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Sebastian Klug hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder. 

“Zu gut für diese Welt“

Er hat mit 38 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren

  • Susanne Weiss
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Zwei Jahre kämpfte Sebastian Klug gegen die tückische Krankheit. Vergangene Woche hat der Wolfratshauser mit nur 38 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren.

WolfratshausenSebastian Klug war ein Sonntagskind. Was er anpackte, wurde gut. Das Glück trug den Kulturfreund durch sein Leben. Bis zu seiner Krebsdiagnose vor zwei Jahren. Vergangenen Donnerstag verlor er mit nur 38 Jahren den Kampf gegen die tückische Krankheit.

Der freie Autor, der mit seiner Frau Bea, Tochter Leonie (3) und Sohn Valentin (1) in Wolfratshausen wohnte, engagierte sich als junger Erwachsener im Geltinger Hinterhalt. Als der erste Wirt Hias Röttig die Kulturbühne noch betrieb, wurde Klug zum Präsidenten des damaligen Kulturvereins Hinterhalt gewählt. „Mit vielen Aktiven in diesem Verein widmete er sich – trotz seiner jungen Jahre – sehr erfolgreich der kulturellen Belebung durch eine Vielzahl an originellen, hochkarätigen und abwechslungsreichen Veranstaltungen“, erinnert sich die heutige Hinterhalt-Chefin Assunta Tammelleo.

Die vielen schönen Momente hielt Klug mit der Kamera fest und präsentierte den Zusammenschnitt vor drei Jahren im Hinterhalt. „Sebastian schätzte die Bühne, auf der man vieles ausprobieren konnte und als junger Mensch anerkannt wurde“, sagt Tammelleo und würdigt auch dessen menschliche Seite. Er sei „zu gut für diese Welt“ gewesen, freundlich zu allen und nie schlecht aufgelegt.

Kultur in all ihren Facetten war Klugs Ding. Nach dem Gymnasium, das der gebürtige Waldramer in Geretsried besucht hatte, studierte er Germanistik und vergleichende Kulturwissenschaft in Regensburg. Nebenbei spielte er Gitarre – sieben Instrumente hatte er daheim. „Wie Mark Knopfler konnte er keine Note. Er hat es sich selbst beigebracht“, erzählt sein Vater Dieter. Und der 38-Jährige las viel, von Friedrich Ani über Martin Suter bis Ferdinand von Schierach. Tammelleo erinnert sich gerne an die Sampler, die Klug zusammenstellte und als musikalischen Weihnachtsgruß verschickte. „Es war kein Mainstream, was er hörte, aber vieles von dem wurde später zum Mainstream“, sagt sie. Klug habe auch Josef Hader vor den meisten anderen ge- und als brillanten Kabarettist erkannt.

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Möglicherweise entfachte Claus Steigenberger mit der Kabarettgruppe Narrenschaukel die kulturelle Begeisterung von Sebastian Klug. „Er hat ihm erzählt, dass er sie mit drei Jahren gehört hat, als die Gruppe zu Besuch bei seinen Eltern war“, sagt die Hinterhalt-Chefin. Dafür durfte er länger aufbleiben, Seine Leidenschaft, Worte zu Papier zu bringen, machte Klug zum Beruf. Er schrieb für das Magazin „Gitarre & Bass“, eine Kolumne im Stadtmagazin „curt München“, Drehbücher für Werbefilme und für die BR-Serie „Dahoam is Dahoam“. Auch an einem Tatort war er beteiligt. „Sein Traum war immer, mal einen Tatort alleine zu schreiben“, sagt Dieter Klug.

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Den Schritt hinter die Kamera habe sein Sohn als junger Erwachsener bewusst gemacht. Es hätte aber auch anders kommen können: Als Gymnasiast spielte Sebastian Klug den Albert Vierstein in der deutschen Comedyserie „Die Viersteins“ und ein paar Rollen bei „Siska“ und „Der Bulle von Tölz“. 

Beisetzung

Trauerfeier mit Urnenbeisetzung ist am Freitag, 29. März, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Waldram.

Trauer.de

sw

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