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Mit gutem Beispiel voran: Die Bürgermeister von Wolfratshausen und Geretsried, Klaus Heilinglechner (2.v. li.) und Michael Müller (3. v. li.). 

Startschuss der Aktion 

Rein in die Pedale: Bürgermeister plaudern beim Stadtradeln über Kommunalpolitik

Die ersten Kilometer gesammelt und gleichzeitig Aktuelles aus der Kommunalpolitik erfahren haben die Teilnehmer des „Stadtradelns“ am Samstagvormittag. Rund 20 Pedalritter aus Wolfratshausen und Geretsried machten mit.

Wolfratshausen/Geretsried – Die Gruppe zumeist recht sportlich ausgestatteter Zweiradfahrer traf sich vor der Loisachhalle. Die Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Michael Müller, Zweiter Landrat Thomas Holz und der Klimabeauftragte des Landratsamts, Andreas Süß, empfingen die „Stadtradler“. „Alles, was wir vom Auto aufs Fahrrad bringen, tut uns gut“, sagte Holz, der nach eigenen Angaben täglich sechs Kilometer von zuhause zu seinem Arbeitsplatz im Kochler Rathaus strampelt. 35 Prozent der Treibhausgase im Landkreis würden durch den Verkehr erzeugt, so der stellvertretende Landrat. Es sei „das große Ziel“, diesen Anteil zu reduzieren.

Die Eröffnungstour führte zuerst zur geplanten Surfwelle an der Weidach-Mühle. Dort plätschert das Wasser bislang nur langsam vor sich hin. Für die Surfwelle sollen rund zehn Kubikmeter pro Sekunde unter der Brücke durchrauschen, erklärte Heilinglechner. Entsprechende Gespräche mit dem Kraftwerksbetreiber würden laufen. Für alle passionierten Radler und die teilnehmenden ADFC-Mitglieder interessant war der nächste Halt am Moosbauerweg/Einmündung Schießstättstraße. Dort will die Stadt vor der Ampel einen sogenannten Aufstellstreifen für Radfahrer aufmalen lassen. Das heißt, sie bekommen vor allem beim Geradeausfahren, aber auch beim Rechtsabbiegen Vorrang vor den Autofahrern.

Ab Gelting übernahm Bürgermeister Michael Müller auf seinem Mountainbike die Führung. Es ging vorbei am künftigen S-Bahnhof an der Leitenstraße, etwa auf Höhe des Trainingsplatzes der Gokart-Fahrer des Motorsportclubs Geretsried.„2028 rollt hier die S7 entlang“, gab sich Müller zuversichtlich. Im neuen Gewerbegebiet Gelting-Ost verkündete er, dass die Stadt in aussichtsreichen Vorverhandlungen mit zwei weiteren Grundstückskäufern stehe. Es handle sich um produzierendes Gewerbe, eines davon im Lebensmittelbereich. „Damit hätten wir alle Flächen an den Mann gebracht“, sagte er.

Zwischen Gelting und Buchberg mutete der fitte 48-Jährige den verbliebenen Teilnehmern – einige waren nach der Wolfratshausen-Runde ausgestiegen – eine kleine Off-Road-Passage zu. Auf unwegsamem Gelände mussten sie ihre Drahtesel sogar einmal tragen.

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Ein Radfahrer-relevantes Thema diskutierte die Gruppe wieder an der vorletzten Station vor dem Ziel Geretsrieder Rathaus, der Blumenstraße/Einmündung B11. 25.000 bis 30.000 Autos rauschen laut Müller täglich auf diesem Abschnitt der Bundesstraße vorbei, viele biegen von ihr ab oder auf sie ein – eigentlich ein Argument für eine Fußgänger- und Radfahrerunterführung unter der Blumenstraße. Doch für Einmündungen in Bundesstraßen sei der Bund zuständig, erklärte Müller. Im Zuge der B11-Verlegung werde man aber eine gute Lösung für die Radfahrer suchen. Gebaut werden soll laut Bürgermeister dagegen eine Unterführung unter der Tattenkofener Straße zwischen Breslauer Weg und Zehnerhütten-Radweg. Auch hier gebe es allerdings Probleme, weil der Grund teilweise nicht der Stadt gehöre. Andreas Süß meinte dazu, eine rege Teilnahme an Aktionen wie dem Stadtradeln könne den Verantwortlichen in Bund und Land zeigen, dass es dem Landkreis ernst sei mit der Fahrradfreundlichkeit. 

Tanja Lühr

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