Keine Einigung mit Vermieter

Restaurant "Paparazzi" am Obermarkt schließt

Wolfratshausen - Das nächste Geschäft am Obermarkt sperrt zu: Das Restaurant "Paparazzi" am Obermarkt schließt. Wann Schluss ist, steht schon fest.

Seine Entscheidung hat sich Michele Scollo nicht leicht gemacht. „Es ist schade. Wir waren fünf Jahre lang so etwas wie das Wohnzimmer von Wolfratshausen.“ Der Geschäftsführer des italienischen Restaurants „Paparazzi“ am Obermarkt hat kürzlich die baldige Schließung seines Lokals verkündet. Bis zum 20. März möchte Scollo das Restaurant noch weiterführen, dann ist Schluss.

Machen Schluss: Michele Scollo mit Papa Salvatore, Küchenchef des Paparazzi.

Das Paparazzi ist nicht das erste Geschäft in der Wolfratshauser Altstadt, dessen Betreiber in der jüngeren Vergangenheit die Schließung bekannt gegeben haben. Vor einigen Tagen wurde publik, dass Karin Denzer ihren Stoffladen „Stoff-Creativ“ in der Loisachpassage nach über 40 Jahren aufgeben möchte. In den vergangenen Jahren verließen auch der Tchibo, die Musikbar d‘Amato, das Bekleidungsgeschäft Benetton, Intersport Reiser, Optik Groß, Foto Speedy, Emberger Optik und der Feinkostladen Cantinetta die Innenstadt oder werden ihr bald den Rücken kehren.

Die Situation im Markt stimmt den Sizilianer traurig

Die Situation des Marktes stimmt Michele Scollo traurig. „Das ist eine Katastrophe. Die Hausbesitzer verlangen teilweise Mieten auf Münchner Preisniveau“, klagt der Sizilianer. Die Realität sei jedoch eine andere: „Wir haben viel zu wenig Parkplätze, die Fassaden bröckeln, und der Markt stirbt Stück für Stück aus.“ Scollo wünscht sich ein Entgegenkommen von der Stadt und einigen Vermietern, um jungen Unternehmern die Möglichkeit zu bieten, „sich zu verwirklichen“, wie Scollo es nennt.

Anders als bei den meisten anderen Schließungen war für Scollo nämlich nicht die zu niedrige Kundenfrequenz ausschlaggebend. „Wir haben viele Stammkunden, die uns immer die Treue gehalten haben“, erläutert der 36-Jährige. Der Hauptgrund für die Schließung liegt stattdessen in den räumlichen Gegebenheiten seines Lokals. „Leider haben wir keinen Biergarten“, erläutert der Betreiber. „Wenn es warm ist und die Leute lieber draußen sitzen, sinken unserer Einnahmen enorm. Das Restaurant ist im Sommer nicht rentabel.“ Er, Scollo, habe dem Vermieter einen Vorschlag unterbreitet, die Miete im Sommer zu senken. Sein Gesuch wurde allerdings abgelehnt. „Ab da stand mein Entschluss fest, das ,Paparazzi‘ zu schließen“, betont er.

Erst Auszeit, dann Neuanfang

Der Gastronom möchte sich ab März einige Monate Auszeit nehmen und danach nach anderen Immobilien Ausschau halten, in denen er gemeinsam mit seinem Vater ein neues Lokal eröffnen könnte. „Gastronomie ist mein Leben“, versichert Michele Scollo. „Das gebe ich nicht einfach so auf.“ Bevor er sein Restaurant endgültig schließt, möchte er gemeinsam mit seinen treuesten Stammkunden das Paparazzi allerdings noch einmal hochleben lassen.

dst

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