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Klimafreundlicher Antrieb: Die Stadt Wolfratshausen bezuschusst ab 1. Januar 2019 die Anschaffung von Lastenrädern. In den Genuss einer Finanzspritze können Privatpersonen, Gewerbetreibende, gemeinnützige Organisationen sowie Wohnungseigentümergemeinschaften kommen. 

Finanzspritze für den Klimaschutz

Stadt belohnt jeden Wolfratshauser, der auf E-Mobilität umsteigt

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Die Stadt Wolfratshausen wird die Elektromobilität fördern. Die Grünen-Fraktion will aufs Tempo drücken, muss sich aber noch ein Weilchen gedulden – aus einem bestimmten Grund.

Wolfratshausen – Bereits im April herrschte im Bauausschuss Einigkeit. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung), eine Förderrichtlinie „Elektromobilität in Wolfratshausen“ erarbeiten zu lassen. Das Ergebnis präsentierte der Rathauschef in der jüngsten Stadtratssitzung – die Mitglieder stimmten unisono für das Inkrafttreten der Richtlinie zum 1. Januar 2019. Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt hätte es zwar lieber gesehen, wenn dies bereits am 1. Juli geschieht, doch Heilinglechners Kontra-Argument erschien den Stadträten schlüssig: Für das Förderprogramm soll heuer kein Geld mehr im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden.

Wer sich im kommenden Jahr ein elektrogestütztes Lastenpedelec, ein muskelbetriebenes Lastenrad oder einen Lastenanhänger mit mindestens 40 Kilogramm möglicher Zuladung anschafft, darf mit einer Finanzspritze der Kommune rechnen. Dasselbe gilt für Investitionen in die Infrastruktur, sprich Ladestationen und Hausnetzanschlüsse. Entsprechende Antragsformulare gibt es auf der Homepage der Stadt, sie müssen ausgefüllt bei der Fachabteilung „Umwelt und Verkehr“ im Rathaus abgegeben werden. Grundsätzlich gilt: Das Förderprogramm ist eine freiwillige Leistung der Stadt, ein Rechtsanspruch auf die Bewilligung von Fördergeld besteht nicht. Und: Die Förderrichtlinien passen nicht auf einen DIN A4-Zettel, sondern sind gespickt mit diversen Hinweisen und Bedingungen, die der Antragsteller zu beachten hat.

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In die Richtlinie eingeflochten ist ein „Abwrackbonus“. Ein Beispiel: Wer sich dafür entscheidet, sein mindestens zehn Jahre altes Auto, das in Wolfratshausen zugelassen ist, stillzulegen, wird mit einem Gratis-Jahresticket für den ÖPNV belohnt. Belegen muss der Antragsteller die Stilllegung seines Pkw durch den Vermerk im Fahrzeugschein beziehungsweise durch „einen Verwertungsnachweis eines anerkannten Demontagebetriebs“.

Gefördert wird darüber hinaus „die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen zum Thema Elektromobilität“, so Bürgermeister Heilinglechner. Die Beratung muss „neutral und unabhängig“ erfolgen und durch einen „Beratungsbericht“ dokumentiert sein. Im besten Fall übernimmt die Stadt 80 Prozent der Kosten, maximal 2000 Euro. Die Förderrichtlinie ist auf der Homepage der Stadt (unter der Rubrik Bauen, Umwelt, Verkehr) zu finden. Nachfragen beantwortet die Energiebeauftragte der Kommune, Eva Kiel, unter Telefon 0 81 71/21 43 90.

Die Initiative geht zurück auf CSU-Stadtrat Alfred Fraas. Er ist der Meinung, dass E-Mobilität für viele Wolfratshauser noch kein Thema ist. Das Förderprogramm der Stadt soll die Bürger zu einem Umstieg aufs Pedelec beziehungsweise Lastenrad bewegen. So kann jedermann dazu beitragen, den Schadstoffausstoß zu reduzieren und das Klima ein bisschen zu verbessern. Nicht zu vergessen: Weniger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor „tragen im Rahmen des Lärmaktionsplanes der Stadt Wolfratshausen zum Wohle unserer Bürger bei“, stellte Rathauschef Heilinglechner fest.

Fraas hatte maßgeblich an den Förderrichtlinien mitgewirkt, als Beispiel diente ihm das Regelwerk der Stadt München. Bedenken meldete Gerlinde Berchtold (SPD) an. Erst kürzlich hatte die Stadt wie berichtet ein Energiesparprogramm eingestellt, weil sich niemand dafür interessiert hatte. Berchtold fürchtete einen weiteren „Flop“ – stimmte aber nicht gegen das neue „Förderprogramm nachhaltige Mobilität“. cce

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