Bereits am 18. Dezember ist der letzte Schultag. In schwierigen Fällen soll es eine Notbetreuung geben. Foto: dpa
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Bereits am 18. Dezember ist der letzte Schultag. In schwierigen Fällen soll es eine Notbetreuung geben.

Verlängerte Weihnachtsferien

So läuft die Notbetreuung an den Schulen

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Stand jetzt wird Bayern die Schüler am 18. Dezember vorzeitig in die Weihnachtsferien schicken. Für die Notbetreuung am Montag und Dienstag laufen die Vorbereitungen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Freistaat gibt es heuer verlängerte Weihnachtsferien, die Schulbank muss nur bis inklusive Freitag, 18. Dezember, gedrückt werden. Hintergrund ist das Bestreben der Staatsregierung, die Kontakte zu reduzieren und die Ausbreitung von Corona weiter einzudämmen. Für Montag, 21., und Dienstag, 22. Dezember, wird an den Schulen lediglich eine Notbetreuung eingerichtet.

Doch wie schaut die aus? Wie Ute Hübner vom Staatlichen Schulamt in Bad Tölz erläutert, richtet sich dieses Angebot an Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6. Der Kreis der Eltern, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen dürfen, ist begrenzt. Es handelt sich um Erziehungsberechtigte, die an diesen Tagen von ihrem Arbeitgeber nicht freigestellt werden können, die in der kritischen Infrastruktur tätig sind oder sonst dringenden Betreuungsbedarf darlegen können. „Die konkrete Umsetzung erfolgt an den jeweiligen Schulen je nach Bedarf.“

Die Notbetreuung ist wirklich nur für Notfälle

Die Notbetreuung dauert so lange, wie die regulären Unterrichtszeiten dauern würden. Nach Möglichkeit sind die Notbetreuungsgruppen nach Klassen getrennt einzurichten, um eine Kontaktreduktion zu ermöglichen. Von selbst versteht sich, dass die Notbetreuung nicht geleistet werden kann, wenn das Gesundheitsamt über Schüler Quarantäne verhängt hat. „Das würde dem Ziel der Quarantänemaßnahme zuwiderlaufen“, so Hübner. Und: „Der Rahmenhygieneplan Schulen gilt auch für die Notbetreuung.“ Sprich: Abstände- und Hygienemaßnahmen sind an diesen Tagen wie an allen anderen Schultagen verpflichtend.

Gemischte Gefühle bei den Eltern

Die Schulen zwischen Isar und Loisach sind derzeit damit beschäftigt, den Bedarf zu ermitteln. So etwa die Grundschule Egling. „Im Moment können wir noch nicht sagen, wie viele Kinder tatsächlich an den beiden Tagen die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen“, berichtet Leiterin Sigrid Prommer. „Auf jeden Fall werden wir bei der Organisation der Notbetreuung auf eine Kontaktreduktion achten. Das bedeutet, dass wir vermutlich die Gruppen nach Klassen getrennt einrichten und nur dann Jahrgangsgruppen bilden, wenn es die entsprechend geringe Anzahl der zu betreuenden Kinder zulässt.“ Genaueres lässt sich erst planen, sobald die exakten Zahlen vorliegen. Die gute Nachricht: Das Team der Mittagsbetreuung „hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, die Betreuungszeiten am Montag und Dienstag aufrecht zu erhalten“. Dazu ist die Mittagsbetreuung, im Gegensatz zur Schule, nicht verpflichtet.

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Unter den Eltern herrschen gemischte Gefühle. So im Elternbeirat der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg in Wolfratshausen. „Alles in allem ist es eine gute Idee, jedoch in der Umsetzung nicht für alle so leicht“, meint Carmen Gröbmair-Jonas stellvertretend für das Gremium. Die Verlängerung biete die Chance, dass manche Familien zusammen Weihnachten verbringen könnten. Aber: „Für doppelt Berufstätige, die den Jahresurlaub aufgebraucht haben, ist es eine zusätzliche Herausforderung.“ Wenig sinnvoll wäre es, wenn sich alle Kinder von berufstätigen Eltern doch wieder in der Notbetreuung treffen. „Worin besteht dann der Sinn der Schließung?“, fragt Gröbmair-Jonas. Den Zweck der verlängerten Weihnachtsferien konterkarieren würde es, wenn die Eltern gezwungen sind, die Kindern von den Großeltern oder anderen Eltern mitbetreuen zu lassen.

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