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„Andere gehen schneller vor“

LAW: Stadtrat muss mehr Gast geben

Der Stadtrat muss bei einigen Projekten mehr Gas geben - das forderte der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) in seiner Jahresversammlung. 

Wolfratshausen – „Wir sehen uns als Sprachrohr bürgerlichen Engagements“: Das sagte Hans-Werner Kuhlmann, Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), zu Beginn der Mitgliederversammlung in den Räumen der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal. Unter den Gästen: Bürgermeister Klaus Heilinglechner, der sich kritischen Fragen zur Neugestaltung des westlichen Loisachufers und der daraus resultierenden Parkplatzsituation stellen musste. „Wegen mir lieber heute als morgen“, erklärte der Rathauschef mit Blick auf die seit Jahren geplante Uferneugestaltung. Die Entscheidung obliege jedoch dem Stadtrat.

Hans-Werner Kuhlmann Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt.

Dasselbe gilt laut Heilinglechner für die Schaffung zusätzlicher Pkw-Stellflächen in der Innenstadt. Am Paradiesweg (AWO-Heim) haben die Vorarbeiten bereits begonnen (wir berichteten). Ob es auf dem Hatzplatz oder an einem anderen Standort ein Parkdeck geben wird, müsse noch entschieden werden. Dass die Würfel in der Stadtratssitzung im Juni fallen, sei ein „sportliches“ Ziel – das heißt, eher unwahrscheinlich. LAW-Chef Kuhlmann überreichte dem Bürgermeister am Mittwoch einen Antrag an den Stadtrat, „endlich“ konkrete Schritte in puncto Ufergestaltung plus Parkraumkonzept einzuleiten.

Sehr zufrieden ist Kuhlmann dagegen mit dem Engagement der rund 50 Vereinsmitglieder. Das Ehrenamt sei in der Flößerstadt „ein unübersehbarer Wirtschaftsfaktor“, so Kuhlmann. Und: „Das Ehrenamt macht glücklich und fördert den sozialen Kontakt.“

Nach Meinung einiger LAW-Mitglieder läuft in der Loisachstadt allerdings nicht alles rund beziehungsweise vieles nur schleppend. Dazu zählen für die Kritiker der Abriss und Wiederaufbau des ehemaligen Isar-Kaufhauses an der Marktstraße und der Ausbau des Radwegenetzes.

Ex-Stadträtin Dietlind Diepen, Sprecherin des LAW-Arbeitskreises „Stadtlandschaften“ ärgert vor allem die Tatsache, dass aus der seit Jahren diskutierten Neugestaltung des westlichen Loisachufers bis auf den Tag nichts geworden ist. Sieht man von einer großen Schautafel ab. In Diepens Augen „agiert der Stadtrat um den heißen Brei herum, um sich nicht die Finger am heißen Eisen zu verbrennen“. Doch es dürfe nicht noch mehr Zeit verstreichen, sondern es müsse gehandelt werden. „Andere Städte“, gab Diepen zu bedenken,“ gehen schneller vor“, wenn’s um die Belebung ihrer Innenstädte geht. 

Andrea Weber

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