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Hohe Auszeichnung: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (re.) verlieh Karlheinz Rauh die Bürgermedaille und überreichte dessen Frau Christel einen Blumenstrauß. 

Im Ruhestand voll durchgestartet

Stadt verleiht Bürgermedaille an Karlheinz Rauh

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Als Gründer der Energiewende Oberland hat sich Karlheinz Rauh sehr um das Wohl von Wolfratshausen verdient gemacht. Dafür erhielt er jetzt die Bürgermedaille. 

Wolfratshausen Seit vielen Jahren verleiht die Stadt Wolfratshausen eine besondere Auszeichnung an Persönlichkeiten, die sich um das Wohl und das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben. 2018 durften mit Ewald Brückl und Paul Brauner gleich zwei Preisträger die Bürgermedaille entgegennehmen. Diesmal war die Entscheidung des Stadtrats einstimmig zugunsten einer Person ausgefallen: Im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus würdigten die beiden Laudatoren Fritz Schnaller und Fritz Meixner sowie Bürgermeister Klaus Heilinglechner und die Sprecher der Stadtratsfraktionen die Leistungen von Karlheinz Rauh, Gründervater der Energiewende Oberland.

Nachdem Sigrid von Kracht mit ihren Töchtern den Festakt mit klassischer Geigenmusik eröffnet hatte, erinnerte sich Heilinglechner an seine erste Begegnung mit Rauh. „Er wollte vor 19 Jahren auf meiner Dachfläche eine Photovoltaikanlage, die den Bürgern zugutekommen sollte, errichten.“ Obwohl dieses Vorhaben scheiterte, war Heilinglechners Interesse geweckt. Der Landwirt und heutige Rathauschef ließ später tatsächlich eine Solaranlage auf dem Dach installieren.

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Dass der mittlerweile 84-jährige Rauh sich nicht nur für die Durchsetzung der Energiewende, sondern auch für viele andere Projekte eingesetzt hat, wurde in der Laudatio seiner SPD-Parteifreunde Fritz Schnaller und Fritz Meixner deutlich. Letzterer würdigte den Preisträger in fränkischer Mundart. Rau ist gebürtiger Nürnberger und zog 1970 mit seiner Frau Christel und seinen Kindern nach Wolfratshausen. „Er drächt a frängische Grundwertausrichtung in sich, ist zuweilen aber a bisserla eigensinnig“, stellte Meixner fest. Der SPD-Fraktionssprecher lobte zudem Rauhs Charaktereigenschaft, nie großes Aufsehen um sein Wirken gemacht zu haben. Dabei sei der ehemalige Siemens-Nachrichtentechniker nach seinem Ruhestand 1997 als spätberufener Ehrenamtlicher „voll durchgestartet“.

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Ins selbe Horn stießen die Vertreter der anderen Stadtratsfraktionen. „Das ist phänomenal, was Sie geleistet haben“, befand Helmut Forster von der Bürgervereinigung. Auch CSU-Bürgermeisterkandidat Günther Eibl und der Grünen-Stadtrat Rudi Seibt fanden lobende Worte. Seibt sagte: „Ich freue mich, dass so ein aufrechter Sozialdemokrat im tiefschwarzen Bayern so eine Ehrung erfährt.“ Am Ende des Festakts kam Karlheinz Rauh selbst zu Wort. Er zeigte sich glücklich, dass er es trotz zweimaliger Kandidatur nie in den Stadtrat geschafft hat. „Ich bedaure das nicht: So habe ich mehr Zeit für andere wichtige Dinge gehabt.“

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