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Tanzen bis zwei Uhr morgens: 300 Paare und die Markus-Fluhr-Bigband beim vorerst letzten Opernball. 

Der letzte Walzer

Aus für den Opernball

Wolfratshausen - „Alles Walzer“ hieß es am Samstag in der Loisachhalle – zum vorerst letzten Mal. „Die Ära Opernball ist zu Ende“, verkündet der Organisator, Alexander Müller von der n Wolfratshauser Tanzschule.

Das Interesse an dem Schwarz-Weiß-Ball sei einfach zurückgegangen, begründet Müller seine Entscheidung. Er sei zwar heuer nicht so schlecht besucht gewesen, aber leider auch nicht ausverkauft wie in den vier Jahren zuvor.

Ende der 1990er Jahre, da sei der „Stadtball Wolfratshausen“, wie er zu dieser Zeit noch hieß, das gesellschaftliche Ereignis gewesen, erinnert sich Müller, der schon damals Mitveranstalter war. Unter Bürgermeister Peter Finsterwalder wurde er umbenannt in „Opernball der Stadt Wolfratshausen“. Das hatte einen Hauch von Wien.

Nach der Wiedereröffnung der renovierten Loisachhalle zog Alexander Müller den Ball 2012 dann mangels Lust der Stadt alleine unter dem Namen „Opernball“ auf. In den ersten beiden Jahren tanzten noch junge Debütantinnen in langen, weißen Kleidern mit ihren Partnern im Smoking den Eröffnungswalzer. „Danach gab es nicht mehr genügend Eltern, die bereit waren, ihre Kinder dafür anzumelden“, bedauert Müller.

Beliebt sei die Veranstaltung aber immer noch gewesen, sagt Alexander Müller. Vor allem bei den überwiegend aus Wolfratshausen stammenden Besuchern der Generation „50 plus“ und bei den Kursabsolventen seines Tanzzentrums. Heuer habe er jedoch zum ersten Mal gemerkt, dass die Nachfrage nach dieser Art von gepflegtem Schwarz-Weiß-Ball während der Faschingszeit nicht mehr so vorhanden sei, erklärt der Veranstalter.

Deshalb schwebten die rund 300 Tanzpaare am Samstag zum letzten Mal zu den Klängen der Markus-Fluhr-Bigband übers Parkett, nachdem Tanzschüler nach dem Motto „Hip Hop meets Ballet“ zu Beginn auf den Abend eingestimmt und nachdem Alexander Müller und seine Frau einen gefühlvollen Wiener Walzer zur Eröffnung hingelegt hatten. Als Stargäste traten die „Mixed Voices“ auf. Bei Wein und Sekt, abwechslungsreicher Musik, die für alle Standardtänze passte, und guten Gesprächen an den Zwölfertischen blieben die letzten Gäste bis zwei Uhr morgens.

Das Ende des Opernballs bedeutet nicht, dass Alexander Müller die Tradition der Abendbälle in der Loisachstadt einschlafen lassen will. Für 2017 verspricht der Wolfratshauser zum 40-jährigen Bestehen des Tanzzentrums einen großen Jubiläumsball im Herbst.

Die Begeisterung für Bälle lebt seiner Erfahrung nach immer wieder in Wellen auf. „Man muss sich nur dem Trend der Zeit entsprechend ab und zu etwas Neues einfallen lassen.“

Tanja Lühr

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