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Expertenrunde: Auf Initiative von Seniorenreferentin Roswitha Beyer fand im Wirtshaus Flößerei erstmals ein Pflegetisch statt. 

Pflegetisch 

Wolfratshausen schafft Notfall-Telefon für Pflegebedürftige und Angehörige

Auf Initiative von Seniorenreferentin Roswitha Beyer wurde für Wolfratshausen ein „Pflegetisch“ eingerichtet. Eine der ersten beschlossenen Maßnahmen ist ein Notfalltelefon für Pflegebedürftige und Angehörige.

Wolfratshausen In der Pflege tut sich im Moment viel. Durch die Pflegestärkungsgesetze haben sich die Rahmenbedingungen in vielen Bereichen verändert. Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines neuen Begutachtungsinstruments arbeiten die Pflegedienste seit Anfang des Jahres auf ganz neuen fachlichen Grundlagen.

Ein besserer Austausch aller Akteure im Pflegebereich ist deshalb für die Seniorenreferentin des Stadtrats, Roswitha Beyer, wünschenswert. Sie hat an mehreren Regionaldialogen unter dem Motto „Pflege stärken“ des Bundesministeriums für Gesundheit teilgenommen – mit dem Ergebnis, dass das Ministerium die Loisachstadt bei der Vernetzung der Akteure vor Ort unterstützt.

Wolfratshausen ist gut aufgestellt

Zum ersten Pflegetisch, der kürzlich im Wirtshaus Flößerei stattfand, kamen Vertreter der Stadt und des Landratsamts, der Seniorenheime und der ambulanten Pflegedienste. Das Ministerium stellte zwei Moderatorinnen zur Verfügung. Es zeigte sich, dass Wolfratshausen recht gut aufgestellt ist mit zwei Pflegeheimen, dem Verein Bürger für Bürger, der Alzheimer Gesellschaft und den vielen ambulanten Pflegediensten. Außerdem berichteten die Teilnehmer, dass der Kontakt und die Zusammenarbeit untereinander durch die Vernetzung durch das Landratsamt bereits sehr gut seien. Trotzdem wurde der „Pflegetisch“ als notwendig erachtet, weil der persönliche Kontakt und das Wissen voneinander für das Mittelzentrum so wichtig seien. „Wenn bei uns in Wolfratshausen das Modell Pflegetisch gut läuft, können wir uns eine Zusammenarbeit mit Geretsried vorstellen. Denn in der Pflege gibt es jetzt schon ein gedeihliches Miteinander“, sagt Roswitha Beyer.

Nummer muss noch beantragt werden

Als erste Projekte wurden die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für Pflegenotfälle sowie das Erstellen eines Leitfadens für den Notfall festgelegt. Die Anlaufstelle soll ein rund um die Uhr besetztes Telefon im Rathaus sein. Unter einer Nummer, die noch beantragt werden muss, sollen Pflegebedürftige und Angehörige zum Beispiel Auskunft erhalten, wer nach einer Krankenhausentlassung, gerade am Wochenende, schnell helfen kann. „Es gibt genügend Institutionen, die im Notfall einspringen können“, sagte Elfi Blank-Böckl vom „Sozialen Netzwerk“. Der Leitfaden für den Notfall soll darüber informieren, was zu tun ist und an wen man sich wenden kann, wenn ein Pflegefall eintritt.

Bis zum Frühling will Pflegetisch-Initiatorin Roswitha Beyer zusammen mit Sibylle Gruber von der Renten- und Sozialberatung der Stadt beide Maßnahmen realisiert haben. Die nächste Sitzung, zu der weitere Pflegefachleute herzlich eingeladen sind, ist für Herbst 2018 geplant. Themen gibt es genügend: die Pflegeberatung der Krankenkassen bekannt machen, das Wissen über Demenz mit Hilfe der Alzheimer Gesellschaft verbessern, über die Einstufung des Pflegegrads durch den Medizinischer Dienst der Krankenkassen informieren, auf die Wohnungsnot der Pflegekräfte hinweisen und das Image der Pflegeberufe verbessern.

Tanja Lühr

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