Loisachtaler Bauernbühne um Melanie Tobian
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Ein Leben für die Bühne: Melanie Tobian ist nicht nur Chefin der Loisachtaler Bauernbühne, sondern war auch Mitglied der Iberl Bühne. An den verstorbenen Georg Maier hat sie nur die besten Erinnerungen.

Georg Maier ist im Alter von 79 Jahren verstorben

So erinnert sich Melanie Tobian an den Chef der Iberl Bühne

  • Volker Ufertinger
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Melanie Tobian ist Ensemblemitglied der Iberl Bühne. Die Wolfratshauserin trauert um deren Gründer und Chef Georg Maier. „Er war ein toller Mensch“, sagt sie.

Wolfratshausen – Das Jahr 2021 hat für Melanie Tobian, Chefin der Loisachtaler Bauernbühne, schlecht angefangen. Der Tod von Georg Maier, Gründer und Betreiber der Iberl Bühne München, ist ihr extrem nahe gegangen. „Es bricht mir das Herz“, sagt sie. „Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich ihn kennenlernen und mit ihm zusammenarbeiten durfte.“

Seit zehn Jahren spielt Melanie Tobian in dem berühmten bayerischen Wirtshaustheater mit, erst in Solln, später im Augustiner Stammhaus in München. „Ich habe mir irgendwann ein Stück angeschaut und mir gedacht: Wahnsinn.“ Also schrieb sie eine Bewerbung, auf die auch prompt geantwortet wurde, zunächst für ein Kinderstück von Maiers Tochter Georgia. Dann kam der Chef selbst auf sie zu und fragte, ob sie nicht bei seinem neuen Stück „Sauber brazzelt“ mitspielen möchte, auf Hochdeutsch: „Ziemlich veralbert.“ Die vielen altbairischen Ausdrücke von Maier haben es der Wolfratshauserin angetan. „Die meisten habe ich zuletzt von meiner Oma aus Deining gehört.“

Georg Maier von der Iberl Bühne war ein Münchner Original.

Im Lauf der Jahre kamen drei Stücke zusammen, in denen Tobian mitgewirkt hat, nämlich „Sauber brazzelt“, „Niedertrachtig“ und „Wildschützen“. Besonders in Erinnerung ist ihr ihre Rolle in „Niedertrachtig“, wo sie ein leichtes Mädchen spielte. Da bei der Iberl Bühne das Publikum mit einbezogen wird, musste sie sich fremden Männern auf den Schoß setzen. „Das war am Anfang schon gewöhnungsbedürftig“, sagt sie. „Aber irgendwann war es lustig, auch, wie deren Frauen darauf reagiert haben.“ Meistens haben sie sich königlich amüsiert.

Als Regisseur legte Maier Wert auf Disziplin

Für die Praxis ihres Laientheaters, der Loisachtaler Bauernbühne, hat Tobian bei Maier viel gelernt. Vor allem eines: „Betonung ist wichtig.“ Wenn man einen Text wirklich zur Geltung bringen will, genügt es nicht, ihn runterzurattern. „Man muss Pausen machen, Akzente setzen“, erzählt Tobian. „Für Laien ist das gar nicht so einfach.“

Als Regisseur hat Maier sehr auf Disziplin geachtet. Dass man bei Probenbeginn den Text konnte, war für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Aber wenn das der Fall war, spielte der Humor eine ganz große Rolle.“ Auch für die Tatsache, dass sie durch ihn mit Profis wie Hansi Krauss oder Manuela Denz spielen durfte, ist die Wolfratshauserin dem berühmten Münchner Theatermacher extrem dankbar.

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Außerdem hat Melanie Tobian an Georg Maier seine Vielseitigkeit bewundert. Er war ja nicht nur Autor, Regisseur und Darsteller, sondern darüber hinaus Musiker. „Jazz konnte er auch noch“, sagt sie. Wenn die Iberl Bühne umgebaut wurde, legte sie immer die CD mit seinen Stücken ein. „Er wird mir furchtbar fehlen. Er war ein toller Mensch.“

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