Eine Grafik des Architekturbüros karlunp. Es zeigt die neue Grund- und Mittelschule.
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Noch eine Vision: So könnte die sanierte Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg nach den Plänen des Münchner Architekturbüros „karlundp“ in einigen Jahren aussehen.

Die drei Bürgermeister betonen Geschlossenheit – Schrittweises Vorgehen geplant

Stadt gestaltet Schullandschaft für 20 Jahre - Bürgermeister demonstrieren Geschlossenheit

  • vonDominik Stallein
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Lange war es ein zähes Ringen, jetzt steht der Plan: Die Grund- und Mittelschule in Wolfratshausen wird saniert und erweitert. Die Stadt verrät nun Details.

Wolfratshausen – Auch wenn die Stadtratssitzung am Mittwochabend harmonisch verlief: Für den einstimmigen Beschluss, der zur Fortsetzung der geplanten Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg führt, waren „sehr viele multilaterale Gespräche notwendig“. Das sagte Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW) am Tag danach in einer Pressekonferenz.

Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Günther Eibl (CSU) und Annette Heinloth (Grüne) sowie dem Schulreferenten des Stadtrats, Fritz Meixner (SPD), erläutert Heilinglechner Details des Mammutprojekts.

Es ist erfreulich, dass die Abstimmung einstimmig ausgefallen ist“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner

Das Quartett demonstrierte Geschlossenheit. „Es ist erfreulich, dass die Abstimmung einstimmig ausgefallen ist“, so Heilinglechner. Meixner bezeichnete das Paket der Entscheidungen vom Mittwoch – rund 16 Millionen Euro Baukosten werden eingespart, die Bauabschnitte schrittweise erledigt, der Fraas-Schulbau verworfen – als „einen Meilenstein“.

Möglich wurde dieser, weil die Fraktionen der CSU und der Wolfratshauser Liste die Prüfung des Alternativ-Entwurfs von Kulturreferent Alfred Fraas (CSU) stoppten, die sie selbst im November beantragt hatten. Als Grund für den Sinneswandel führte CSU-Fraktionssprecher Peter Plößl in der Stadtratssitzung den Zeitdruck an, unter dem die Kommune stehe. Eine Prüfung des in Eigenregie entworfenen Schulbaus seines Parteifreunds hätte bis zu zwei Jahre gedauert. „Diese Zeit haben wir nicht“, erklärte Rathauschef Heilinglechner am Donnerstag. Schon jetzt gebe es Raumnot am Hammerschmiedweg; alleine für die Nachmittagsbetreuung der Grundschüler in Wolfratshausen und Waldram fehlen im September 50 Plätze. Diese Situation spitze sich jährlich zu, betonte der Bürgermeister. Überraschend kommt die Raumnot nicht. Schülerzahl-Prognosen aus dem Jahr 2016 haben die Entwicklung angedeutet.

Pausenhof und Lehrerparkplatz werden bebaut. Es gibt einen Ersatz

Klassenzimmer werden dringend benötigt. Deshalb hat sich der Stadtrat entschieden, den sogenannten „Grundschul-Satelliten“, der Platz für 20 Klassenräume bieten soll, priorisiert zu behandeln. Er soll auf dem derzeitigen Lehrerparkplatz und Teilen des bisherigen Pausenhofs der Einrichtung entstehen. Die wegfallenden Stellflächen sollen quasi als Erweiterung des Sparkassen-Parkplatzes ersetzt werden.

Die weiteren Module der Schulerweiterung – der Abriss und Neubau der früheren Madlschule im Osten sowie die Sanierung des Bestandsgebäudes – werden folgen. Dieses Vorgehen schafft Spielräume für die Kommune, wie Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth erläuterte: „Wir sind jetzt bei einem Betrag, den wir stemmen können, wenn wir ihn über die Jahre verteilen.“ Außerdem seien die finanziellen Einschnitte der Corona-Pandemie im städtischen Haushalt in den kommenden Jahren klarer.

Fördergelder sind im Projekt fest eingeplant - aber noch nicht zugesichert

Die nun (geschätzten) 43 Millionen Euro Baukosten muss die Kommune voraussichtlich nicht alleine schultern. „Wir rechnen mit Fördergeldern“, betonte Fritz Meixner. Gerade für den Bau des Satelliten mit Klassenzimmern gebe es die Möglichkeit, staatliche Mittel zu erhalten. „Wir haben die Planung an die Förderrichtlinien angepasst.“ Anders verhält sich das beim anvisierten Bau eines Lehrschwimmbeckens in diesem Gebäudeteil (siehe Kasten).

Rettungsschwimmer jubeln

Die Freude bei den Rettungsschwimmern ist riesig: „Nach der Stadtratsentscheidung stand mein Handy nicht mehr still“, berichtete DLRG-Chef Robert Klinger bei einer Online-Veranstaltung der Bürgervereinigung am Donnerstagabend. Dass tatsächlich ein Lehrschwimmbecken in den Schulkomplex integriert werden soll, „konnten einige gar nicht glauben“. Auch auf der Pressekonferenz im Rathaus (siehe Haupttext) war das Lehrschwimmbecken Thema. Das rund vier Millionen Euro teure Bad, an dem der Stadtrat einstimmig festhielt, sei „ein Infrastrukturprojekt, das für Schüler, Senioren, Sportvereine und Bildungseinrichtungen“ angelegt werde, betonte Schulreferent Fritz Meixner. Nach der Schließung des Bewegungsbads in der Kreisklinik, laut Rathauschef Klaus Heilinglechner „aus wirtschaftlichen Gründen“, und dem ebenfalls finanziell bedingten Aus für das sanierungsbedürftige Lehrschwimmbecken im Ortsteil Weidach gibt es kein Bad mehr in der Loisachstadt.

Die Flößerstadt kann für das Bad vermutlich nicht auf Fördergelder hoffen. Die Schulschwimmstunden seien im interkommunalen Hallenbad in Geretsried gemeldet – wohin die Fördergelder geflossen seien. Dass sich Wolfratshausen trotz Sparzwängen für den Bau entschieden hat, zeigt laut Dritter Bürgermeisterin Annette Heinloth, dass „uns das Thema sehr am Herzen lag“. dst

Die Verzögerung, die durch den Alternativ-Vorschlag des Kulturreferenten entstanden ist, wollte auf der Pressekonferenz niemand kommentieren. Auch der CSU-Stadtrat selbst schweigt sich zu der Thematik aus. Die Stadt blickt nach vorne. „Wir gestalten mit dieser Maßnahme unsere Schullandschaft für die nächsten 20, 30 Jahre“, so Schulreferent Meixner.

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