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Stolze Gesichter: Mit einer Urkunde wurden 44 Schüler der Wolfratshauser Realschule für ihre Teilnahme an einem sozialen Projekt geehrt. 

Realschüler beteiligen sich an sozialen Projekten

Filzen mit Kindern, Gedächtnistraining mit Senioren

Wolfratshausen - Wer sich engagiert, dem gebührt Lob und Anerkennung. Aus diesem Grund wurden vor kurzem die Achtklässler der Wolfratshauser Realschule bei einem feierlichen Abschlussabend für ihre Teilnahme an den Sozialprojekten im Rahmen von „BildungPlus“ mit einer Urkunde geehrt.

44 Jugendliche hatten verschiedene soziale Einrichtungen besucht. Ziel dieses Projekts war es, Empathie und Eigeninitiative zu entwickeln beziehungsweise zu fördern, Verantwortung zu übernehmen und sensibler auf hilfsbedürftige Menschen einzugehen.

Seit drei Jahren bietet die Wolfratshauser Realschule dieses unterrichtsbegleitende Angebot der praktischen Sozialarbeit an, „um in diese Berufe hinein zu schnuppern und dabei soziale Kompetenzen zu erfahren“, wie die stellvertretende Schulleiterin Antonie Bálint-Meikis den anwesenden Schülern, Lehrern und Eltern verdeutlichte. Heute würden – anders als früher – nur noch die wenigsten Menschen in Großfamilien leben. Viele alte Menschen würden deshalb alleine gelassen. „Stattdessen sucht man die Pokémons in den Straßen“, mahnte sie mit Blick auf das derzeit äußerst angesagte Smartphone-Spiel „Pokémon Go“.

Das Grundbedürfnis der Menschen sei es doch, sich um andere zu kümmern und für sie zu sorgen. „Ihr habt euch ernsthaft an dem Projekt beteiligt und durchgehalten. Dafür alle Achtung“, honorierte Bálint-Meiki das Engagement der Jugendlichen. Bereits zum dritten Mal hatte der Jugendförderverein Wolfratshausen die schulbegleitenden Sozial-Praktika im Rahmen des Projektes „BildungPlus“ organisiert. „Der Dank gilt auch den Lehrern an der Schule, die ihren Unterrichtsstoff entsprechend angepasst haben, um dies zu ermöglichen“, sagte Iris Diehl.

Die Sozialpädagogin fungiert als Bindeglied zwischen den Schulen und dem Jugendförderverein. Diehl freute sich über die große Beteiligung der Wolfratshauser Einrichtungen, darunter der Kindergarten „Giraffenhaus“ in Waldram, die Kindergrippe Kolibri und das AWO-Seniorenheim am Paradiesweg.

Nachdem sich die Einrichtungen zu Jahresbeginn im Rahmen eines Info-Abends vorgestellt hatten, wurden die Schüler an einem Kompakttag auf die Praxis vorbereitet. Dann ging es für drei bis vier Tage in die jeweilige Einrichtung.

Bei der Abschlussfeier schilderten einige der Schüler ihren Zuhörern ihre Erfahrungen. Marina zum Beispiel war im Kindergarten Kolibri: „Wir haben uns ein Recycling-Projekt ausgedacht und es erfolgreich umgesetzt. Das hat Spaß gemacht“, erzählte sie.

Andere Jugendliche haben mit Kleinkindern gespielt und gefilzt oder demenzkranken Senioren beim Gedächtnistraining geholfen. „Wir haben Menschen kennen gelernt, die wegen ihrer Krankheit ein ganz anderes Leben führen.“ Diese einprägsame Erfahrung haben gleich mehrere Schüler gemacht.

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