Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Einen Korb holen sich Sportvereine, die mehr Hallenzeiten brauchen. Die Kapazitäten sind zu knapp.

Zu wenig Hallenkapazitäten

Sportvereine schlagen Alarm

Wolfratshauser Sportvereine schlagen Alarm: Die Hallenkapazitäten in der Loisachstadt reichen nicht aus.

Wolfratshausen – „Unfair“ sei die Verteilung der Hallensportzeiten an die Vereine. In der jüngsten Bürgerversammlung der Stadt Wolfratshausen prangerte der Vorstand des 1. FC Weidach, Stefan Meyer, die Belegungspläne der Turnhallen an. „Wir müssen mit 15 Kindern in einer Einfachturnhalle trainieren“, monierte er. Die Kapazitäten in der Loisachstadt seien nicht ausreichend, damit sein 400 Mitglieder starker Verein ausreichende Hallentrainingszeiten bekomme.

Hallen sind vor allem in Winter überbelegt

Dieses Problem kennen auch andere Vereinsvorsitzende. „Natürlich ist die Situation angespannt“, sagt Werner Henschelchen. Vor allem im Winter sind die Sportstätten laut des Vorsitzenden der DJK Waldram überbelegt. „Im Sommer ist es etwas lockerer, weil die Leichtathleten und die Fußballer draußen trainieren.“ Die Sportler der DJK – über 800 Mitglieder zählt der Verein – trainieren in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule in Waldram. „Das bedeutet aber, dass wir 14 Wochen im Jahr nicht in die Halle können.“ Während der Schulferien ist die nämlich abgesperrt. Für Henschelchen ist das unverständlich. „Für die Sportvereine könnte man die Halle doch öffnen“, schlägt der Waldramer vor.

Auf der gegenüberliegenden Kanalseite in Farchet steht die Mehrzweckhalle. Die wird vorrangig vom BCF Wolfratshausen genutzt. Rund 1.350 Menschen treiben beim Ballclub Farchet Sport. Vorstand Dr. Manfred Fleischer sagt zwar: „Wir kommen über die Runden.“ Aber: „Die Damenmannschaft zum Beispiel, die auf hohem Niveau Fußball spielt, hat leider nicht die Hallenzeiten, die sie braucht.“ Fleischer – Stadtrat der CSU – räumt jedoch ein, dass „nicht alle Wünsche erfüllt werden können“. Fleischers Fazit aus Sicht des BCF: „Es funktioniert, aber es ist oft sehr knapp.“

Teilweise wird von 17 bis 23 Uhr in den Hallen trainiert

Alfred Barth, Vorsitzender des 1864 gegründeten Turn- und Sportvereins Wolfratshausen – mit knapp 1.800 Mitgliedern der größte Sportclub der Loisachstadt –, hadert mit der Situation für seine Wölfe und andere Sportler: „Die Kapazitäten in Wolfratshausen reichen für die Vereine nicht aus.“ Fünf der sechs Abteilungen des TSV benötigen Hallentrainingszeiten – nur die Skifahrer nicht. „Die Hallenzeiten sind aber restlos vergeben“, berichtet Barth im Gespräch mit unserer Zeitung. „Teilweise wird von 17 bis 23 Uhr in den Hallen trainiert.“ Von morgens bis zum späten Nachmittag sind die Hallen für die Schüler reserviert.

Immer wieder melden sich einzelne Abteilungsleiter des TSV bei Barth und bitten ihn um mehr Hallenzeiten: „Da gibt’s einen wahnsinnigen Bedarf“, bilanziert er. „Vor allem im Winter ist es gravierend.“ Einzelne Abteilungen, zum Beispiel die Turner des TSV und der DJK, hätten sich in der Not schon zu vereinsübergreifenden Trainingseinheiten zusammengeschlossen.

Als die Kommune im vergangenen Jahr befürchtete, dass eine städtische Sporthalle mit Asylbewerbern belegt werden könnte, wurde eine Kommission aus Vertretern aller Vereine gegründet. Die sollten Ausweichmöglichkeiten für die Sportler erarbeiten, falls eine Turnhalle nicht mehr zur Verfügung steht. Barth: „Wir haben damals festgestellt, dass es beim besten Willen nicht möglich wäre, das auszugleichen. Die Hallen sind schon jetzt komplett ausgelastet.“

Vereine sollen Belegung untereinander genauer abstimmen 

Bürgermeister Klaus Heilinglechner ist die Situation bekannt. „Es ist mir klar, dass die Lage angespannt ist“, räumt er ein. Der Rathauschef appelliert an die Vereine, die Hallenbelegung noch genauer untereinander abzustimmen: „Vielleicht könnte sich da noch etwas Spielraum ergeben.“ Braucht die Flößerstadt eine zusätzliche Sporthalle? Dies wäre eine sehr kostspielige Variante, antwortet der Bürgermeister. Er schätzt, dass die Stadt acht bis zehn Millionen Euro für einen Neubau zur Verfügung stellen müsste. Heilinglechner: „Ich weiß im Moment wirklich nicht, woher wir die nehmen sollten.“

Dominik Stallein

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