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Der Kopf von „Coconut Stuff“:Sophia Neisinger, 21 Jahre alte Medizinstudentin aus Wolfratshausen. 

21-Jährige gründet Accessoire-Label

Sophia Neisinger ist Studentin und Firmenchefin

Wolfratshausen - Im Landkreis gibt’s immer weniger Existenzgründer. Das hat die Industrie- und Handelskammer festgestellt. Eine 21-jährige Wolfratshauserin schwimmt gegen den Strom. Um ihr Medizin-Studium finanzieren zu können, hat Sophia Neisinger ein Accessoire-Label gegründet.

Unter dem Namen „Coconut Stuff“ verkauft die 21-Jährige Handtücher, Fächer und kleine Schmuckstücke über das Internet. Die Idee reifte während eines Praktikums in der Türkei. „Da habe ich die so genannten Pestemal-Handtücher das erste Mal gesehen“, berichtet die Medizinstudentin. Die Rede ist von handgestrickten Baumwolltüchern mit einem charakteristischen Muster. Die Baumwoll-, Leinen- und Bambustücher werden nicht nur zum Abtrocknen benutzt, sondern oft als modische Accessoires getragen. Ihren Ursprung haben die Pestemal in Kleinasien.

In der Türkei kaufte die junge Wolfratshauserin ein Tuch und nahm es einige Monate später mit nach Südamerika. „Dort wurde ich oft darauf angesprochen und gefragt, wo es das zu kaufen gibt.“ Neisinger erkannte das Potenzial, das in den besonderen Strand- und Yogatüchern steckt – und verkauft nun selbst gestaltete Pestemal.

Hergestellt werden die Produkte in der Türkei. „Wir nutzen dafür Baumwolle aus der größten Baumwollregion des Landes“, sagt die junge Existenzgründerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Um das Startkapital für ihr Projekt zusammen zu bekommen, startete sie eine Crowdfunding-Kampagne auf der Online-Plattform „Kickstarter“. Bisher fanden sich 28 Unterstützer, Neisingers Ziel von 1000 Euro wurde längst übertroffen. „Weitere Unterstützer sind natürlich willkommen.“

Die Investition in Neisingers Projekt verspricht eine kleine Rendite. „Wenn wir die 2000-Euro-Marke knacken, gibt es für jeden Unterstützer einen spanischen Fächer umsonst“, sagt die Jungunternehmerin. Bislang erhält jeder Unterstützer der Kampagne – je nachdem, wie viel Geld er zur Verfügung stellt – ein oder zwei Handtücher der Wolfratshauser Firma.

Das bislang eher kleine Sortiment, das Neisinger im Internet anbietet, möchte sie in Zukunft erweitern: „Wir fangen jetzt einmal mit den Tüchern und vielleicht dem Fächer an“, sagt sie. Dann sollen weitere Accessoires hinzukommen.

Mit „Coconut Stuff“ erfüllt sich Neisinger einen langjährigen Wunsch. „Mich hat die Start-up-Szene schon immer interessiert“, sagt sie. Einige Monate schnupperte sie in die Berliner Jungunternehmer-Branche hinein. „Ich finde das total spannend und interessant. Ich möchte das jetzt einmal ausprobieren.“ Neisingers älterer Bruder ist bereits an einigen Unternehmensgründungen beteiligt gewesen. Er unterstützt seine Schwester bei ihren nächsten Schritten. Die Modemarke ist Neisingers erstes eigenes Projekt. Das Medizinstudium an der Münchner Ludwigs-Maximilian-Universität möchte sie abschließen – auch wenn ihre Firma Erfolg hat.

Sobald die Crowdfunding-Kampagne beendet ist, soll „Coconut Stuff“ starten. Neisinger plant neben dem Online-Verkauf, mit Modeboutiquen zu kooperieren.

Dominik Stallein

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