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Tatort Biergarten: Der wütende Gast saß mit Frau und Kind an dem Tisch im Vordergrund, Wirt Michael V. in dem Sessel an der Hauswand. Als der Randalierer immer aggressiver auftrat, schritt der Restaurant-Chef ein – und wurde mit einem Messer attackiert.

Die Suche nach dem Täter läuft

Mit Steakmesser attackiert: Das sagt der Wirt

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Wolfratshausen – Noch gibt es keine Hinweise auf den Täter. Nach der Messerattacke durch einen Gast hat Wirt Michael V. Angst. Er fragt sich: Wie kann ich mich, mein Personal und meine Gäste schützen.

++ Update vom 9. Mai: Die Polizei hat einen Verdächtigen geschnappt. Der Restaurant-Wirt hat den Mann wiedererkannt. Das meldet die Polizei.

Michael V. hat Angst. Angst um seine Frau, seine Mitarbeiter, seine Kunden. Am Sonntagabend ist ein Gast seines Restaurants an der Isarstraße ausgerastet – und mit einem Messer auf den Wirt losgegangen.

Sonntagabend, kurz nach 20 Uhr. Ein Gast nimmt samt seiner Begleiterin und einem Kleinkind im Kinderwagen im Biergarten des Restaurants Vanessa an der Isarstraße Platz. Nichts deutet darauf hin, dass der laue Frühlingsabend beim Italiener einen derart hitzigen Verlauf nehmen wird.

Die erste Debatte gibt es, als der Gast sich über fehlende Kohlensäure in seinem Spezi beschwert. Für das Personal des Vanessa kein Problem: „Er hat ein neues Getränk bekommen, dann war erst einmal Ruhe“, schildert Kellner Marco das Geschehen. Das Paar bestellt Essen, der Mann entscheidet sich für Spaghetti mit Scampi. Offenbar sind ihm nicht genug Meeresfrüchte in dem Gericht, jedenfalls fängt er auch darüber eine Diskussion an. Kellner Marco versucht, den Mann zu besänftigen, denkt, das ist ihm gelungen und geht weiter seiner Arbeit nach. „Ich war der Meinung, dass er seine Nudeln weiter essen wollte“, sagt der 26-jährige Servicemitarbeiter im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch weit gefehlt.

Wirt Michael V. sitzt ganz in der Nähe des Geschehens, als die Situation eskaliert. „Als Marco weg war, hat der Gast gesagt: ,Ich geh’ jetzt rein und stech’ die Drecksau ab.‘ An diesem Punkt war klar, dass ich einschreiten muss.“ Der 33-Jährige, der das Restaurant seit November 2014 zusammen mit seiner Ehefrau betreibt, bittet den Mann, das Lokal zu verlassen. Statt der Aufforderung zu folgen, versucht der Mann dem Wirt einen Kopfstoß zu verpassen. Als ihm das misslingt, packt er ein Steakmesser, das auf dem Tisch liegt, und geht auf den Wirt los. Michael V. wehrt sich, auch Kellner Marco geht dazwischen, möglicherweise haben die beiden so Schlimmeres verhindert. Außer ein paar Schrammen, die aber wohl nicht von dem Messer stammen, hat Michael V. keine Verletzungen davon getragen. Auch Kellner Marco hat Glück: Der Randalierer schleudert einen Biergartenstuhl nach ihm, der 26-Jährige kommt mit ein paar blauen Flecken davon.

Mittlerweile hat der Gast – so steht es im Polizeibericht – das Messer weggeworfen und einen faustgroßen Pflasterstein vom Boden aufgehoben. Dass er ihn nicht nach seinen Widersachern wirft, ist seiner Begleiterin zu verdanken: Sie spricht auf den erregten Mann ein und kann ihn dazu bewegen, den Biergarten zu verlassen. Bevor er geht, stößt er eine wüste Drohung aus: „Ich komm’ mit 20 Mann zurück und stech’ euch ab“, soll er gesagt haben. Dass er nicht weiter randaliert, ist vermutlich dem Personal und weiteren Gästen zu verdanken, die an den Ort des Geschehens eilten. „Am Ende standen dem Mann wohl sieben oder acht Personen gegenüber“, sagt Michael V.

Natürlich müsse es weitergehen, sagen sowohl er als auch Kellner Marco. „Die Angst ist aber da.“ Es komme immer mal wieder zu Diskussionen mit Gästen, ganz selten auch zu einem Hausverbot. Das, was er am Sonntag erlebt habe, sei aber eine neue Dimension, sagt der 33-Jährige. „Ich kann es nicht einschätzen. Kommt er zurück und will Rache? Wie kann ich meine Gäste und mein Personal schützen? Das sind lauter offene Fragen.“ Am Montagabend hat seine Frau vor dem Wohnhaus des Ehepaars einen Mann beobachtet, der dort längere Zeit stand. „Es könnte der Randalierer gewesen sein“, sagt Michael V. Sicher sei das aber nicht. Er will auf jeden Fall die Polizei über diese Beobachtung informieren. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“ fla

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