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Spezialauftrag: Eine Fachfirma beseitigte in Gelting eine im Orkan auf ein Haus gekippte Fichte.

Sabine und ihre Folgen 

Orkan hält Helfer zwei Tage lang auf Trab

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Umgeknickte Bäume, gekappte Telefonleitung, Schäden in den Wäldern: Orkantief Sabine pfiff zwei Tage Lang über dem nördlichen Landkreis  

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die zweite Welle des Orkantiefs „Sabine“ in der Nacht auf Dienstag bescherte den Einsatzkräften abermals Arbeit. Acht „sturmbedingte“ Alarmierungen zählte Stefan Kieskalt, Sprecher der Landkreisfeuerwehren, bis zum späten Vormittag – mehrheitlich im nördlichen Landkreis. „In allen Fällen handelte es sich um umgestürzte Bäume“, so Kieskalt.

Ein Einsatz schaffte es sogar in die Frühnachrichten von B5 aktuell: Kurz vor 3 Uhr morgens wurde in Gelting eine Telefonleitung gekappt. „Auf halber Strecke zwischen der Kreisstraße Töl 22 und dem Gut Schwaigwall durchtrennte ein umgestürzter Baum die Leitung genau zwischen zwei Masten“, berichtet Geretsrieds Feuerwehrkommandant Erik Machowski. Die Kollegen der Geltinger Wehr hätten den Baum beseitigt. Techniker der Telekom wollten sich um die Reparatur kümmern. Das Senioren- und Pflegeheim war einige Stunden vom Festnetz getrennt.

Gegen 12.20 Uhr erreichte die Helfer erneut ein Anruf aus Gelting. Eine stattliche Fichte war auf ein Haus an der Ostergartenstraße gekippt. „Weil keine akute Gefahr bestand“, so Vize-Kommandant Florian Mayrhofer, entschied die Geltinger Wehr vor Ort, die Zerlegung und Beseitigung des tonnenschweren Baums einer Spezialfirma zu überlassen.

Im Zuständigkeitsbereich von Robert Nörr tobte sich Sabine ebenfalls aus – wenn auch nicht so folgenreich wie befürchtet. „Es sind keine großen Flächen betroffen“, sagt Wolfratshausens Revierförster, „wir haben Einzel- und Nestwürfe, überwiegend sind dicke, hohe Fichten gefallen.“ Waldbaulich gesehen sei der Orkan daher keine Katastrophe. Seine Bilanz fasst Nörr in drei Stichworten zusammen: „lästig, teuer, unnötig“. Das Problem: Die Bäume liegen sehr verteilt. Das macht den Abtransport mühsam und zeitaufwendig. Er muss jedoch erledigt sein, bevor der Borkenkäfer erstmals fliegt. Generell ist Nörrs Revier „glimpflich davongekommen. Die Erfahrung lehrt, dass die Stürme aus Nordwest die gefährlichsten sind. Insofern hätte es uns schlimmer treffen können.“

Laut Christian Webert trifft Nörrs Einschätzung auf die Wälder im gesamten Landkreis zu. Der Forstdirektor im Amt für Ernährung und Landwirtschaft in Holzkirchen war „selbst etwas in Richtung Berge unterwegs“ und hat auch dort „überwiegend Einzelwürfe gesehen“. Glück gehabt, resümiert er. Aber: Wenn der Sturm jetzt nachlasse, so Webert, bedeute dies nicht, dass man die Wälder sofort betreten solle. „Dort bleibt es gefährlich. Die Leute sollten Sperrungen unbedingt beachten und den Waldbesitzern die Zeit geben, kritische Bäume und Äste zu beseitigen.“

Pendler, die auf die S-Bahn angewiesen sind, mussten auch am Dienstag Geduld und Nerven bewahren. Der Grund: Der Verkehr auf der Linie S 7 zwischen Baierbrunn und Wolfratshausen war weiterhin gesperrt. Während die Techniker „mit Hochdruck an der Schadensbehebung“ arbeiteten, wie es hieß, mussten die Fahrgäste auf den eingerichteten Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Baierbrunn und Wolfratshausen umsteigen.

peb

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