Gaby Reith, Hannelore Schaumburg, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Alexandra von Alvensleben und Assunta Tammelleo im Wolfratshauser Rathaus.
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„Faire Ostern“ wünschen die Mitglieder der Fairtrade-Gruppe: (v. li.) Gaby Reith, Hannelore Schaumburg, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Alexandra von Alvensleben und Assunta Tammelleo.

Fairtrade-Gruppe läutet Osteraktion ein

Süßes für mehr Gerechtigkeit

  • vonDominik Stallein
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Faire Schokolade - faires Osterfest: Die Stadt wirbt für Waren aus gerechten Handels- und Produktionsbedingungen. Die Oster-Offensive soll nur der Anfang sein.

Wolfratshausen – Selten wird so viel Schokolade gegessen wie an Ostern. Die Stadt Wolfratshausen – seit vergangenem Sommer offiziell Fairtrade-Kommune – möchte in diesem Jahr „faire Ostern“ feiern. In einer Pressekonferenz der Steuerungsgruppe Fairer Handel machten die Protagonisten deutlich, wie das klappen soll. Die Osteraktion soll nur der Auftakt für „einen bunten Strauß an Aktivitäten“ sein, wie Assunta Tammelleo ankündigte. Die Grünen-Stadträtin leitet seit September vergangenen Jahres die Steuerungsgruppe.

Trotz Corona: Öffentlichkeitsarbeit im Fokus

„Es war bisher sehr schwierig, etwas zu planen, weil die Corona-Situation nicht viel zugelassen hat“, sagte Rathauschef Klaus Heilinglechner in der Pressekonferenz. Die Feierlichkeiten zur offiziellen Verleihung des Fairtrade-Siegels musste die Stadt verschieben. „Wir wollen das aber nachholen“, erklärte der Bürgermeister. Trotz allem, so ergänzte Rathausmitarbeiterin Alexandra von Alvensleben, „können wir aber Öffentlichkeitsarbeit für die Bürger machen“. Genau das hat die Steuerungsgruppe nun vor: In den kommenden Tagen werden blaue Plakate in der Stadt aufgehängt, die dem Betrachter „Faire Ostern“ wünschen.

„Mit seinem Einkaufsverhalten kann jeder Mensch vielen anderen in der ganzen Welt helfen.“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner

„Süßes für mehr Gerechtigkeit“ heißt die Aktion, mit der die Fairtrade-Aktivisten Gewerbetreibende motivieren wollen, Leckereien aus nachhaltigen und gerechten Produktionsbedingungen anzubieten. Außerdem wolle man so den Bürgern die Wichtigkeit der Thematik wieder ins Gedächtnis rufen. „Mit seinem Einkaufsverhalten kann jeder Mensch vielen anderen in der ganzen Welt helfen“, sagte Heilinglechner. Die Stadt möchte mit gutem Beispiel vorangehen. So sei eine eigene Wolfratshauser Fairtrade-Schokolade in Planung, außerdem stellt die Verwaltung schrittweise ihre eigenen Einkäufe auf fair gehandelte Produkte um (siehe Kasten).

Kommune stellt Einkäufe um

Rathausmitarbeiterin Alexandra von Alvensleben berichtete in der Pressekonferenz über die Umstellung der kommunalen Einkäufe. Nach einem Stadtratsbeschluss aus dem vergangenen Jahr ist die Verwaltung angehalten, ihre eigenen Einkäufe – zum Beispiel für Bürobedarf oder Dienstbekleidung – auf fair gehandelte Produkte umzustellen. „Wir haben uns entschieden, mit dem Verbrauchsmaterial im Rathaus zu beginnen“ sagt Alvensleben. Sie habe in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Lieferanten eine Richtlinie entworfen, welche Produkte künftig bestellt werden können, darunter sei beispielsweise recyceltes Papier. Die einzelnen Rathausabteilungen seien angehalten, auf faire Produktionsbedingungen bei den Wareneinkäufen zu achten. „Das ist in den Budgets eingeplant“, bestätigte Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Alexandra von Alvensleben möchte künftig noch weitere Teile der kommunalen Einkäufe anpassen. „Wir müssen das nicht neu erfinden“, betonte die Rathausmitarbeiterin. Sie wolle mit anderen Kommunen, die ihre Beschaffung bereits umgestellt haben, Erfahrungen austauschen. dst

Die eigene Schokolade möchte die Steuerungsgruppe am liebsten noch in diesem Jahr anbieten und im örtlichen Einzelhandel als „süßen Gruß aus Wolfratshausen“ verkaufen. „Je mehr wir das Thema in die Köpfe der Konsumenten bringen, umso eher sind Händler bereit, dabei mitzumachen“, sagte Alvensleben. Werbe-Kampagnen wie die zum Osterfest möchten die Initiatoren auch künftig fahren: „Faire Blumen zum Muttertag wären eine Idee“, meinte Assunta Tammelleo, und zum Weihnachtsfest die faire Wolfratshauser Schokolade.

Kommune muss Fairtrade-Siegel immer wieder bestätigen - mit Bildung und Aktionen

Die Stadt ist seit 2019 offizielle Fairtrade-Stadt. Alle zwei Jahre müssen Kommunen mit diesem Siegel beweisen, „dass sie die Auszeichnung nicht bloß für die Schublade erhalten haben“, erklärte Gaby Reith. „Wir müssen weiter in die Gänge kommen“, um das Siegel zu bestätigen. Zu den Auflagen zählen beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene. Außerdem müssen sich verschiedene gesellschaftliche Zweige der Stadt für fairen Handel engagieren – zum Beispiel Gewerbetreibende, die Kommunalpolitik und Bildungseinrichtungen. „In Wolfratshausen ziehen viele Institutionen an einem Strang. Die ganze Gruppe leistet eine tolle Arbeit“, lobte Heilinglechner. dst

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