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„Let’s go surfing“: Mit hoher Voraussicht wird die in Weidach geplante Surfwelle ein Thema beim Starkbierfest sein. Schon 2015 (Foto) machte die Loisachtaler Bauernbühne in der Loisachhalle die Welle.

Seit Januar wird geprobt

Starkbierfest in Wolfratshausen: „Das Stück wird Wellen schlagen“

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Auch heuer bittet Loisachtaler Bauernbühne zum Starkbierfest in die Loisachhalle. Besonders in diesem Jahr: Die fünfte Jahreszeit fällt mit der Kommunalwahlzeit zusammen. 

Wolfratshausen – Das Starkbierfest in der Flößerstadt ist jedes Jahr etwas Besonderes. Alle sechs Jahre ist die Vorfreude der Besucher allerdings extrem groß – denn dann ist die fünfte Jahreszeit zugleich Kommunalwahlzeit. So wieder heuer: Am Freitag, 28. Februar, schenken die Akteure der Loisachtaler Bauernbühne (LBB) in der Loisachhalle der lokalen Polit-Prominenz kräftig ein; gut zwei Wochen später, am Sonntag, 15. März, werden Bürgermeister und Stadträte gewählt.

Starkbierfest in Wolfratshausen: „Das Stück wird Wellen schlagen“

„Das Stück wird Wellen schlagen“, kündigt Melanie Tobian, seit Mai 2017 Vorsitzende der LBB, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Bei dieser Gelegenheit schafft sie eine begriffliche Ungenauigkeit aus der Welt. Beim Starkbierfest „gibt es kein Singspiel“, betont die 43-Jährige. „Denn wenn wir singen, kommt keiner.“ Die LBB führe „ein kleines Theaterstück mit Musik“ auf, erklärt Tobian. Rund 30 Mitglieder des 1980 gegründeten Vereins sind in die Vorbereitungen eingebunden, 13 bis 15 von ihnen werden am 28. Februar auf der Bühne stehen.

„Unbeeindruckt“ sei man von der Kommunalwahl, sagt Tobian, die nicht nur bei der Loisachtaler Bauernbühne in verschiedene Rollen schlüpft, sondern auch auf der Iberl-Bühne, dem bayerischen Volkstheater in der Landeshauptstadt, live zu erleben ist. Wo findet die LBB die Themen fürs Starkbierfest? „Zeitungslektüre, Stadtratssitzungen, und natürlich sind wir in Wolfratshausen sehr gut vernetzt“, antwortet die 43-Jährige. Regie führt heuer zum wiederholten Mal Monika Schwenger, seit Januar wird Woche für Woche geprobt. „Dann ist Generalprobe, dann ist Starkbierfest.“

Mitwirkende wollen Theaterstück so aktuell wie möglich halten

Der Aufwand sei für alle Mitwirkenden enorm. Ein Grund: „Wir wollen das Theaterstück so aktuell wie möglich halten“, das heißt: Tut sich noch etwas in puncto Stadtpolitik, „schreiben wir noch mal um“. Die Folge: In aller Kürze müssen die Laienschauspieler den neuen Text lernen. Um welche Themen dreht sich das Derblecken heuer? „Keine Ahnung“, lügt Tobian frech und lächelt fröhlich. Dass vor dem Starkbierfest keine Inhalte an die Öffentlichkeit dringen, ist bei der LBB Gesetz. Nur so viel: „Das Theaterstück schreibt ein Team – und wie gesagt: Es wird Wellen schlagen.“ Das legt die Vermutung nahe, dass die in Weidach geplante künstliche Surfwelle von den Autoren der Bauernbühne aufgegriffen wird.

Das Schlimmste, das beim Starkbierfest in der Loisachhalle passieren kann? „Das Publikum ist mucksmäuschenstill oder wir werden nach dem Theaterstück von den Kritikern in der Luft zerrissen“, sagt Tobian. Weder das eine noch das andere ist in den vergangenen Jahrzehnten geschehen. Allerdings trat vor 22 Jahren „der Katastrophenfall“ ein, erinnert sich die LBB-Vorsitzende. 1998, in der Ära des damaligen Loisachhallen-Wirts Johannes Buchetmann, ging schon zu früher Stunde das Starkbier aus. Das Volk schäumte vor Wut.

Starkbierfest: Über das Stück wird im Vorfeld nichts verraten

Welcher Stadträtin/welchem Stadtrat hält die Bauernbühne den Spiegel vor? Tobian schweigt wie ein Grab. Allerdings bestätigt sie die Binsenweisheit: „Wer nicht erwähnt wird, für den ist das eine viel schwerere Watschn als für den, der derbleckt wird.“ Auf jeden Fall ist das Interesse der Lokalpolitiker groß, laut Kulturmanagerin Marlene Schretzenmaier „gibt’s bis dato bereits sehr viele Rückmeldungen aus den Reihen des Stadtrates“, also Kartenreservierungen.

Gegen Ende des Gesprächs lüftet LBB-Chefin Tobian schließlich wenigstens ein kleines Geheimnis: „Die Hörschelmanns sind zu unserer Freude wieder dabei und machen Musik.“ Ansonsten gilt: „Ich verrate nix, kommt und lasst Euch überraschen.“

Auch voriges Jahr präsentierte die Bauernbühne beim Starkbierfest in Wolfratshausen ein Singspiel. Kräftig schlucken musste dort allerdings keiner der Stadträte.

cce

Tickets

für das Starkbierfest am Freitag, 28. Februar, in der Loisachhalle gibt es im Bürgerbüro/Rathaus zum Preis von 14 Euro (ermäßigt 9 Euro). Einlass ist ab 18 Uhr, das Theaterstück der Loisachtaler Bauernbühne beginnt gegen 19 Uhr. Im Anschluss sorgt die Oktoberfest-Band „Bergluft“ für Stimmung.

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