(v. re.) Stefanie Bachmair und ihre Mutter Claudia an der Karwendelstraße.
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Mit Spaß bei der Sache: (v. re.) Stefanie Bachmair und ihre Mutter Claudia an der Karwendelstraße.

Schnäppchen auf 200 Stationen

Riesenandrang beim Garten- und Hofflohmarkt

  • VonPeter Herrmann
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Richtig was los war beim Garten- und Hofflohmarkt am Samstag in Wolfratshausen. 200 Stände lockten viel kaufwillige Kundschaft. Und Zeit für einen Plausch war auch.

Wolfratshausen – Die heiße Junisonne brachte all das ans Licht, was während der Corona-Lockdowns in den Speichern, Kellern und Kleiderschränken ausgeräumt wurde. Statt sich an überfüllten Badeseen abzukühlen, zog es viele Wolfratshauser am Samstagnachmittag zu den über 200 Stationen des Hof- und Gartenflohmarkts. Denn die Nachbarschaft lockte nicht nur mit Schnäppchen, sondern teilweise auch mit erfrischenden Getränken und schattigen Plätzchen auf Liegestühlen.

So sorgte beispielsweise die Familie Diehl an der Weidacher Hauptstraße für ein Wohlfühlambiente, dem sich auch der vorbeiradelnde Stadtrat Sepp Schwarzenbach nicht entziehen konnte. Um die Verkaufsgespräche zu erleichtern, gab’s gekühltes Bier und Wasser. „Jemand kaufte mir trotz der Hitze sogar eine Langlaufski-Ausrüstung ab“, wunderte sich Iris Diehl.

Gegenüber des Nantweiner Friedhofs freute sich Martina Berendt über gut gelaunte Besucher. Trotz der niedrigen Corona-Infektionszahlen stand vor ihrem Hof ein Tisch mit einem Desinfektionsspender. Rosi Markreiter aus Attenham hatte für diese Maßnahmen Verständnis: „Endlich wieder Flohmarkt und Leute treffen: Das ist mir richtig abgegangen“, gestand sie.

Bereits um 10 Uhr und damit vier Stunden vor dem offiziellen Beginn des Hof- und Gartenflohmarkts eröffnete Anneliese Linner den Verkauf an ihrer Hofeinfahrt in der Sauerlacher Straße. „Das macht einfach riesigen Spaß, zumal ich nicht davon leben muss“, verrät die 78-Jährige. Unabhängig von dem einmal im Jahr stattfindenden Großereignis bietet die Rentnerin seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit Freunden Bücher, Keramik und Haushaltsgegenstände an.

Einen regen Andrang verzeichneten auch die Anwohner in der Auen- und Karwendelstraße. Jennifer Layton, Jugendreferentin des Stadtrats, machte sich diese Fluktuation zunutze. „Ich wohne eigentlich in der Königsdorfer Straße, bringe meine Sachen aber lieber zu Kirsten Braun in die Karwendelstraße“, berichtete sie. Auf einer Länge von etwa 100 Metern reihte sich hier ein Stand an den anderen. „Man hat ja nichts zu verlieren, da beim Hofflohmarkt keine Gebühren gezahlt werden müssen“, erklärte Anwohnerin Stefanie Bachmair.

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Einen richtig guten Umsatz verzeichneten einige Familien der Grubigsteinstraße in Farchet. „Da der Märchenwald geöffnet hat, kamen viele Menschen hier vorbei“, berichtete Andrea Aslanidis. Vor allem die Kinderkleidung ihrer Nachbarin Michaela Kammermayer fand reißenden Absatz.

Lange Gesichter gab es dagegen an einigen Standorten in Waldram. So verzeichneten Gaby Rüth und ihre Tochter Sabrina Schwenger in einer Reihenhaussiedlung an der Sudetenstraße kaum Besucher. „Dabei haben wir uns wirklich bemüht und Werbung gemacht, aber wir liegen leider etwas abgelegen“, bedauerte Rüth. So wie ihr ging es auch Hinterhalt-Betreiberin Assunta Tammelleo und Thorsten Thane vom Tiny-House-Verein „Einfach gemeinsam leben“ an der Faulhaberstraße.

Während einige Waldramer ihre Tische vorzeitig zusammenklappten und einräumten, herrschte am Kolpingplatz noch reges Treiben. Vor dem Erinnerungsort brachte der Badehaus-Verein vor allem Bücher und CDs an Frauen, Männer und Kinder. Gartenflohmarkt-Mitorganisatorin Dr. Ulrike Krischke sah das gerne. „Es gibt sicher eine Neuauflage im nächsten Jahr“, kündigte die Stadträtin an. Sie dankte vor allem dem Verein „Bürger für Bürger“, der den Großteil der aufwendigen Organisation übernommen hatte.

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