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Bauausschuss diskutiert

Stadtmanagement zieht in Boodevaar-Turm: So teuer wird die Übergangslösung

Das Stadtmanagement soll zwischenzeitlich in den Boodevaar-Turm ziehen. Der Bauausschuss diskutierte nun, wie viel Geld die Ertüchtigung des Gebäudes kosten darf. 

Wolfratshausen – Das Stadtmanagement soll umziehen: Dafür hat die Kommune die Immobilie am Loisachufer 2, den sogenanntenBoodevaar-Turm, gekauft. Wie viel Geld man für die Ertüchtigung der neuen städtischen Liegenschaft in die Hand nehmen möchte, diskutierte der Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss bei seiner jüngsten Sitzung.

Derzeit sind die Mitarbeiter der Stabstelle Stadt- und Veranstaltungsmanagement, Wirtschaftsförderung und Tourismus im Dachgeschoss des Rathaus-Altbaus untergebracht. „Dort sind sie aber für Bürger und Gewerbetreibende nur schwer zu erreichen“, begründete Rathauschef Klaus Heilinglechner den Immobilienkauf. Deshalb wolle die Kommune „die Stabsstelle möglichst schnell im Gebäude am Loisachufer 2 unterbringen“.

Der Stadtrat hatte vor einigen Monaten entschieden, dass das Büro des Stadtmanagers langfristig in der Marktstraße – sprich am Ober- oder Untermarkt – untergebracht werden soll. Der ursprüngliche Plan war, die stark renovierungsbedürftige und denkmalgeschützte Immobilie am Untermarkt 10 zu nutzen, deren Eigentümer die Stadt ist. Wer die Sanierung des Gebäudes vornimmt und was die Maßnahmen kosten würden, ist noch nicht geklärt. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, lehnte bereits ab, die Immobilie zu renovieren.

Als Übergangsoption kaufte die Kommune die Immobilie am Loisachufer 2. Während Stadt und Verkäuferin Ines Boodevaar Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbarten, wurden in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die Kosten für die Ertüchtigung des Gebäudes auf den Tisch gelegt. Nach einer ersten Schätzung werden rund 180.000 Euro für Umbauten und Möbel fällig. Für letztere wurden 40.000 Euro eingeplant.

Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt kamen diese Kosten „sehr hoch“ vor. Er bat um eine genaue Aufschlüsselung. Rathauschef Heilinglechner erklärte, dass Stadtmanager Dr. Stefan Werner bei einer Begehung eine Liste aufgestellt habe, welche Möbel und Einrichtung gebraucht würden, um das Gebäude nutzen zu können. Die Kosten seien eine Schätzung. Das Gremium war sich einig, dass Ausgaben für Telefone, EDV, Brandschutz-Nachbesserungen und Ähnliches notwendig sind. „Wir haben das Gebäude gekauft, jetzt müssen wir auch etwas daraus machen“, betonte der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, Josef Praller.

„Wir sollten die Zeit nutzen und unsere Hausaufgaben machen“

Für die langfristige Planung bat Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) die Kollegen um Geduld. Er plädierte dafür, eine Tagung des Rates abzuwarten, in der über die Nutzung von vier städtischen Liegenschaften geredet werden soll: das Gebäude am Loisachufer 2, das Eckhaus am Untermarkt 10, das ehemalige Pumpenhäuschen am Loisachufer sowie die ehemalige Happsche Apotheke in der Altstadt. „Wir sollten die Zeit nutzen und unsere Hausaufgaben machen“, forderte CSU-Fraktionschef Günther Eibl.

Damit die Maßnahmen am Boodevaar-Turm beginnen können, folgte das Gremium schließlich einstimmig dem Vorschlag des Bürgermeisters: 180.000 Euro werden im Nachtragshaushalt für die Ertüchtigung und Ausstattung der kürzlich gekauften Immobilie zur Verfügung gestellt.

Dominik Stallein

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