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Das Feuerwehrgerätehaus am Wolfratshauser Hatzplatz.

Stadträte bestellen Gutachten

Ein neues Feuerwehrhaus in Waldram ?

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Wolfratshausen - Der städtische Hauptausschuss hat beschlossen: Ein Feuerwehrbedarfsplan muss her. Das könnte weitreichende Folgen haben. Nicht ausgeschlossen ist der Bau eines dritten Standortes.

Die Kommunen sind laut dem Bayerischen Feuerwehrgesetz unter anderem dazu verpflichtet, die gemeindliche Feuerwehren aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Das geschah bislang in einem engen Dialog zwischen den Kommandanten, dem Bürgermeister und den Stadträten. Nun allerdings wird ein externer Gutachter für Wolfratshausen einen Feuerwehrbedarfsplan bis ins Jahr 2026 aufstellen. Für eine externe Lösung plädierten alle Mitglieder des Hauptausschusses, Bürgermeister Klaus Heilinglechner sowie der Vize-Kommandant der Feuerwehr Wolfratshausen, Hans Fagner, und der Kommandant der Weidacher Wehr, Robert Buxbaum. Der Grund: Ein externer Gutachter sei objektiv, betonte Helmut Forster (Bürgervereinigung). Sollte dieser bei seiner Analyse Defizite entdecken und einen entsprechenden Maßnahmenkatalog präsentieren, wäre die Feuerwehr gegen den Vorwurf gefeit, einen Wunschzettel geschrieben zu haben. Eine leise Ahnung, was in dem Gutachten stehen wird, haben sowohl Feuerwehrspitze als auch Rathauschef und Stadträte. Grundsätzlich muss jede Einsatzstelle in der Flößerstadt spätestens zehn Minuten nach Eingang der Alarmierung bei der Integrierten Leitstelle in Weilheim erreicht sein. Fagner und Buxbaum räumten in der Sitzung am Dienstagabend ein, dass dies „im hintersten Winkel von Waldram“ bei einem extrem hohen Verkehrsaufkommen nicht gewährleistet sei. „Wir müssen jetzt kein Horrorszenario aufbauen, es muss jetzt auch keiner vom Isarring in Waldram wegziehen“, sagte Rathauschef Heilinglechner. Das grundsätzliche Problem negierte er nicht. Der Feuerwehrbedarfsplan „wird eine Standortdiskussion auslösen“, prognostizierte Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu (parteifrei für die CSU). „Ist Waldram eventuell unterversorgt?“, fragte Dr. Manfred Fleischer (CSU) in die Runde. „Wenn ja, dann werden wir auf jeden Fall etwas tun müssen – und auch etwas tun.“ Ein dritter Feuerwehrstandort in der Loisachstadt wäre eine „Riesenaufgabe“, stellte Fleischer fest. Für ihn komme in diesem Kontext die so genannte Coop-Wiese in Waldram in Frage. Allerdings: Notwendig wäre nicht nur die Investition in Gerätehaus, Fahrzeuge und Ausrüstung, „sondern es müsste auch eine Mannschaft aufgebaut werden“. Vize-Feuerwehr-Kommandant Fagner wies auf einen zweiten möglichen Knackpunkt hin: „Mit Sicherheit“ werde das Gerätehaus der Feuerwehr am Hatzplatz ein Thema. Dieser Standort könnte sich bei der Analyse als „nicht optimal“ herausstellen. Rund 10 000 Euro wird der Feuerwehrbedarfsplan kosten. Neben dem Gutachter arbeiten an dem Projekt beratend Kreisbrandrat Karl Murböck und der Kommandant der Wolfratshauser Wehr, Kreisbrandmeister Andreas Spohn, mit. Für einen externen Gutachter spreche dessen „Glaubwürdigkeit“, bilanzierte Feuerwehrkommandant Buxbaum: „Der Prophet gilt bekanntlich im eigenen Land wenig.“ Der Nachteil: „Er könnte viele Defizite aufdecken.“ Buxbaum betonte, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt in den vergangenen Jahren reibungslos geklappt habe. Doch einen auf zehn Jahre angelegten Bedarfsplan zu entwerfen, würde die ehrenamtlichen Kräfte schon rein zeitlich überfordern. „Bislang ist jede Wehr isoliert betrachtet worden“, so Bürgermeister Heilinglechner in der Sitzung des Hauptausschusses. „Nun schaut ein Experte über den Tellerrand hinaus.“ Das letzte Wort hat am kommenden Dienstag (18 Uhr, Rathaus) der Stadtrat. cce

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