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Interessierte Zuhörer: Stefan Seitz (2. v. li.) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) informieren sich bei der „Unser-Land“-Vorsitzenden Adriane Schua (re.), Imker Christian Steinbacher und Dorle Thanbichler über die Solidargemeinschaft. (Klick für großes Bild)

Wissenswertes zum Dessert

Darum sind regionale Lebensmittel so beliebt

Wolfratshausen - Landwirte und Hersteller haben im Rewe-Markt ihre regionale Produktpalette vorgestellt. Dort hat sich gezeigt, warum Regionales so beliebt ist.

Das Ziel der Solidargemeinschaft Oberland, die dem Netzwerk „Unser Land“ angehört, ist simpel: die Vermarktung von regional angebauten Lebensmitteln. Mit ihren Angeboten steht die Solidargemeinschaft inzwischen weit oben in der Gunst der Verbraucher. Dementsprechend groß war das Interesse. An den Infoständen probierten sich die Kunden durch Honigbrote, Eier oder ein Stückchen Fisch. Zum Dessert gab’s allerlei Wissenswertes: Zum Beispiel, dass 95 Landwirte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit der Solidargemeinschaft zusammenarbeiten. Die größte Gruppe sind die Milchbauern – 81 aus dem Landkreis sind Teil der Gruppe. „Wir erhalten damit die Lebensgrundlage für sehr viele Menschen in unserer Umgebung“, erläuterte Schua.

Imker Christian Steinbacher ist einer der hiesigen Produzenten, die mit dem Netzwerk zusammenarbeiten. Für den Tölzer lohnt sich das Geschäft: „Viele Bienenzüchter zieht es in den städtischen Bereich, die Arbeit der Solidargemeinschaft ist wichtig dafür, dass einige von uns in der Region bleiben.“

Viele profitieren von der Zusammenarbeit

Auch Josef Westenrieder profitiert von der Zusammenarbeit. Der Milchbauer aus Obersöchering (Landkreis Weilheim-Schongau) verwendet „bis aufs i-Tüpfelchen“ (Schua) Futtermittel aus der Region. Die Milch, die die 40 Kühe seines Familienbetriebs abgeben, wird unter anderem im Joghurt des Netzwerks verarbeitet. „Wir können durch die Zusammenarbeit mit der Solidargemeinschaft den Hof in dieser Größe erhalten“, sagt der Landwirt.

„Es ist uns wichtig, dass unsere Bauern einen fairen Preis bekommen“, beteuert Schua. Was der Verbraucher für die „Unser-Land“-Produkte zahlt, sei daher an den Bedürfnissen der Erzeuger orientiert. „Dadurch sind viele Angebote zwar teurer als Massenware“, führt die Vorsitzende weiter aus. „Aber es gibt viele Menschen, denen es viel wert ist zu wissen, wo das Essen herkommt.“ Außerdem könne man mit einem gezielten Einkaufsverhalten gleichzeitig etwas Gutes für die Region tun. Bei vielen Verbrauchern könnte noch ein Umdenken stattfinden. „Der Kunde hat eine riesige Macht. Er kann Existenzen sichern, die Region stärken und gleichzeitig die Vielfalt unserer Heimat erhalten“, erläuterte die Vorsitzende.

"Ich kaufe regelmäßig die Produkte der Solidargemeinschaft"

Stefan Seitz kauft bereits nach diesem Credo ein. Der Wolfratshauser lauschte den Erklärungen Schuas genau. „Ich kaufe regelmäßig die Produkte der Solidargemeinschaft“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Der 48-Jährige habe zwar bemerkt, dass die Preise für die Angebote zwar etwas höher sind. „Aber ich sage mir: Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Dass die lokalen Anbieter unterstützt werden, ist dem Wolfratshauser wichtig. „Außerdem möchte ich wissen, wo mein Fleisch, meine Eier und mein Gemüse herkommen“, ergänzt Seitz. Häufig besorge er sich seine Lebensmittel auch direkt vom Erzeuger. Ihm gefällt es, dass laut den Richtlinien der Solidargemeinschaft auch die Futtermittel, die die Landwirte verwenden, aus dem „Unser Land“-Gebiet stammen müssen. Das sei eine Garantie, „dass das Geld bei denen ankommt, die es verdienen.“

von Dominik Stallein

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