die Auftragsvergabe „modular“ erfolge, so der Bürgermeister, könne hier und da immer noch etwas ergänzt beziehungsweise verändert werden. Das hänge aber auch davon ab, wie’s künftig um den Stadtsäckel bestellt sei.

Gebaut wird auf jeden Fall der „Grundschul-Satellit“, wie ihn Bürgermeister Heilinglechner nennt. Das bedeutet: Obwohl der Grundschulstandort Weidach laut Stadtratsbeschluss erhalten bleibt, werden am Hammerschmiedweg vier zusätzliche Klassenzimmer für Grundschüler geschaffen. 633 000 Euro lässt sich die Kommune diese „Integrationsmöglichkeit“ (Heilinglechner) kosten. Mit Blick auf die Prognose der Schülerzahlen sei es wichtig und richtig, die vier Räume zu bauen, so der einhellige Tenor im Stadtrat. (cce)

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