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Im Wald, da sind die Räuber... oder wie hier lebendige Fliegenpilze: Für „Hänsel und Gretel“ ist das alles kein Spaß. Dass am Ende doch alles gut wird, freute vor allem die kleinen Märchenoper-Besucher in der Loisachhalle. 

Freies Landestheater Bayern

Süße Verlockungen

Wolfratshausen – Die Märchenoper „Hänsel und Gretel“ in der Loisachhalle wurde vom Freien Landestheater Bayern spannend und unterhaltsam in Szene gesetzt.

Ein weiblicher Hänsel, eine erwachsene Gretel mit blonden Zöpfen, eine wunderbar gruselige Hexe und ein perfekt dazu passendes Orchester: Damit verzauberte das Freie Landestheater Bayern am Nikolausabend große und kleine Besucher mit der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ in der Wolfratshauser Loisachhalle.

Glockenhelle Sopranstimmen

Zu Beginn des romantischen Musikmärchens aus der Feder von Engelbert Humperdinck lässt das Vorspiel des Orchesters des Freien Landestheaters unter der Leitung von Rudolf Maier-Kleeblatt das vorweihnachtlich gestresste Publikum zur Ruhe kommen. Als dann der Vorhang aufgeht, fangen Hänsel (gespielt von Carolin Ritter) und Gretel (dargestellt von Doris Langara) das Publikum sofort ein und entführen es mitten in die Geschichte. Die glockenhellen und kräftigen Sopranstimmen sind zu jeder Zeit gut verständlich.

Hänsel beschwert sich darüber, dass sie schon „lange nichts Gutes mehr gegessen“ haben, und dass er anstatt zu arbeiten viel lieber tanzen und fröhlich sein will. Die vernünftige Gretel bittet ihn um Geduld, bringt ihm aber trotzdem mit „einmal hin und einmal her, das ist nicht schwer“ das Tanzen bei. Plötzlich wechselt die Musik von heiter zu spannend. Die Mutter (Elisabeth Neuhäusler) betritt die Bühne und beschimpft ihre Kinder als unnütz, weil sie anstatt zu arbeiten nur Unfug im Kopf hätten. Mit Wut agierend schickt sie die beiden mit einem leeren Korb in den Wald zum Beerensammeln und droht ihnen mit deftigen Schlägen, wenn sie ihn leer zurückbringen würden.

Gräusliche Knusperhexe

Wie auch im Märchen der Gebrüder Grimm verlaufen sich die Kinder im Wald und können dem verlockenden Knusperhäuschen vor Hunger nicht widerstehen. Sogleich erklingt auch in der Loisachhalle laut und deutlich die berühmte Frage: „Knusper, Knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Gleich darauf betritt Intendant Andreas Haas in Gestalt der Hexe, wie man sie sich furchtbarer nicht hätte darstellen können, die Bühne. Gekonnt wechselt er stimmlich von Hoch auf Tief und bringt vor allem die Erwachsenen mit seinen kecken Sprüchen zum Lachen.

Die Schauspieler stellen eindrucksvoll die Moral von der Geschicht’ dar. Nämlich, dass man übertrieben freundlichen Menschen, die Kinder mit Süßigkeiten locken, nicht trauen sollte. Die Glanzleistung des Ensembles wird vom Publikum mit nicht endendem Applaus quittiert.

Spannend bis zum Schluss

Hänsel und Gretel schaffen es am Ende schließlich, die Hexe in ihren eigenen Zauberofen zu stecken. Zeitgleich tauchen damit alle Kinder wieder auf, die die Knusperhexe zuvor zu Lebkuchen verwandelt hatte. Wie sehr die kleinen Zuschauer bei dem Stück mitfiebern, zeigt sich anhand eines kleinen Jungen, der von seiner Mutter sichtlich erleichtert wissen will: „Sind die Kinder wirklich alle zurück?“

Jessica Höck

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