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Sicherheit geht vor: Die Feuerschützen haben den Betrieb wieder aufgenommen, im Foto Helmut Michel (li.) und Michael Vizzini (re.), doch es gelten strenge Regeln. 

„Das war ein ganz besonderes Gefühl“

Schießen im 45-Minuten-Takt: Feuerschützen starten mit Betrieb - ein Besuch im Vereinsheim

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Langsam, aber sicher kehrt in fast allen Bereichen der Alltag zurück. Auch die Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft Wolfratshausen hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Von normalen Schießabenden ist man jedoch noch weit entfernt. Ein Besuch im Schützenheim.

Wolfratshausen– Hans Pflugbeil (69) rückt das Kleinkalibergewehr in seiner Hand zurecht, fokussiert die Zielscheibe, dann drückt sein Finger auf den Abzug. Es folgt ein lauter Knall und der Geruch von Schießpulver kitzelt in der Nase. Auf den ersten Blick wirkt im Vereinsheim der Königlich Privilegierten Feuerschützen an diesem Abend alles normal. 

Wer aber genauer hinschaut, dem fallen die durchsichtigen Scheiben aus Makrolon auf, die zwischen den drei Schützen am Schießstand angebracht sind. Dahinter warten drei weitere Vereinsmitglieder, jeweils mit Mund-Nasen-Maske, auf ihren Einsatz. Ansonsten herrscht im Schützenheim gähnende Leere.

Wolfratshauser Feuerschützen: Schießtraining unter strengen Auflagen

In einer Ecke des Raumes steht Erster Schützenmeister Helmut Michel (69). Ganze drei Monate hätten sie komplett geschlossen gehabt, berichtet er. „Das sind schon Entzugserscheinungen, die da aufkommen“, gesteht er und lacht. Doch seit zwei Wochen sind die Türen im Vereinsheim wieder geöffnet – „aber einiges läuft jetzt anders“, sagt Michel. 

Sein Blick wandert durch den Kellerraum. Gleich am Eingang steht ein Desinfektionsmittelspender, am Boden markieren rote Linien die Sicherheitsabstände. Einzig am Schießstand gilt wegen der ständigen Luftströmung keine Maskenpflicht. Die Luft transportiert in erster Linie die Pulvergase ab. „Michel: Wenn ein Schütze zum Beispiel niest, würde das Aerosol auch sofort abtransportiert.“

Schützen führen Online-Buchungssystem ein

Im hinteren Teil der Räumlichkeiten sitzt Zweiter Schützenmeister Michael Vizzini am Schreibtisch bei der Anmeldung. „Wir haben ein Online-Buchungssystem eingeführt, in dem sich die Mitglieder zum Schießen anmelden müssen“, erklärt der 37-jährige Wolfratshauser. „Jeder hat 45 Minuten und 40 Schuss, dann ist Schluss. Alles ist genau durchgetaktet“, ergänzt Michel.

 So soll verhindert werden, dass sich zu viele Personen auf einmal im Schützenhaus aufhalten. „Das gesellige Beisammensein, das was ein Vereinsleben ja ausmacht, fällt dadurch leider weg“, bedauert Vizzini.

Ein weiterer Aufwand: Nicht jeder Schütze besitzt eine eigene Waffe. „Die Leihgewehre müssen wir vor und nach jedem Gebrauch desinfizieren“, berichtet Michel. Seit der Wiedereröffnung sei die Nachfrage zwar noch „sehr gering“. „Aber das liegt daran, dass wir die Öffnung zuerst nicht kommuniziert haben.“, erklärt der Geretsrieder. Man wolle zunächst einmal schauen, „wie wir mit den ganzen Regelungen zurechtkommen“. Bisher funktioniere das „ganz gut“.

„Das Schießen ist ein Teil meines Lebens, das hat mir wirklich gefehlt“

Mittlerweile ist Pflugbeil mit seinen 40 Schüssen durch. Er räumt den Stand, macht Platz für den nächsten Schützenbruder. Die Augen des Hohenschäftlarners glänzen. „Das war ein ganz besonderes Gefühl“, schwärmt der 69-Jährige. Anfang März kam er zum letzten Mal ins Schützenheim. 

„Das Schießen ist ein Teil meines Lebens, das hat mir wirklich gefehlt.“ Mit den strengen Regelungen hat er kein Problem. „Hauptsache, ich durfte endlich mal wieder schießen“, sagt er und zieht zufrieden von dannen.

Auch die Zeit des Homesinging‘s ist vorbei. Cöre dürfen wieder proben. Ein Gespräch mit Roland Hammerschmied über die Lockerungen.

kof

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