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Seit 2005 ein Provisorium: Die Aufwertung der Marktstraße ist vom Stadtrat beschlossen. Doch getan wird wenig, kritisieren Werbekreis sowie der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen. 

Forderung an Wolfratshauser Räte

„Der Stadtrat muss endlich handeln“: LAW und Werbekreis sagen Stillstand den Kampf an

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Marktstraße, Loisachufer, Parkplatzsituation: Seit Jahren diskutiert der Stadtrat über viele Projekte, umgesetzt wird jedoch wenig. Dem Stillstand sagen  Werbekreis  und LAW nun den Kampf an – die Bürger sollen mobil machen.

Wolfratshausen – „Wir haben keine Geduld mehr“, sagt Ingrid Schnaller. „Seit Jahren verschwinden Konzepte für die Stadtentwicklung in Schubladen, dabei haben wir Lust auf Anpacken und Mitgestalten“, sagt die Chefin des Werbekreises Wolfratshausen. Deshalb hat sich der Werbekreis nun mit dem Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) zusammengetan, um die Stadträte zum Handeln aufzufordern.

„Wir starten eine Plakataktion und legen den ganzen August Unterschriftenlisten in den Geschäften aus“, erklärt LAW-Beiratsvorsitzender Ernst Gröbmair. „Der Stadtrat muss endlich handeln.“ Die 40 orangefarbenen Plakate, die ab sofort im gesamten Stadtgebiet zu sehen sein sollen, zeigen, welche Projekte ganz oben auf der Liste stehen.

„Die Marktstraße hat uns veranlasst, jetzt aktiv zu werden“, sagt Gröbmair. Wie berichtet hatte der Stadtrat im November einstimmig den Beschluss gefasst, Planungsbüros ausfindig zu machen, die Vorentwürfe für die Neugestaltung des Bereichs zwischen Musikschule und Johannisgasse anfertigen. „Das war vor neun Monaten“, sagt Schnaller. Seither sei das Thema im Stadtrat nicht mehr zur Sprache gekommen. „Die Marktstraße ist noch immer das Provisorium von 2005.“

Eine weitere Forderung der beiden Vereine ist die Umgestaltung des westlichen Loisachufers nach dem Entwurf aus dem Ideenwettbewerb. Laut Gröbmaier ruht das Projekt seit dem Beschluss im Dezember 2013. Auch ein ganzheitliches Parkraumkonzept wurde seit 2015 nicht auf den Weg gebracht. Die in ihren Augen nur schleppende Fortführung des Schulentwicklungskonzepts ist für die Vereinsvertreter ebenfalls nicht zufriedenstellend.

„Wir warten schon zu lange“, sagt LAW-Vorsitzender Hans-Werner Kuhlmann. Sein Verein und der Werbekreis hätten ehrenamtlich in Hunderten von Stunden Konzepte entworfen. „Wir arbeiten für die Stadt, nicht für die Schublade.“ Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, die Pläne in Taten umzusetzen. Weil die städtischen Rücklagen „sehr gut“ und die Zinsen ohnehin niedrig seien, lohnen sich laut Kuhlmann Investitionen umso mehr. Außerdem gebe es Zuschüsse von der Städtebauförderung. „Die Stadt geht also nicht bankrott“, meint der LAW-Vorsitzende.

Um diese Gelder zu erhalten, sei jedoch ein Gesamtkonzept notwendig. Daher fordert Gröbmaier einen „einheitlichen Masterplan“, um die Innenstadt aufzuwerten. „Wir sind die einzige Stadt in der näheren Umgebung, die ihr Zentrum nicht umgestaltet hat. Wir könnten die Verlierer sein.“

Die Bürger sollen dabei helfen, dem Bürgermeister und den Stadträten die Dringlichkeit der Vorhaben klarzumachen. Die Gespräche mit Wolfratshausern würden zeigen, wie sehr diese sich die Umsetzung sämtlicher Beschlüsse wünschen, berichtet LAW-Mitglied Dietlind Diepen. „Wolfratshausen hat es verdient, dass man sich einsetzt. Wir wollen jetzt einfach anfangen.“ Schnaller pflichtet ihr bei: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ mh

Lesen Sie auch: Für attraktiveres Wolfratshausen: Stadtmanager diskutiert mit Gewerbetreibenden

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