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Streicheleinheiten im Heim: (v. li.) Antje Kimpflinger mit Leni, Christiane Vidacovich mit Bo und Monika Haeslein mit Bubble besuchen regelmäßig ältere und behinderte Menschen. 

200 Mitglieder

Die Streichelbande besucht mit ihren Hunden alte und behinderte Menschen

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Ein gemeinnütziger Verein aus Wolfratshausen besucht mit seinen Hunden alte und behinderte Menschen zwischen München, Herrsching und Bad Tölz.

Wolfratshausen – Sie haben einen treuherzigen Blick, glänzendes Fell und hören auf Namen wie Bo, Leni und Bubble. Und sie haben zusammen mit ihren Besitzern eine besondere Aufgabe: Sie besuchen Menschen in Altersheimen, gehen in Kindergärten und Schulen. Wovon die Rede ist? Von den Hunden der „Streichelbande“.

Vor Jahren hat eine kleine Gruppe von Hundebesitzern damit begonnen, ältere und behinderte Menschen zu besuchen. 2005 wurde aus der privaten Initiative der gemeinnützige Verein „Die Streichelbande“. „Heute zählen wir an die 200 Mitglieder“, sagt die Vorsitzende Christiane Vidacovich (75) aus Wolfratshausen. Etwa 300 Besuche in verschiedenen Einrichtungen absolviert die Streichelbande jeden Monat zwischen München, Herrsching und Bad Tölz.

Bevor aus dem Vierbeiner ein Besuchshund wird, muss dessen Herrchen oder Frauchen mit ihm einen Eignungstest bestehen, der alle paar Monate wiederholt wird. „Die Prüfung dauert etwa drei Stunden und erstreckt sich über zehn verschiedene Stationen“, erklärt Monika Haeslein (53). Wichtig ist dabei auch, wie Besitzer und Hund als Team zusammenarbeiten. Vertreten sind in der Streichelbande alle Altersstufen, alle Rassen und alle Größen. „Von einem, der in die Suppenschüssel passt, bis zum Überkniehohem“, sagt Vidacovich. Gerade für Rollstuhlfahrer sind die größeren Tiere ideal. „Sie können sich ja schlecht runterbeugen.“

Bevor die Streichelbande kommt, wird mit den Zuständigen in den Heimen abgesprochen, welcher Bewohner überhaupt an einem Hundebesuch interessiert ist. „Wir wissen ja nicht, ob jemand Hunde mag oder nicht“, so die Vorsitzende. Durch die Vorgespräche sollen ungute Szenen für beide Seiten vermieden werden. „Wenn wir merken, dass jemand Angst hat, ziehen wir uns sofort zurück.“

Dass die Hunde einen positiven Einfluss auf die Menschen haben, erfahren die Mitglieder immer wieder. „Wir besuchten immer wieder eine Dame im Rollstuhl, die schwer dement war und aufgehört hatte, zu reden“, berichtet Vidacovich. „Über die Hunde gelang eine Art Kontaktaufnahme – sie begann plötzlich ein paar Worte zu sprechen.“ Ebenfalls könne man beobachten, dass geistig behinderte Menschen die Berührung der Hunde genießen und sich Spastiker leichter entspannen.

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Auch Kindergärten und Schulen stehen auf der Besuchsliste. „Wir wollen hier den richtigen Umgang mit den Hunden vermitteln“, erklärt Antje Kimpflinger (39). Natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Gemeinsame Feste stehen genauso auf der Tagesordnung wie Gassigehen in der Gruppe. Vidacovich lacht: „Wenn uns andere Spaziergänger begegnen, fragen sie uns oft, ob wir eine Hundeklasse von einer Hundeschule sind.“

sh

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