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Seniorenvertretung geht an den Start - Diese Menschen wollen sich engagieren

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Von: Dominik Stallein

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Die Seniorenvertretung ist bereit anzupacken. Unser Bild zeigt (hinten von li.) Sibylle Gruber, Rathausmitarbeiter Martin Melf, Eva-Maria Rühling, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Franz Stoll, Klaus Rollbühler, Knut Arndt, Dieter Käufer sowie (vorne, v. li.) Dr. Ulrike Krischke, Gertrud Huber, Corina Weixler, Brigitte Schwanghart, Renate Kreis, Gabriele Strauhal und Roswitha Beyer.
Die Seniorenvertretung ist bereit anzupacken. Unser Bild zeigt (hinten von li.) Sibylle Gruber, Rathausmitarbeiter Martin Melf, Eva-Maria Rühling, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Franz Stoll, Klaus Rollbühler, Knut Arndt, Dieter Käufer sowie (vorne, v. li.) Dr. Ulrike Krischke, Gertrud Huber, Corina Weixler, Brigitte Schwanghart, Renate Kreis, Gabriele Strauhal und Roswitha Beyer. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Alte Wolfratshauser sollen politisch öfter zu Wort kommen: Das ist die Grundidee der Seniorenvertretung. Diese 12 Ehrenamtliche stehen bereit - und haben Pläne.

Wolfratshausen – Senioren für Senioren: So könnte man die Grundidee des neuen Gremiums in der Loisachstadt überschreiben. Kürzlich tagte die neue Seniorenvertretung der Stadt. Unter den zwölf vom Stadtrat gewählten Mitgliedern finden sich einige altbekannte Engagierte. Im Gremium sitzen aber auch Wolfratshauser, die bislang öffentlich weniger in Erscheinung getreten sind.

Wolfratshausen: Seniorenvertretung geht an den Start - Diese Menschen wollen sich engagieren

Klaus Heilinglechner hieß die Runde im Rathaus willkommen. „Die Gesellschaft wandelt sich, die geburtenstarken Jahrgänge kommen jetzt ins Rentenalter, die Lebenserwartung steigt“, so der Bürgermeister. Bereits jetzt sei über ein Drittel der Wolfratshauser älter als 55 Jahre, nämlich 7160 von etwas mehr als 19 000 Bürgern – Tendenz steigend. Umso wichtiger sei es, den Bedürfnissen von Senioren Aufmerksamkeit zu schenken.

Dieses Ziel soll unter anderem mit der Seniorenvertretung erreicht werden. Ihr gehören zwölf Bürger an, die sich wie berichtet bewerben konnten und vom Stadtrat gewählt worden. Außerdem sind die Seniorenreferentin des Stadtrats, Dr. Ulrike Krischke, und die Seniorenbeauftragte der Stadt, Sybille Gruber, Mitglieder des neuen Gremiums.

Wolfratshausen will Senioren politisch stärken: Gremium tagt zur ersten Sitzung im Rathaus

In der konstituierenden Sitzung zeigte sich, dass die Runde bunt zusammengestellt wurde. Einige bekannte Gesichter gehören dazu: Die langjährige Seniorenreferentin Roswitha Beyer, die bis 2020 für die SPD im Stadtrat saß. Auch Ex-AWO-Leiter Dieter Käufer und die langjährige Chefin des Sozialdienstes in dieser Einrichtung, Gabriele Strauhal, gehören dem Gremium an. Die Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger, Eva-Maria Rühling, und Malteser-Mitarbeiterin Gertrud Huber sind genauso Teil der Seniorenvertretung wie VdK-Vorstandsmitglied Franz Stoll.

„Ich habe es noch nie gescheut anzupacken, auch wenn ich dafür manchmal Prügel bezogen habe“, erklärte Knut Arndt (86) seine Motivation. Klaus Rollbühler (60) möchte einen Pflegestützpunkt in Wolfratshausen verwirklichen: „Es gibt viele Angebote für die Älteren, aber ich habe oft den Eindruck, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht“, sagte der Fachkrankenpfleger.

Senioren stärken - im Alltag und in der Politik

Die langjährige Psychotherapeutin Corina Weixler hat beobachtet, dass viele Senioren „in der sich schnell verändernden Welt stumm aus der Gesellschaft herausfallen“. Sie will gegen diesen traurigen Trend steuern. Ins selbe Horn stieß Brigitte Schwanghardt (70), die in einer Arztpraxis arbeitet. „Ich sehe, wie überflüssig oder lästig Senioren sich fühlen. Das tut mir wahnsinnig weh.“ Sie möchte eine Kultur schaffen, „in der sich die Älteren nicht als Bittsteller fühlen“ und eine niederschwellige Anlaufstelle für sie schaffen.

Renate Kreis wechselt das Ressort: Als Lehrerin und Mitarbeiterin der Schulleitung an der Grund- und Mittelschule Geretsried lernte die 65-Jährige die Arbeit mit der jungen Generation kennen. „Jetzt habe ich etwas Neues gesucht, um etwas für andere zu tun“, erklärte sie. Patricia Vogl, die nicht an der konstituierenden Sitzung teilnehmen konnte, arbeitet im AWO-Demenz-Zentrum und ist ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Sie wünscht sich geeignete Räume für Senioren, um inklusives Wohnen möglich zu machen.

Wolfratshauser Seniorenvertretung hat viele Wünsche

Die Wunschliste der Seniorenvertretung ist lang, wie Krischke betonte: „Es ist eine spannende Aufgabe, die Vielfalt an Bedürfnissen ist sehr groß.“ Das neue Gremium sei wichtig, damit beispielsweise im Stadtrat die Wünsche der Älteren gehört werden. „Ich hoffe, dass wir Themen konsequent bearbeiten und sie überfraktionell gehört werden.“ Der Leiter des Rathaus-Referats „Bildung und Soziales“, Martin Melf, sieht den Grundstein dafür gelegt. „Jeder ist irgendwann mit dem Älterwerden konfrontiert, deshalb ist diese Einrichtung hier ganz wichtig“, sagte er. „Wir sollten dieser Generation einen tollen Lebensabend bescheren.“ Schon jetzt sei viel dafür getan: „Das Soziale und die menschliche Wärme: Dafür steht Wolfratshausen.“

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