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Wasser marsch! Sobald das Beckeninnere grundiert und zweimal pastellblau gestrichen ist, soll der Marienbrunnen wieder plätschern. Zuvor waren seine maroden Zuleitungen saniert worden.

Treffpunkt in der Altstadt

Sanierter Marienbrunnen:  Wasser von oben unerwünscht

  • vonPeter Borchers
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Im Vorjahr hat die Stadt die maroden Leitungen des Marienbrunnens sanieren lassen. Bevor wieder Wasser sprudelt, folgt allerdings noch Teil zwei der Restaurierung. 

Wolfratshausen – Für viele Wolfratshauser ist er ein zentraler Treffpunkt in der Altstadt: In seiner jetzigen Form, mit der Muttergottes auf der Säule thronend, steht der Marienbrunnen seit 1924, gesäumt von zwei Platanen, im Schatten der Kirche St. Andreas. Damals hatte er seinen maroden Vorgänger an selber Stelle abgelöst. Nun, baufällig ist der Brunnen nicht, doch die fast 100 Jahre Betrieb hatten ihm zugesetzt, insbesondere den Leitungen in seinem Innern. Obwohl die Saison längst begonnen hat, fließt deshalb derzeit kein Wasser ins Becken. Vor wenigen Tagen noch steckte der Brunnen sogar in seinem hölzernen Winterkleid. Die gute Nachricht: Spielt das Wetter in den kommenden Tagen mit, können sich Flaneure und Rastende auf dem Marienplatz in etwa drei Wochen wieder am vertrauten Plätschern erfreuen.

Die Verzögerung hat mit der umfangreichen Sanierung der Leitungen im vergangenen Jahr zu tun. Horst Amesreiter erklärt die Sachlage: Die alte Leitung sei genau unter die Mitte des Brunnens verlaufen, dann hinauf in die Säule und habe sich schließlich auf die drei Löwenköpfe verzweigt. Direkt unter dem Brunnen war sie undicht. Um dort an das Leck zu gelangen, wären „schwierigste Grab- und Abstützungsarbeiten“ notwendig gewesen, sagt der technische Mitarbeiter im Wolfratshauser Bauamt. Also überlegte man sich eine andere Strategie: Die Löwenköpfe kamen runter, per Kernbohrungen oben an der Säule sowie unten im Becken legte der Wolfratshauser Sanitär-Handwerksmeister Holger Goldhofer die alte Leitung frei und ersetzte sie im bestehenden Schacht durch drei flexible Schläuche zu den Löwenköpfen. Anschließend verschloss Goldhofer die Bohrlöcher wieder. Als er und die für einige Grabarbeiten engagierte Eglinger Firma Hastra ihre Arbeiten beendet hatten, stand der Herbst vor der Tür. Somit war es zu spät für Teil zwei der Restaurierung.

Der folgt nun: Am Mittwoch wurde das Becken gesäubert und an seinem oberen Abschluss abgeklebt. Demnächst bekommt es eine Grundierung, die 48 Stunden aushärten muss. Im Anschluss folgt ein zweimaliger Anstrich mit einer speziellen Farbe – abgestimmt mit dem Bürgermeister wählte man Pastellblau –, der jeweils wieder eine Trocknungszeit benötigt. „Diese Farbe dichtet das Becken auch ab, damit kein Wasser ins Fundament sickern kann“, sagt Amesreiter. „Danach benötigt das Ganze nochmals 14 Tage, bis alles richtig ausgehärtet ist.“ Ein bisschen Regen könne dem Brunnen in dieser letzten Phase allerdings nichts mehr anhaben.

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In der Sitzung des Bauausschusses am kommenden Mittwoch „werden wir die Brunnenöffnung thematisieren“, sagt Wolfgang Mucha, ebenfalls Mitarbeiter im Bauamt, „dann können wir vielleicht auch schon mehr sagen.“ Er hofft auf einen Start in drei Wochen, „aber wir sind halt vom Wetter abhängig. Und gerade jetzt soll es unbeständiger werden und auch regnen.“ In diesem Fall müssten Grundierung und Anstrich warten.

Dass der Marienbrunnen mit großem Tamtam wiedereröffnet wird, glaubt Horst Amesreiter nicht. Klar, könne man einen Akt draus machen, sagt er und lacht, „aber ich denke, wir werden einfach das Wasser aufdrehen und gut ist’s.“

peb

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