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Wolfratshausen: Schule in Weidach bekommt Glasfaser-Anschluss - weil Planer nachlegt

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Von: Dominik Stallein

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Digitales Lernen hat nicht erst seit der Corona-Pandemie an Wichtigkeit gewonnen. Jetzt soll auch die Weidacher Grundschule ausgerüstet werden.
Digitales Lernen hat nicht erst seit der Corona-Pandemie an Wichtigkeit gewonnen. Jetzt soll auch die Weidacher Grundschule ausgerüstet werden. © Uli Deck/dpa

Zwei Schulen in Wolfratshausen erhalten einen Glasfaser-Anschluss, aber die dritte nicht? Da war der Ärger groß. Jetzt kommt es doch anders.

Wolfratshausen – Erst war der Ärger groß, jetzt ist die Verwunderung nicht geringer: Noch im September hatte der Bauausschuss beschlossen, die Grundschule Weidach nicht ans Glasfasernetz anzuschließen. Der Grund: Mit über 150 000 Euro Bruttokosten erschien den Räten die Maßnahme überteuert für das kleine Schulhaus mit vier Klassen (wir berichteten).

Wolfratshausen: Schule in Weidach bekommt Glasfaser-Anschluss - weil Planer nachlegte

Unter den Eltern regte sich Protest. Vor allem, weil die beiden größeren Schulen – am Hammerschmiedweg und in Waldram – digital aufgerüstet werden sollten, nur die Weidacher Grundschule nicht. Unter den Kommentatoren eines Artikels unserer Zeitung machte das böse Wort „Stillstandshausen“ mal wieder die Runde. Nun die Rolle rückwärts: Die Planer haben noch einmal genauer hingesehen und kamen schließlich zu einem neuen Ergebnis. Das Kollegium und die Schüler in Weidach dürfen sich nun doch auf ein schnelleres Internet freuen.

Wolfratshauser Digitalisierung: Angebot kostet weniger als die Hälfte

Das Angebot klingt mittlerweile so: Statt 150 000 Euro kostet die Infrastruktur-Maßnahme noch rund 66 000 Euro. Sogar 50 000 Euro könnten als Zuschuss an die Kommune fließen. Auf Nachfrage der Stadträte, die diesen enormen Preisunterschied nicht nachvollziehen konnten, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW), dass eine nähere Anschlussstelle gefunden worden sei, was den Preis für den Ausbau massiv drücken würde.

Weidacher Schule geht ans Glasfasernetz - CSU jubiliert

Die Ausschussmitglieder reagierten mit einer Mischung aus Freude und Entsetzen. CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Plößl betonte, dass die Christsozialen bereits im ersten Durchgang für den Weidacher Ausbau gestimmt hatten. „Aber es ist schön, wenn wir uns jetzt auch noch Geld sparen können.“ Die Kostenentwicklung bezeichnete Josef Praller, Sprecher der BVW-Fraktion, als „Pfund“. Ein Stadtrat spöttelte leise: „Dann sollten die Planer bei den anderen Schulen auch mal nachrechnen, vielleicht sparen wir da auch was.“

SPD-Rat kritisiert Fachfirma

Fritz Schnaller (SPD) hingegen nahm die Neuberechnung nicht so gelassen hin. „Solche Dinge wie die Anschlussstellen prüft man doch, bevor man ein Angebot macht“, meinte er in Richtung der beauftragten Firma. „Man muss sich schon fragen, mit welchen Leuten wir zusammenarbeiten.“ Rathauschef Heilinglechner versuchte zu beschwichtigen: „Ich wäre vorsichtig, die Arbeit eines Projektanten in Frage zu stellen, wenn wir nicht alle Hintergründe kennen.“ Schnaller legte nach: „Ich nehme meinen Einwand gerne zurück, wenn mir jemand einen unvorhersehbaren Hintergrund nennen kann, der diesen Preisunterschied erklärt.“ In der Bauausschuss-Sitzung konnte damit niemand aufwarten.

Einig war sich das Gremium über den Nutzen der Maßnahme: Mit 9:0 Stimmen votierte der Bauausschuss für den vorliegenden Plan. Das letzte Wort zum Kabelausbau hat am heutigen Dienstagabend der Stadtrat.

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