Flößerstadt besonders betroffen

Heftige Schäden: Schweres Unwetter trifft Region Wolfratshausen erneut mit voller Wucht

  • Katharina Haase
    VonKatharina Haase
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Über Oberbayern haben sich in der Nacht zum Dienstag heftige Unwetter entladen. Besonders schlimm traf es Wolfratshausen, südlich von München. Droht dort heute ein ähnliches Szenario?

Update von Dienstag, 22. Juni, 15.57 Uhr: Erst am Montag, 21. Juni, wurde Wolfratshausen von einem heftigen Unwetter heimgesucht. Droht der Flößerstadt bereits heute wieder ähnliches?

Gewitter ziehen auf: DWD warnt erneut vor schweren Unwettern - Sirenenalarm in Wolfratshausen

Ein Blick auf die Homepage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt: Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gilt erneut eine amtliche Unwetterwarnung der höchsten Warnstufe. Es wird vor heftigem Starkregen, großen Hagelkörnern und schweren Sturmböen gewarnt.

Erneut braut sich über Wolfratshausen ein ordentliches Unwetter zusammen.

Soeben gab es in Wolfratshausen auch Sirenenalarm. Feuerwehrsprecher Stefan Kießkalt berichtet dem Isar-Loisachboten unter anderem von vollgelaufenen Kellern in Münsing und überfluteten Straßen in Irschenhausen.

Update von Dienstag, 22. Juni, 13.30 Uhr: Viele denken, dass das Unwetter, das sich Dienstagnacht über dem Nordlandkreis von Bad Tölz-Wolfratshausen entladen hat, etwas mit dem Klimawandel zu tun haben muss. Das verneint der Tölzer Meteorologe Kai Zorn, der auf einem eigenen Youtube-Kanal das Wetter erklärt. „So etwas kommt immer wieder vor, etwa vor zwei Jahren am Ammersee.“ Diesmal habe es eben bedauerlicherweise die Gegend um Wolfrathausen getroffen – wohingegen in Tölz nur ganz wenig Regen fiel.

Unwetter in Wolfratshausen: Ist der Klimawandel schuld? Meterologe gibt Antwort

Dass das Unwetter heftig ausgefallen ist, hat auch damit zu tun, dass die Sonne derzeit ihren Höchststand erreicht und daher viel Kraft hat. „Etwas Ähnliches wäre Ende August nicht mehr denkbar.“ Von einem Tornado war das Unwetter weit entfernt. „Da fallen die Vögel tot vom Himmel und Bäume werden entrindet“, sagt er. „Das ist schon noch einmal ein anderes Kaliber.“ Er geht davon aus, dass es möglicherweise noch ein paar Tage gewittrig bleibt, bevor sich die Wetterlage beruhigt. Dass es Wolfratshausen noch einmal mit einem schweren Unwetter trifft, wäre „ein großer Zufall.“

Update von Dienstag, 22. Juni, 10.05 Uhr: Die Unwetter, die am späten Montagabend im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gewütet haben, führten auch für Polizei und Feuerwehr im Landkreis zu einer ereignisreichen Nacht im Dauereinsatz. Zahlreiche Hagelschäden an diversen Gebäuden und Fahrzeugen wurden registriert, darunter vor allem Autofenster und gegen Himmel gerichtete Dachfenster an Wohnhäusern. Auch die Verkehrspolizei Weilheim blieb während des Einsatzes nicht von den Folgen des Unwetters verschont. Die Frontscheibe eines Einsatzfahrzeuges wurde durch Hagel stark beschädigt

Unwetter in Wolfratshausen: Rollerfahrer von Hagel überrascht - zahlreiche Keller voller Wasser

Heftige Regenfälle führten zudem zu Wassereinbrüchen in Wohngebäuden, insbesondere im Blumenviertel in Geretsried. Augenzeugen berichteten sogar von einem umherfliegenden Trampolin, dessen Besitzer es jedoch noch rechtzeitig einfangen konnte, bevor es größeren Schaden anrichtete.

Hagelkörner so groß wie Golfbälle in Wolfratshausen.

Schlechter traf es einen Motorrollerfahrer, der von dem plötzlichen, extremen Hagelschlag überrascht wurde. Der 29-Jährige musste sein Gefährt zurücklassen und fand Zuflucht im Pkw eines weiteren zufällig vorbeikommenden und glücklicherweise sehr hilfsbereiten Verkehrsteilnehmers.

Umgestürzte Bäume und kaputte Autos: Unwetter wüteten heftig im südlichen Bayern

Auch so mancher Baum war dem Unwetter nicht gewachsen und stürzte um. Die Einsatzkräfte mussten zahlreiche blockierte Straßen räumen. In Wolfratshausen, Geretsried und Umgebung entstand ein insgesamt gewaltiger Sachschaden von noch nicht abschätzbarer Höhe. Glücklicherweise, so zumindest der erste Kenntnisstand, kamen bei den heftigen Unwetttern jedoch keine Personen zu Schaden.

Originalmeldung von Dienstag, 22. Juni, 7.00 Uhr:

Wolfratshausen - Nach einer Woche beständiger Hitze und mehreren Warnungen durch den Deutschen Wetterdienst haben sich in der Nacht zum Dienstag, 22. Juni, heftige Unwetter über Oberbayern entladen. Besonders betroffen waren die Landkreise Bad Tolz-Wolfratshausen, Starnberg, Weilheim-Schongau und München.

Unwetter in Oberbayern: Hagelschauer wütet in Wolfratshausen - Schadensbilanz noch unklar

In Wolfratshausen kam es neben heftigem Regen und Sturmböen zudem zu Hagelschlag. Die Hagelkörner erreichten dabei teils die Größe eines Golfballs. Unzählige Fenster und Autos wurden beschädigt. Augenzeugen berichteten laut Isar-Loisachboten von einer „Schneise der Verwüstung“. Auf der Facebookseite des Isar-Loisachboten sammelten sich die Schadensberichte und Fotos. So wurden unter anderem auch Dachfenster zerstört, eine Frau postet ein Foto ihres vollkommen verwüsteten Gartens. Eine genaue Unwetterbilanz konnte bis zum Morgen allerdings noch nicht gezogen werden. Auch ob Menschen verletzt wurden, ist derzeit noch unklar.

Riesige Hagelkörner in Wolfratshausen.

Die Feuerwehren im Münchner Umland waren im Dauereinsatz. Der heftige Regen verstopfte Gullis und ließ Unterführungen und Keller voller Wasser laufen. In der Landeshauptstadt blieb es dahingehend vergleichsweise ruhig, obwohl auch dort heftige Gewitter wüteten.

Unwetter in Oberbayern: Auch am Dienstag keine Entwarnung - nächste Gewitterfront am Nachmittag

Wie der Deutsche Wetterdienst berichtet ist die Unwettergefahr noch nicht gebannt. Auch am Dienstag soll es nach schülwarmem Wetter am Nachmittag wieder zu heftigen Gewittern kommen. Schwerpunkt soll erneut der Süden des Freistaates sein. Laut Warnungen des DWD sind erneute Sturmböen oder gar Orkanböen von bis zu 140 km/h möglich, dazu Starkregen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. Auch ein erneuter Hagelschlag, vergleichbar mit dem der vergangenen Nacht, kann dem DWD zufolge nicht ausgeschlossen werden. kah

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