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Anfassen erlaubt: Auch Vogelspinnen sind bei der Insectophobie-Ausstellung zu sehen. 

„Wie ein Hamster mit acht Beinen“

Riesenspinnen in der Loisachhalle zu sehen

Deutschlands größte mobile Insekten- und Spinnenausstellung kommt nach Wolfratshausen. Zu sehen gibt es 500 Spinnen und Insekten, darunter Skorpione, Tausendfüßler und Vogelspinnen.

Wolfratshausen – Überall hängen sie in Wolfratshausen, die gelben Plakate, auf denen eine überdimensionierte Spinne zu sehen ist. Die einen packt bei solchen Bildern der Ekel, die anderen beschleicht eine leise Faszination. Hinter dem Poster steckt eine Ausstellung mit 500 Spinnen und Insekten, darunter Skorpione, Tausendfüßler, Gottesanbeterinnen, Wandelnde Blätter und Vogelspinnen, die am Sonntag in der Loisachhalle zu sehen ist.

Giovanno Neigert hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Mit 14 Jahren legte er sich die erste Vogelspinne zu. Seine Krabbeltier-Sammlung erweiterte er schnell und unermüdlich. Um die Leidenschaft zu finanzieren, bietet er seit 2011 Ausstellungen an, die auf Begeisterung stoßen. „Viele sagen mir beim Rausgehen: ,Es sind eigentlich wirklich schöne Tiere‘“, berichtet Neigert. Ein Großteil der Besucher betrete seine Schau mit Vorurteilen und nicht selten Abneigung gegenüber den harmlosen Gliederfüßlern.

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Für Besucher mit Angst oder Phobie bietet der Aussteller eine spezielle Führung an. „Erfahrene Mitarbeiter beantworten erst Fragen, zeigen dann eine abgeworfene Spinnenhaut und danach eine richtige Spinne, die viele schlussendlich sogar auf die Hand nehmen“, erklärt Neigert. Das Angebot werde gerne genutzt, und die Resultate seien erstaunlich. Den Satz „Eigentlich wollte ich gar nicht hier sein“, hört der 36-Jährige immer wieder. Im gleichen Atemzug würden jene Besucher aber immer berichten, wie froh sie sind, doch gekommen zu sein. „Im Grunde genommen sind unsere Spinnen eben auch nur Hamster mit acht Beinen“, sagt Neigert und lacht.

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Leider sind die Reaktionen nicht ausnahmslos positiv. „In Landsberg am Lech hat einmal ein Psychologe Anzeige wegen unserer Plakate erstattet“, erzählt der Dürrwanger. Der Vorwurf lautete, dass Phobiker sich beim Autofahren erschrecken und in den Gegenverkehr fahren könnten und dass sie ohne Einwilligung „therapiert“ würden. Vor Gericht wurde der Fall für nichtig erklärt. „Wenn die Menschen von solchen Ängsten geplagt sind, sollten sie den Führerschein vielleicht ganz abgeben“, positioniert sich Neigert. Einer Spinne könne man überall begegnen, zum Beispiel auch in der Fahrerkabine.

Die Ausstellung selbst musste sich noch keiner Klage stellen. Sie ist amtlich kulturell anerkannt und wurde als pädagogisch wertvoll eingestuft. Neigert: „Wir helfen den Menschen, sich den zu Unrecht verkannten Tieren zu nähern.“

Info

Die Insectophobie Riesenspinnen & Insekten Ausstellung findet am kommenden Sonntag, 28. April, von 10 bis 18 Uhr in der Loisachhalle statt. Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro.

Leonora Mitreuter

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