Ein Kunstwerk.
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Tänzelnder „Sporty“: Die Skulptur des Künstlers Philip Hönicke vor der Loisachhalle in Wolfratshausen.

Kunstwerk kostet 20.000 Euro

Bürgermeister ist dagegen, aber: Stadt Wolfratshausen kauft den „Sporty Dancer“

Der „Sporty Dancer“ vor der Loisachhalle ist fast schon ein Wahrzeichen von Wolfratshausen. Jetzt ist der Kauf beschlossen worden - gegen die Stimme des Bürgermeisters.

Wolfratshausen – Seit einigen Jahren tänzelt der überlebensgroße Mann aus Edelstahl schon an seinem Stammplatz. Der „Sporty Dancer“, ein Kunstwerk von Philip Hönicke, wurde anlässlich der Kunstmeile im Jahr 2014 vor der Loisachhalle aufgestellt und blieb bis heute an dieser Stelle. „Das Kunstwerk gehört schon fast zu Wolfratshausen“, findet Kulturreferent Alfred Fraas (CSU). Diese Einschätzung wird demnächst auch notariell beglaubigt: Der Kulturausschuss des Stadtrats entschied in seiner jüngsten Sitzung, die Edelstahl-Figur zu kaufen.

Der Bürgermeister stemmte sich gegen das Ansinnen. „Ich werde dem Kauf nicht zustimmen“, kündigte Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW) vor der Abstimmung an. „Vielleicht wäre diese Meinung im vergangenen Jahr anders gewesen. Aber wir haben ein Haushaltsjahr, bei dem ich nicht weiß, ob das unbedingt sein muss“, meinte Heilinglechner mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie.

2011: Marmor-Kunstwerk begräbt Dreijährigen unter sich

Außerdem habe die Kommune leidvolle Erfahrungen mit Kunstwerken gemacht: An der Stelle, an der heute Hönickes „Sporty Dancer“ steht, ereignete sich vor einigen Jahren ein schwerer Unfall. Eine Marmorstatue war im Jahr 2011 auf einen damals dreijährigen Buben gestürzt, der unter dem 300 Kilogramm schweren Kunstwerk schwere Verletzungen erlitt. „Ich erinnere mich noch an das Schmerzensgeld, die Schadensersatzforderungen und den Rechtsstreit“, meinte Heilinglechner. Die Kommune wurde nach dem Vorfall zu Zahlungen verurteilt, weil die Statue nicht ausreichend gesichert war.

Jennifer Layton (Grüne) erinnerte daran, dass es sich im vorliegenden Fall um ein anderes Kunstwerk handelt – „das darf man nicht gleichsetzen“, meinte sie. Wohl auch wegen der schmerzhaften Erfahrung von 2011 einigte sich der Ausschuss dennoch darauf, dass der Benediktbeurer Künstler Hönicke vor dem Kauf Schäden an seinem Werk auszubessern habe, wie Helmut Forster (Liste Wolfratshausen) und Manfred Menke (SPD) vorschlugen. „Außerdem sollte vor dem Kauf die Standsicherheit überprüft werden“, verlangte Forster.

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Die Kommune bezahlt 20 000 Euro für den „Sporty Dancer“, wie vom Künstler verlangt. „Ein günstiges Angebot“, befand Kulturreferent Fraas, „so große Edelstahlkunstwerke bekommt man sonst nicht für diesen Preis.“ Die Entscheidung fiel mit 8:2 Stimmen, gegen den Kauf votierten Bürgermeister Heilinglechner und Maximilian Schwarz (BVW).

Ob die Edelstahlfigur ihren angestammten Platz vor der Loisachhalle behält, ist noch unklar. Wie der Rathauschef erklärte, habe es mit dem Grundstückseigentümer noch keine Gespräche darüber gegeben, ob das Areal weiter als Tanzfläche für Hönickes Kunstwerk zur Verfügung steht. Der Ausschuss beauftragte den Rathauschef damit, in Gespräche mit der Loisachauen GmbH zu treten. (dst)

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