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Ortstermin: Bauingenieur Sebastian Conrad (li.) informierte Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller sowie Stadträte der CSU, der Bürgervereinigung und der SPD über die technischen Aspekte der künstlichen Surfwelle. 

künstliche surfwelle in weidach 

Wolfratshausen soll künstliche Surfwelle in Weidach bekommen: Doch die Uhr tickt

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Die Surfwelle in Weidach ist „einzigartige Chance für Wolfratshausen mit gigantischem Imagegewinn“. Da sind sich die Beteiligten einig. Allerdings drängt jetzt die Zeit, damit das 350.000 Euro teure Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann.

Wolfratshausen – Die Uhr tickt. Damit die bereits zugesagten 172.000 Euro Leader-Fördermittel wirklich fließen, müssen bis zum 11. September alle Genehmigungen für die künstliche Surfwelle vorliegen. „Bis zu diesem Stichtag müssen alle Verträge, Zusagen und Beschlüsse hieb- und stichfest sein“, betonte die städtische Tourismusbeauftragte Gisela Gleißl am Mittwochnachmittag bei einem Ortstermin in Weidach.

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Keine schlaflosen Nächte bereitet das rund 350.000 Euro teure Projekt dem Bauingenieur Sebastian Conrad von RMD Consult. Der Mitarbeiter der Münchner Ingenieurgesellschaft, die auf die Bereiche Wasserbau und Energie spezialisiert ist, stellte die technischen Aspekte des Vorhabens an Ort und Stelle vor. Errichtet werden muss im Nebenarm der Loisach laut Conrad ein Betonbauwerk mit einer verstellbaren Stahlkonstruktion. Ähnlich des Hubbodens in einem Wellenbad „sorgt die Stahlplatte für eine optimale Surfwelle“, so der Ingenieur. Der notwendige Eingriff in die Natur sei minimal, beteuerte er, der Baumbestand im Bereich des schmalen Kanals bleibe nahezu unangetastet. Conrad rechnet mit etwa drei Monaten Bauzeit, laut Gleißl ist vorgesehen, die Arbeiten in den Wintermonaten durchführen zu lassen. „Kein Projekt ist so weit wie bei uns“, betonte Gleißl, „es wäre eine Riesenchance für Wolfratshausen, dieses Pilotprojekt umzusetzen.“

Stadtmanager Dr. Stefan Werner stieß am Loisachufer ins selbe Horn: „Es ist eine einzigartige Chance für Wolfratshausen mit gigantischem Imagegewinn.“ Werner wies darauf hin, dass das Projekt „von vielen Menschen getragen wird“ und nicht zuletzt großen Zuspruch aus Wirtschaftskreisen erfahre. Unter anderem die Firma Brumaba sowie die Raiffeisenbank Isar-Loisachtal zogen für den Verein „Surfing Wolfratshausen“ Finanzspritzen auf. Der Verein muss wie berichtet 60 000 Euro auf den Tisch legen – erst dann gibt die Stadt 100 000 Euro Zuschuss frei. „Viel fehlt nicht mehr“, sagte Ober-Surferin Stefanie Kastner am Mittwoch.

Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller sieht vor seinem geistigen Auge bereits ein neues Logo der Stadt: „Wolfratshausen, die Flößerstadt – mit Surfwelle.“ Er stelle sich darauf ein, „dass es mit dem Bau im Mai 2019 losgeht“.

Voraussichtlich im Juni werden die Räte über den Bauantrag abstimmen – Bauherr wäre die Kommune. Bis dahin muss nicht zuletzt die Haftungsfrage verbindlich beantwortet sein, die CSU-Fraktionschef Günther Eibl bereits mehrfach in den Raum stellte. Aufschluss darüber geben, wer bei einem Unfall beziehungsweise technischen Schaden haftet, soll ein 40 Seiten dickes juristisches Gutachten, das der Verein erstellen hat lassen. Darüber hinaus hat der Verein mehrere Versicherungen kontaktiert – die Ergebnisse stehen laut Stefanie Kastner noch aus.

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Stadtmanager Werner bekam von Vize-Rathauschef Schnaller am Mittwoch den mündlichen Auftrag, alle Infos rund um die künstliche Welle an die Stadträte und die Bürger weiterzugeben. Schnaller: „Schließlich wollen wir bei dem Projekt eine eine große Akzeptanz.“

cce

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