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Immer wieder geraten Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa in Seenot. Die Bewegung „Seebrücke“ stellt sich gegen die europäische Abschottungspolitik und fordert die menschenwürdige Aufnahme von Migranten. 

Hilfe für Flüchtlinge in Seenot

Stadtrat lehnt Beteiligung an der Aktion „Sicherer Hafen“ ab

Keine Chance hatten die Grünen mit ihrem Antrag, dass sich Wolfratshausen zu einem „Sicheren Hafen“ für Flüchtlinge erklärt. Der Vorwurf: Schaufensterantrag. 

Wolfratshausen – Die Grünen wollten die Loisachstadt zu einem „sicheren Hafen“ für aus Seenot gerettete Flüchtlinge erklären. Der Rest des Stadtrats stellte sich gegen den Antrag.

Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt erklärte in der Sitzung am Dienstag, dass täglich sechs Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrinken. Über 90 deutsche Städte haben sich der Initiative Seebrücke angeschlossen, um dagegen anzukämpfen und den Geretteten eine Unterkunft zu bieten. Dieser Koalition – so das Ansinnen der Grünen – sollte auch Wolfratshausen beitreten. Außerdem forderte die dreiköpfige Fraktion, dass sich die Stadt dazu bereit erklärt, „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Der Stadtrat solle mit dem Beschluss an die Bundesregierung appellieren, sich weiterhin „für die Bekämpfung der Fluchtursachen und für die Rettung im Mittelmeer einzusetzen“.

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Claudia Drexl-Weile von der CSU bezeichnete das Ansinnen der Grünen als „Schaufensterantrag“. Peter Plößl (CSU) kritisierte, dass dadurch der Eindruck vermittelt werde, dass jeder Stadtrat, der gegen den Antrag stimmt, „tatenlos beim Ertrinken zusieht“. Außerdem habe er sich über die Seebrücke-Initiative informiert und lehne einige von deren Forderungen ab. Hans Schmidt entgegnete, dass die Stadt mit dem Beitritt „keine Verpflichtungen“ eingehe.

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Manfred Menke (SPD) und Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung) bemängelten, dass der Stadtrat mit einem solchen Beschluss weitere Arbeit für den ohnehin schon stark belasteten Asylhelferkreis schaffen würde. „Außerdem können wir nicht über die Belegung der Unterkünfte in Wolfratshausen entscheiden“, so Krischke. Annette Heinloth (Grüne) verstand den Antrag als Signal: „Wenn jemand gerettet wird, zeigen wir, dass wir bereit sind, zu helfen.“ Der Stadtrat lehnte den Antrag ab. Nur der Aufruf an die Bundesregierung fand eine Mehrheit von 18:3 Stimmen. Dominik Stallein 

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