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Verstehen sich blind: Gregor (li.) und Raphael Mayrhofer – zwei hochmusikalische Kindsköpfe aus Waldram. 

„Imbrothersation“ in der Loisachhalle

Quietschtiere werden Instrumente: Mayrhofer-Brüder begeistern Wolfratshausen

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„Imbrothersation“ in Wolfratshausen: Die Mayrhofer-Geschwister präsentieren ihr Programm in der ausverkauften Loisachhalle und ernten stehende Ovationen. 

Wolfratshausen – Zeit für Scherze haben die Mayrhofer-Brüder immer. Als sie am Freitagnachmittag die Bühne der Loisachhalle für ihren großen Auftritt präparierten, posteten sie auf Facebook den Satz: „Erscheinen Sie, sonst weinen Sie.“

Nun weiß man ja nicht, ob diejenigen, die dem Abend ferngeblieben sind, wirklich bittere Tränen vergossen haben. Aber diejenigen, die kamen, hatten eine Riesengaudi. Im ausverkauften Haus wurde nach einer Viertelstunde gejohlt, nach einer halben mitgesungen, und ganz am Schluss gab es stehende Ovationen für die hochmusikalischen Kindsköpfe aus Waldram. Sie hatten die Bühne nicht nur gerockt, sondern auch gejazzt, gebluest und präludiert.

„Imbrothersation“ nennen sie sich. Mit ihrem Mix aus Ulk und harmonischen Kabinettstückchen gastieren Gregor und Raphael, beide um die 30, regelmäßig in ihrer alten Heimat. Sie stammen aus einer Waldramer Musikerfamilie, ihre Eltern Franz und Elisabeth haben sie (volks)musikalisch geprägt. Der eine, Gregor, hat es zu einem erfolgreichen Dirigenten und Komponisten gebracht, derzeit arbeitet er als Assistent bei den Berliner Philharmonikern. Der andere, Raphael, ist Musiklehrer am Gymnasium Dachau. Man sieht: Die beiden haben gut zu tun. Doch die Gelegenheit zur musikalischen Verbrüderung ergreifen sie immer wieder gerne.

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Die beiden, in Wirklichkeit ein Herz und eine Seele, tun in ihrem Programm „Das Präludium schlägt zurück“ so, als hätten sie es extrem schwer miteinander. Gregor am Steinway-Flügel spielt den Schnösel, der immer mit den Augen rollt, wenn Raphael mal angeblich aus dem Takt kommt. Raphael am Schlagzeug lässt das total kalt. Er tut, was er will und schubst Gregor höchstens mal in den Bühnenvorhang. Doch dann, wenn sie zu musizieren anfangen, ist der Streit wie weggeblasen, es herrscht blindes Verständnis, selbst bei abenteuerlichsten Übergängen. Die Entstehung der Bruderliebe aus dem Geist der Musik quasi. 

Musikalisch ging es kreuz und quer durch die Musikgeschichte. Als Raphael am Schluss die Komponisten vorlas, die ihre Stücke „dankenswerter Weise ohne Gema-Gebühren zur Verfügung gestellt haben“, nahm das eine ganze Weile in Anspruch. Grob gesprochen, reichte der Bogen von Barockmusiker Johann Pachelbel über Richard Wagner hin zu Jazz-Legende Dizzy Gillespie, wobei es oft nur ein paar Takte waren, die angespielt wurden. Und ein paar Eigenkompositionen von Gregor wurden auch eingestreut, so das letzte Lied „Coming home“ für seinen alten Freund Andi Halamek-Weinert, komponiert zu dessen 30. Geburtstag.

Improvisierte Oper bringt das Publikum zum Lachen 

Auch was die Instrumente angeht, gab es Überraschungen. So ein Alphorn, das vor den Augen des ungläubigen Auditoriums aus Installationsrohren gebastelt wurde und trotzdem wie ein Original Schweizer Qualitätsprodukt klang. Oder Quietschtiere, die Raphael zu der berühmten Muppet-Melodie „Mahna-Mahna“ im Rhythmus drückte. Sie gaben absonderliche Geräusche von sich.

Und dann war da noch eine improvisierte Oper. In der Pause waren die Gäste aufgerufen, je ein Gefühl, einen Gegenstand und ein Körperteil zu notieren und den Zettel in je einen Korb zu legen. Nach der Pause führten die Gebrüder Mayrhofer dann das Märchen der Gebrüder Grimm „Rapunzel“ auf, wobei Raphael immer wieder unerschrocken in die Körbe griff. Bei Gefühl zog er etwa „verkrampft“ , bei Gegenstand „Lampenschirm“ und bei Körperteil „Apollogrübchen“. Erschwerte Umstände also - und trotzdem gelang es ihm, die Begriffe irgendwie singender- und dichtenderweise in das Märchen einzubauen, keine verbale und keine körperliche Verrenkung war ihm zu viel. Das Publikum bog sich vor Lachen. Tosender Applaus. 

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