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Bleibt ein Problem: Die Wohnungsmieten in Wolfratshausen und Umgebung können immer weniger Frauen und Männer bezahlen.

„Eine Katastrophe“

Obdachlosenbeauftragte schlägt Alarm: Wohnungsnot erreicht Polizisten und Erzieher

Selbst in Wolfratshausen werden die Mieten und die Wohnungsnot immer brutaler: Bereits jetzt sind Berufe wie Polizisten und Erzieherinnen betroffen.

Wolfratshausen– Nicht jeder kann mit den Mietpreissteigerungen Schritt halten. In Wolfratshausen sind immer mehr Menschen von Obdachlosigkeit bedroht – oder schon de facto ohne eine Bleibe. Die Obdachlosenbeauftragte Ines Lobenstein schlug in ihrem Jahresbericht im Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales Alarm.

Längst ist nicht mehr alleine das klassische Klientel betroffen. „Selbst Polizisten, Krankenschwestern, Pfleger und Erzieherinnen finden keine bezahlbaren Wohnungen mehr“, sagte Lobenstein. 

Viele Menschen müssten mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete ausgeben. „Da bleibt zum Leben nicht mehr viel übrig. Die Wohnungsnot greift tief in das Leben von Familien, alten und einkommensschwachen Menschen ein.“ 

Lobenstein bezeichnet die Situation als „Katastrophe. Wer normal verdient, dem geht es auf dem Wohnungsmarkt nicht gut.“ Das zeige sich auch daran, dass 220 Haushalte im vergangenen Jahr die Beratung der Caritas besuchten. 

In sieben Fällen ordnete das Amt Zwangsräumungen an. In den Notunterkünften leben derzeit 25 Personen. „Es fehlen ganz einfach Wohnungen“, stellte Lobenstein fest. „Das war vergangenes Jahr so, das ist dieses Jahr so und das wird auch nächstes Jahr so sein.“

Die Obdachlosen sind in der Loisachstadt in drei Immobilien untergebracht. An der Münchner Straße im Haus Schlickenrieder fanden 2018 insgesamt 20 Menschen vorübergehend eine Bleibe. Derzeit leben fünf Personen in einer Wohnung am Steghiaslweg, die die Stadt anmietete. Auch im ehemaligen Krankenhaus an der Sauerlacher Straße 15 nutzt die Kommune vier Wohnungen für Obdachlose – derzeit leben dort acht Personen.

Die müssen allerdings in Kürze ausziehen. Wie berichtet plant die Kommune, die Maro-Genossenschaft mit der Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes zu beauftragen. Die Immobilie muss vorher geräumt werden. Eine große Herausforderung für Lobenstein und ihre Mitstreiter: „Hier leben Menschen, die äußerst schwer zu vermitteln sind.“ Bewohner mit sozialen und psychischen Problemen hätten es noch schwerer, eine Wohnung zu bekommen.

Ebenfalls interessant zum Thema: Hat Gemeinde so entschieden: Mieter müssen nach 20 Jahren raus aus ihren Wohnungen

Eine Lösung für das Problem zu finden, wird laut Lobenstein in den kommenden Jahren nicht leichter. Einige Sozialwohnungen fallen aus der gesetzlichen Bindung, und die Eigentümer dürfen die Mietpreise frei festlegen. Außerdem rechnet Lobenstein mit einem weiteren Zuzug. Nicht zu vergessen: „Es gibt Unternehmen, die Menschen aus dem Ausland anstellen und ihnen für die ersten Wochen eine Betriebswohnung zur Verfügung stellen.“ Müssen die Arbeitskräfte ausziehen, „stehen sie erst einmal auf der Straße“.

Rathauschef Klaus Heilinglechner dankte der Obdachlosenbeauftragten für ihren Einsatz. Den Gordischen Knoten durchschlagen könne die Kommune nicht: „Die Stadt baut zwar Wohnungen, aber wir werden den Bedarf nie aus eigener Kraft decken können.“

dst

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