+
So könnte es aussehen: Das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für die Umgestaltung des westlichen Loisachufers aus dem Jahr 2014 setzt seither Patina an.

Stadt setze falsche Prioritäten 

Plakataktion gegen Stillstand: LAW-Chef widerspricht Wolfratshauser Bürgermeister

  • schließen

Bürgermeister und Stadtmanager bitten die Wolfratshauser um Geduld. Die Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt seien komplex. Der LAW-Vorsitzende ist mit dieser Aussage nicht zufrieden.

Wolfratshausen – Der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) und der Werbekreis haben ihren Protest auf Plakate gepresst: „Handelt endlich!“, fordern die Vereine von den Stadträten. Zu den orangefarbenen Tafeln, die kreuz und quer im Stadtgebiet hängen, haben LAW und Werbekreis eine Unterschriftenliste initiiert. Die Umgestaltung des westlichen Loisachufers, die Aufwertung der Marktstraße und die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen: Die politischen Entscheidungsträger würden seit Jahren fleißig diskutieren, doch in die Tat umgesetzt werde nichts.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Stadtmanager Dr. Stefan Werner nahmenwie berichtet in einem Pressegespräch Stellung zu den Vorwürfen. Die überwiegend bereits beschlossenen Maßnahmen seien komplex und miteinander verwoben. Erst wenn ein neues Parkhaus auf dem Hatzplatz stehe, könne das westliche Loisachufer neu gestaltet werden, nannte Heilinglechner ein Beispiel. Denn: Der neuen Ufergestaltung fallen gut 50 Pkw-Stellflächen zum Opfer.

LAW-Vorsitzender Hans-Werner Kuhlmann widerspricht, die Stadt setze falsche Prioritäten. Der Parkhausbau müsse nicht an erster Stelle stehen, sondern die bereits vor Jahren beschlossene Neugestaltung des westlichen Loisachufers (Rathausseite). Kuhlmann geht davon aus, „dass nach der Beauftragung des Planers dieser Zeit benötigt, um einen ersten Entwurf vorlegen zu können“. Dieser Entwurf müsse anschließend mit der Städtebauförderung, den privaten Grundstücksbesitzern und den Bürgern diskutiert werden. Wasserwirtschaftsamt und Naturschutzbehörde („die Loisach ist FFH-Gebiet“) hätten ebenfalls ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Kuhlmann: „Etwaige Änderungswünsche und Ideen müssen dann in die Planung eingearbeitet werden.“ Erst nach dem Ja des Stadtrats zu der Planung könne das Genehmigungsverfahren im Landratsamt starten – liege der positive Bescheid der Kreisbehörde auf dem Tisch, könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Da dazu Fristen vor der Vergabe der Arbeiten eingehalten werden müssen, sind diese Zeiten ebenfalls noch einzuplanen“, merkt der Lebendige-Altstadt-Vorsitzende an.

Lesen Sie auch: Wie die Plakat-Aktion bei Bürgern und Politikern ankommt

Hans-Werner Kuhlmann ist Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW). 

Für Kuhlmann steht fest: Sollte die Stadt jetzt den Startschuss für die Umgestaltung der westlichen Flussseite geben, rollen die Bagger frühestens in eineinhalb Jahren an. Vorausgesetzt, auf dem Verfahrensweg stehen keine Hürden. Vor diesem Hintergrund appelliert der LAW-Chef an Bürgermeister und Stadtrat, unverzüglich tätig zu werden. „Jeder weitere Zeitverlust verschiebt die Umgestaltung des Loisachufers und verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit des Marktes“, betont Kuhlmann – und kartelt noch einmal kurz nach: „Der Planungsauftrag für die Umgestaltung des Loisachufers hätte schon längst vergeben werden müssen, da dafür die längste Planungszeit und Genehmigungszeit nötig ist.“

Ein ähnliches Vorgehen wünscht sich der Vereinsvorsitzende mit Blick auf die im November vergangenen Jahres vom Stadtrat beschlossene Aufwertung der Marktstraße. Kuhlmann glaubt, dass der Weg zu diesem Ziel kürzer ist als der zur Umgestaltung des Flussufers – plädiert aber dafür, schon jetzt aufs Gaspedal zu drücken.

Ein Parkhaus am Hatzplatz ist dagegen inklusive Genehmigung relativ kurzfristig zu erstellen“, meint Hans-Werner Kuhlmann. Es existiere ein Bebauungsplan, ein Investor ist auch bereits gefunden, die Bauzeit halte sich in engen Grenzen. „Es ist also sichergestellt, dass vor einem Baubeginn am Loisachufer genügend neue Parkplätze errichtet werden können.“

Kuhlmanns Schlussplädoyer: „Die Bürger fordern schon über Jahrzehnte eine Umgestaltung des Loisachufers, da können sie auch erwarten, dass dieser Bürgerwille endlich umgesetzt wird und ihnen eine Planung vorgelegt wird.“ cce

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Beschwingt ins Jubiläumsjahr: Stadt organisiert fröhliches Geburtstagsfest
Zum Jubiläumsjahr hat sich die Stadt Geretsried etwas Besonderes einfallen lassen: Anstatt eines trockenen Empfangs gab es eine ausgelassene Party mit 320 Gästen.
Beschwingt ins Jubiläumsjahr: Stadt organisiert fröhliches Geburtstagsfest
ESC will die Mighty Dogs an die Leine nehmen
Die Geretsrieder River Rats wollen am Sonntag daheim gegen Schweinfurt den Erfolg vom Vorrunden-Heimspiel wiederholen, doch der Gegner hat sich für die Abstiegsrunde …
ESC will die Mighty Dogs an die Leine nehmen
Eine Lücke schließt sich: Unverpackt-Laden öffnet bald in Wolfratshausen
In Wolfratshausen eröffnet bald der „Ohnverpackt“-Laden. Hier können die Kunden regionale Bio-Waren ganz ohne Plastik einkaufen. 
Eine Lücke schließt sich: Unverpackt-Laden öffnet bald in Wolfratshausen
Insolvenzverwalter von Sieber droht Politikern und Beamten mit Verleumdungsklage
Der Insolvenzverwalter von Sieber fährt schwere Geschütze auf: Jedem, der Sieber in Zusammenhang mit Todesfällen bringt, droht Josef Hingerl mit einer Verleumdungsklage.
Insolvenzverwalter von Sieber droht Politikern und Beamten mit Verleumdungsklage

Kommentare