Auf dem Hatzplatz soll ein Parkhaus für 150 Autos errichtet werden.

Bürgermeister erklärt Zeitverzögerung

Parken in Wolfratshausen: Darum gibt es bis jetzt nur Pläne, aber keine Plätze

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Es ist erklärtes Ziel des Stadtrates, in der Innenstadt mehr Parkplätze zu schaffen. Beschlüsse sind bereits gefasst, doch in die Tat umgesetzt worden ist noch kein Projekt. Dadurch kommt es auch bei anderen Vorhaben zu Verzögerungen.

Wolfratshausen – Vor einigen Monaten machte sich in puncto Parkplätzen im Stadtrat eine Aufbruchstimmung breit. Kein Standort schien zu abwegig, kein Gutachten zu teuer, um ein latentes Problem zu lösen. Der Eifer bei der Planung von zusätzlichen Stellflächen in der Innenstadt gipfelte im Vorschlag des CSU-Stadtrates Alfred Fraas. Der visualisierte die Idee, eine Parkhausbrücke über die Loisach zu bauen, zwischen Andreasbrücke und Sebastianisteg. Vier Stockwerke, rund 15 Meter hoch könnte der Komplex werden, in dem Fraas am Computerbildschirm gut 260 Autos untergebracht hatte.

Der Stadtrat verständigte sich schließlich auf realistischere Planungsvarianten: Ein Parkhaus mit maximal 150 Stellflächen auf dem Hatzplatz sowie neue Parkplätze am Paradiesweg in der Nähe des AWO-Zentrums. Relativ schnell machte die Politik Nägel mit Köpfen. Für das Parkhaus auf dem Hatzplatz fand sich ein Investor, am Paradiesweg sollten laut Beschluss des Bauausschusses ein gutes Dutzend zusätzliche, ebenerdige Pkw-Abstellflächen angelegt werden. Passiert ist bis dato nichts.

„Sie können mir glauben: Ich wäre auch froh, wenn das nicht so lange dauern würde“, sagt Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch beim Projekt am Paradiesweg habe der Bauausschuss ein halbes Jahr nach dem Beschluss eben diesen wieder einkassiert. Stattdessen plädierte das Gremium für den Bau eines zweigeschossigen Parkdecks, um so die Zahl der zusätzlichen Stellflächen zu erhöhen. Wiederum ein halbes Jahr später, vor wenigen Tagen, vertagte der Bauausschuss das Thema auf unbestimmte Zeit, denn: Ein Parkdeck kostet laut Machbarkeitsstudie mehr als eine Million Euro. Das erschien vielen Stadträten als zu teuer. Nun möchten die Mitglieder des Bauausschusses zunächst einen Kostenvergleich (ebenerdig/zweigeschossig) sehen, bevor sie ihren Daumen heben beziehungsweise senken.

Heuer rollen keine Bagger an

Heuer, das räumt der Rathauschef ein, wird am Paradiesweg kein Bagger anrollen. Heilinglechner hofft, dass vor der politischen Sommerpause eine endgültige Entscheidung fällt. „Dann könnten wir vielleicht im Herbst Aufträge vergeben und ihm Frühjahr starten“, sagt der Bürgermeister. Er gibt aber zu bedenken: Die Auftragsbücher vieler Firmen sind prall gefüllt, andere nutzten die Situation aus „und rufen astronomische Preise auf“, weiß Heilinglechner.

Ganz große und kleine Pläne: CSU-Stadtrat Alfred Fraas schlug den Bau einer riesigen Parkhausbrücke über der Loisach vor.

Schon 2012 fiel der Beschluss, dass auf dem Hatzplatz ein Parkhaus gebaut wird. Im Sommer vergangenen Jahres konkretisierte der Stadtrat das Vorhaben in einer Sondersitzung. Nach kontroverser Diskussion – Renate Tilke (CSU) lehnte einen „Parkhausklotz“ am Loisachufer kategorisch ab – kam es zu einer Kompromisslösung: maximal 150 Stellflächen, und der Investor muss der Kommune bei der Fassadengestaltung ein Mitspracherecht einräumen.

Am Hatzplatz gibt es einen Haken

„Verbrieft ist der Erbpachtvertrag mit dem Investor noch nicht“, verrät der Bürgermeister. Denn es gebe einen Haken: die Dauerparker auf dem Hatzplatz. Rund zwei Dutzend solcher Ausweise hat die Stadt gebührenpflichtig ausgegeben. Derzeit prüfe der Investor, dessen Namen Heilinglechner nicht nennen möchte, wie er mit den Dauerparkern umgehen soll. „Natürlich wäre es eine Lösung, wenn wir die Betreffenden anschreiben und ihnen mitteilen, dass ihre Parklizenz am Stichtag X erlischt“, so der Rathauschef. Doch zuvor müsse feststehen, wann die „Besitzübergabe“ erfolgt, das heißt, der Investor de jure für das Geschehen auf dem Hatzplatz verantwortlich ist. Heilinglechner gibt zu, dass das Gegenüber sich bereits recht lange Zeit mit seiner Antwort nimmt. „Wir werden da jetzt noch einmal höflich nachhaken.“

Zeitnah wird nach Einschätzung des Bürgermeisters auf dem Hatzplatz keine Gebäudewand hochgezogen. Frühestens 2019 rechnet er mit dem ersten Spatenstich fürs neue Parkhaus. Somit muss er auch alle vertrösten, die seit vielen Jahren auf die Neugestaltung des westlichen Loisachufers warten. Dadurch würden nämlich rund 55 bestehende Parkplätze wegfallen, die zuvor an anderer Stelle kompensiert werden müssen. Im Moment bleibt dem Bürgermeister nicht viel mehr, als an die Autofahrer zu appellieren, „bei Kurzstrecken aufs Fahrrad umzusteigen“. Für seinen Drahtesel findet in der Regel jeder ein Parkplätzchen. cce 

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Am Paradiesweg sollen zusätzliche Stellflächen entstehen. Geschehen ist bis dato noch nichts. 

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